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Max Hartz spielt sich bei der HG Saarlouis mit Top-Leistungen ins Blickfeld

Handballer eifert dem Vater nach : Der nächste Hartz will jetzt durchstarten

Maximilian, Sohn des Ex-Nationalspielers Jürgen Hartz, spielt sich bei der HG Saarlouis in den Fokus. Heute kommt der Spitzenreiter.

Der Abstieg aus der 2. Handball-Bundesliga war für die HG Saarlouis ein schwerer Schlag – für Maximilian Hartz dagegen ein Glücksfall: Während der 21-Jährige im Vorjahr kaum zum Zug kam, ist er beim Neuaufbau in der 3. Liga Süd umso mehr gefragt. Hartz überzeugt im linken Rückraum mit guten Leistungen, ist mit 31 Toren zweitbester HG-Schütze hinter Quentin Abadie (33) und glänzt zudem als kluger Ballverteiler. Und wie sein bekannter Vater, der 58-fache deutsche Nationalspieler Jürgen Hartz (52), scheut sich Max nicht davor, in wichtigen Phasen Verantwortung zu übernehmen. Das bewies er zuletzt im Heimspiel gegen den SV Salamander Kornwestheim, als er mit fünf Toren in den letzten 13 Minuten entscheidend dazu beitrug, den 25:28-Rückstand noch in einen 35:32-Erfolg umzuwandeln.

Dass der Sprung um zwei Ligen scheinbar problemlos geglückt ist, überrascht Hartz selbst ein wenig: „Zuletzt habe ich ja nur Saarlandliga gespielt. Ziel war es daher, überhaupt erst mal in der 3. Liga anzukommen. Dass das bisher so gut klappt, hätte ich nicht gedacht.“ Er sei froh und dankbar für das Vertrauen von HG-Trainer Philipp Kessler. „Das will ich einfach zurückzahlen – in jeder Minute, die ich spiele“, betont der 1,89 Meter große Rückraumakteur. So lautet auch heute seine Devise, wenn die HG Saarlouis (8:6 Punkte) um 19.30 Uhr Spitzenreiter TSB Heilbronn-Horkheim (14:2) in der Stadtgartenhalle empfängt.

Für Hartz ist das Duell mit dem Tabellenführer kein Grund, seine unaufgeregte Haltung zu überdenken. „Die Umstellung auf die 3. Liga empfinde ich als gar nicht so groß. Ich bereite mich einfach genauso konzentriert auf die Spiele vor, wie ich das immer getan habe“, erläutert er: „Mir ist es wichtig, im Vorfeld die Ruhe zu finden. Ich gehe am Spieltag deshalb gerne nochmal laufen und arbeitete auch mit dem Ball, um da Sicherheit zu kriegen.“

Seinen sicheren Umgang mit dem Handball führt der Junior primär auf seinen Vater zurück – nicht nur wegen des Talents, das er von Jürgen geerbt hat: „Er war in der Jugend beim TV Niederwürzbach immer mein Trainer. Von ihm habe ich das Handball-Einmaleins erlernt. Papa ist neben Kessi der wichtigste Ansprechpartner“, sagt Hartz. Und naturgemäß einer der größten Kritiker: „Er gibt mir öfter Ratschläge. Manchmal kommt es auch zu heißen Diskussionen – wobei die Anregungen doch meist richtig sind.“

Der Papa, heute Trainer des Frauen-Oberligisten HSG DJK Marpingen-SC Alsweiler und dort auch von Tochter Michelle, hat im Handball viel erreicht. Zweimal deutscher Vizemeister und Vize-Pokalsieger, dazu Europapokal-Sieger 1995 – Jürgen Hartz hat die glorreichen Zeiten des TV Niederwürzbach mitgeprägt. Genau wie Rudi Hartz, Max’ 2016 verstorbener Großvater, der den Verein als langjähriger Manager von der Saarlandliga in die Bundesliga geführt hatte, bevor 1999 das finanzielle Aus kam.

Damals war Max erst zwei Jahre alt. Einige Handball-Größen, mit denen sein Vater zusammenspielte, kennt er aber persönlich: Weltmeister Christian Schwarzer etwa, als Jugendkoordinator des Handball-Verbands Saar ohnehin ein langjähriger Begleiter von Hartz. Momir Rnic, Olympiasieger mit Jugoslawien. Oder die Ex-TVN-Trainer Jörn-Uwe Lommel und Petre Ivanescu, der auch Bundestrainer war.

Diesen prominenten Namen möchte sich Max annähern. „Es ist natürlich mein großer Traum, dass es mit Handball tatsächlich klappt und ich mit meinem Hobby den Lebensunterhalt verdiene“, sagt er. Nach dem Abschluss seiner Ausbildung zum Industriekaufmann in Zweibrücken, die bis Mai 2019 andauert, möchte er sein Vorhaben forcieren. „Je nachdem, wie die Saison läuft, werde ich wohl zwei, drei Jahre voll auf die Karte Handball setzen“, kündigt er an. Seiner HG Saarlouis traut Hartz „einen Platz im oberen Tabellendrittel“ zu – bei einem Sieg heute Abend gegen Horkheim wäre der nicht mehr weit weg.