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U21-Nationaltrainer
Kuntz hat jetzt Olympia im Blick

Der Saarländer hat mit der U-21-Nationalmannschaft noch viel vor.
Der Saarländer hat mit der U-21-Nationalmannschaft noch viel vor. FOTO: Jan Woitas / dpa
Frankfurt. Der Neunkircher hat sechs Wochen nach dem EM-Triumph seinen Vertrag als Trainer der U21 bis 2020 verlängert.

Der Titelgewinner bleibt wie erwartet an Bord: Stefan Kuntz (54) hat seinen Vertrag als Trainer von U21-Europameister Deutschland bis 31. August 2020 verlängert. Der Ex-Nationalspieler aus Neunkirchen hatte den Verbands-Nachwuchs im Juni bei seinem ersten großen Turnier als DFB-Trainer zum EM-Triumph in Polen geführt. „Stefan Kuntz bringt viel Leidenschaft und eine hohe fachliche Kompetenz mit. Deshalb setzen wir auch bei der U21 auf Kontinuität und trauen ihm zu, auch weiterhin erfolgreich zu arbeiten und an die bisherigen Erfolge anzuknüpfen“, sagte DFB-Präsident Reinhard Grindel, der zudem die „hervorragende Abstimmung“ zwischen Bundestrainer Joachim Löw und Kuntz lobte.



„Es macht mich stolz, weiterhin als U21-Trainer tätig sein zu können“, meinte Kuntz zu der Vertragsunterzeichnung und fügte an: „Mit dem Gewinn des EM-Titels haben wir ein Ziel erreicht, das in mir große Lust geweckt hat, mit den besten deutschen Nachwuchsspielern und einem tollen Funktionsteam weiterzuarbeiten.“ Ziel sei es auch, so der frühere Torjäger, „weiterhin Spieler zu entwickeln, die es bis in die A-Nationalmannschaft schaffen können“. Auch die Teilnahme an den Olympischen Spielen in drei Jahren in Tokio ist ein Reiz.

Der Vertrag von Kuntz, der im Spätsommer 2016 die Nachfolge von Horst Hrubesch als U21-Trainer angetreten hatte, war ursprünglich nur bis kurz nach der EM gelaufen – von einer „Probezeit“ war die Rede. Sein Amtsantritt war von viel Skepsis begleitet worden, weil der frühere Bundesliga-Profi zuvor jahrelang nicht mehr als Trainer gearbeitet hatte. Die Meisterprüfung in Polen, wo die DFB-Elf das Finale gegen Spanien mit 1:0 gewann, überstand Kuntz dann mit Bravour. Auch der mittlerweile als DFB-Sportdirektor tätige Hrubesch lobte seinen Nachfolger in den höchsten Tönen. „Er hat bei der EM in Polen das Optimum aus der Mannschaft herausgeholt“, sagte Hrubesch, „obwohl etliche seiner Spieler bereits bei der A-Nationalmannschaft den Confed-Cup gespielt haben.“ Hrubesch hatte 2009 als U21-Trainer den bis dato einzigen EM-Titel geholt.

Am 5. September startet die Qualifikation zur U21-EM 2019 in Italien mit dem Heimspiel in Osnabrück gegen den Kosovo. Zuvor trifft die deutsche Mannschaft am 1. September in einem Länderspiel in Paderborn auf Ungarn. Kuntz, unter anderem beim 1. FC Kaiserslautern und VfL Bochum aktiv, hatte nach dem EM-Titel vor rund sechs Wochen „mit einer Flasche Rotwein und einer Zigarre an einem Stehtisch“ den Erfolg von Krakau gefeiert. Schon damals hatte der ehemalige Vorstandsvorsitzende des FCK angedeutet, gerne bis 2020 bleiben zu wollen, auch wenn eigentlich in Krakau der perfekte Zeitpunkt für einen Blitz-Rücktritt gekommen schien. „Jemand hat zu mir gesagt, man müsse normal auf dem Höhepunkt aufhören. Da kann ich mich jetzt nicht so mit anfreunden“, hatte Kuntz nach dem Finale geäußert.