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Premiere zum Jahresabschluss

Premiere zum Jahresabschluss

Am Samstag bricht Badminton-Profi Marc Zwiebler vom 1. BC Bischmisheim nach Dubai auf. Dort steht das große Saisonfinale der besten acht Spieler der Saison an. Der 32-jährige Zwiebler ist erstmals dabei.

"Es ist frisch geworden hier", sagt Marc Zwiebler mit einem Schmunzeln. Sechs Wochen war der Badminton-Profi des 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim auf Tour - erst in Europa und dann in Malaysia, China und Hongkong. "Dort war es sonnig und 25 Grad warm. Als ich in Saarbrücken gelandet bin, war es richtig eklig: kalt und Nieselregen", erzählt der Einzel-Spezialist.

Eine Woche "Urlaub" hat Zwiebler gerade, doch wirklich zur Ruhe kommt er nicht. Papierkram wartet in Mengen auf seinem Schreibtisch in seiner Saarbrücker Wohnung. Schon am Samstag steigt er wieder ins Flugzeug. Dann geht es mit dem zukünftigen Doppel-Bundestrainer, Vereinskollege Johannes Schöttler, nach Dubai, wo Zwiebler von 14. bis 18. Dezember zum ersten Mal in seiner Karriere am Superseries Finalturnier teilnimmt.

In allen fünf Badminton-Disziplinen gehen die acht Stärksten des Jahres zum Saisonabschluss noch einmal auf die Jagd nach dem Federball. Das Besondere an dem Turnier ist nicht nur die Dotierung von einer Million US-Dollar, sondern auch der Spielmodus: In zwei Vierer-Gruppen spielt jeder gegen jeden. Die beiden Besten qualifizieren sich für das Halbfinale. "Ich freue mich riesig darauf. Die letzten Jahre bin ich knapp dran vorbeigeschrammt. Das ist der bestmögliche Abschluss einer wechselhaften Saison", sagt der gebürtige Bonner.

Linkshänder Zwiebler hat die gesamte Saison auf hohem Niveau gespielt, musste bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro aber einen großen Dämpfer hinnehmen. Völlig überraschend schied er als gesetzter Spieler in der Vorrunde aus. "Natürlich hängt das einem hinterher. Ich wünschte, es wäre anders gelaufen, aber es ist nicht mehr zu ändern. Ich beschäftige mich nicht so sehr damit, Verlieren gehört zum Sport eben genauso dazu wie Gewinnen", erklärt der 32-Jährige.

Zwölf Jahre lebt er mittlerweile im Saarland, hat viele Freunde gefunden. Wie lange er noch hier wohnen wird, weiß er aber nicht. Sowohl sein mögliches Karriere-Ende als auch seine berufliche Zukunft stehen noch in den Sternen. "Olympia 2020 in Tokio ist momentan überhaupt kein Thema. Wie lange ich noch weitermache, weiß ich nicht. Ich muss schauen, dass ich die Uni vernünftig zu Ende bekomme und mich dann für eine von vielen Optionen entscheiden", sagt der Master-Student der Betriebswirtschaftslehre und ergänzt: "Ich fühle mich hier wohl, bin aber auch Rheinländer. Ich muss schauen, wo mein Zuhause wird."

Durch seine internationale Karriere hat er von der Welt viel gesehen - und auch viele Hotels. "Das ist nicht so schön, wie es sich anhört. Als junger Sportler freut man sich noch darauf, doch mit der Zeit ist es auch sehr einsam", erklärt Zwiebler. Auf den Aufenthalt in den Vereinigten Arabischen Emiraten freut er sich trotz Hotel-Übernachtungen.

"Das wird ein Riesen-Ereignis mit Live-Auslosung, bei der auch alle Spieler anwesend sind. Außerdem wird es drumherum auch viele Termine geben", sagt der Wahl-Saarbrücker, der "völlig ohne Druck ins Turnier" gehen möchte. Er sei nominell der Schlechteste und wolle jedes Spiel genießen. "Trotzdem ist das Ziel, so viele Spiele wie möglich zu gewinnen", erklärt er entschlossen. Sein Aufenthalt in Dubai hat aber noch etwas anderes Positives zu bieten: "Ich freue mich auf das warme Wetter und die Sonne." Davon gibt es in Dubai wahrlich genug - anders als zurzeit in Saarbrücken .