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Sound-Karate soll den Nachwuchs anlocken

Sound-Karate soll den Nachwuchs anlocken

Saarwellingen. Laura Helmin vom Shotokan Karate Saarwellingen und Alexandra Dohm (Heiligenwald) betreten die acht mal acht Meter große Kampffläche der Sport- und Spielhalle in Saarwellingen. Es stehen die Karate-Saarlandmeisterschaften in den Altersklassen U 9, U 11 und U 14 an, bei der 189 Kämpfer für eine Rekord-Beteiligung sorgen

Saarwellingen. Laura Helmin vom Shotokan Karate Saarwellingen und Alexandra Dohm (Heiligenwald) betreten die acht mal acht Meter große Kampffläche der Sport- und Spielhalle in Saarwellingen. Es stehen die Karate-Saarlandmeisterschaften in den Altersklassen U 9, U 11 und U 14 an, bei der 189 Kämpfer für eine Rekord-Beteiligung sorgen.

Die beiden Karateka nehmen ihre Grundhaltung ein, dann ertönt ein Pfiff. Der Kampfbeginn. Die beiden Mädchen führen ihre Techniken aus. Dabei stoßen sie bei ihren Schlägen und Tritten teilweise laute Schreie aus. Doch die Karateka kämpfen nicht gegeneinander, sie kämpfen gegen Bälle. Gelbe und blaue Schaumstoff-Bälle, die an einer 1,50 Meter hohen Stange in unterschiedlicher Höhe "aufgespießt" sind. 30 Sekunden lang müssen die Kämpfer spontan verschiedene Techniken präsentieren. Ihr Blick ist immer auf die Bälle fixiert. "Wir achten in erster Linie darauf, dass die Athleten die Bälle nicht berühren. Und außerdem schauen wir darauf, wie sich die Athleten bewegen und welche Techniken sie ausüben. Einfach wie flexibel sie sind", erklärt der Kampfrichter-Referent des Saarländischen Karate-Verbandes (SKV) Horst Schuler. Dabei ist der SKV ein Vorreiter in Sachen Kumite am Ball. Als einziger Landesverband trägt er Landesmeisterschaften aus.

Ursprünglich stammt Kumite am Ball aus einem in Italien entwickelten Trainingskonzept, dem Sound-Karate. Der zweifach deutsche Meister Patrick Waldraff (Bous) erklärt: "Das Konzept wurde entwickelt, um die Grundmotorik und die Koordination der Kinder zu trainieren. Dabei gibt es auch Techniken mit Musik. Deshalb heißt es Sound-Karate." Kumite am Ball wird aber ohne Musik ausgeführt. "Wenn man die Techniken auf Musik macht, ist der Athlet allein auf der Matte. Das hat dann weniger mit dem Freikampf zu tun. Denn Kumite am Ball soll auf den späteren Freikampf vorbereiten." Kampfrichter Schuler ergänzt: "Wir erhoffen uns, dass die Verletzungen später im Freikampf zurückgehen."

Die Version mit den Bällen scheint bei den Nachwuchs-Karateka gut anzukommen. Laura Helmin (13), die sich den Saarlandmeistertitel in der Altersklasse U14 sichert, erklärt: "Am Ball macht es mehr Spaß. Man traut sich mehr." In Italien scheint das Konzept, das dort bereits seit gut 15 Jahren praktiziert wird, Früchte zu tragen. "Italienische Karateka, die damit aufgewachsen sind, sind heute erfolgreiche Weltmeisterschafts-Teilnehmer", weiß Waldraff. Das lässt hoffen. Vielleicht stand an diesem Samstag auch bereits ein kommender Weltmeister auf der Matte. rix