Kircheisen stiehlt Frenzel die Show und die Medaille

Val di Fiemme. Björn Kircheisen ballte nach dem bronzenen Happy End im WM-Krimi der Nordischen Kombinierer jubelnd die Fäuste, wenige Meter neben ihm lag der entthronte Titelverteidiger Eric Frenzel ausgepumpt und enttäuscht im Schnee. Die Emotionen bei den DSV-Assen hätten nach der ersten Einzelentscheidung kaum unterschiedlicher sein können. "Ich freue mich riesig über die Medaille

Val di Fiemme. Björn Kircheisen ballte nach dem bronzenen Happy End im WM-Krimi der Nordischen Kombinierer jubelnd die Fäuste, wenige Meter neben ihm lag der entthronte Titelverteidiger Eric Frenzel ausgepumpt und enttäuscht im Schnee. Die Emotionen bei den DSV-Assen hätten nach der ersten Einzelentscheidung kaum unterschiedlicher sein können. "Ich freue mich riesig über die Medaille. Der vierte Platz wäre nach dieser Leistung übel gewesen", sagte Kircheisen freudestrahlend.In einem hochspannenden Finale musste der 29-Jährige aus Johanngeorgenstadt nach einem Sprung von der Normalschanze und dem Zehn-Kilometer-Langlauf Olympiasieger Jason Lamy Chappuis aus Frankreich um die Winzigkeit von 0,3 Sekunden Gold überlassen. Der Österreicher Mario Stecher lag nach Fotofinish um eine Zehntelsekunde vor Kircheisen. "Ich habe mich leicht vorne gesehen. Eigentlich wollte ich es auf der Zielabfahrt packen, aber der Schnee war zu stumpf", sagte Kircheisen.

Im packenden Schlussspurt distanzierte er seinen Teamkollegen Frenzel um 0,2 Sekunden. Entsprechend angefressen verließ der Weltmeister von 2011 das Skistadion in Tesero. "Ich habe viel investiert und bin sehr enttäuscht, dass es nicht gereicht hat. Ich kann mir aber keinen Vorwurf machen", sagte Frenzel. Als Kircheisen bei der Blumenzeremonie aufs Podium sprang, saß Frenzel mit hängendem Kopf bei der Dopingprobe.

Dafür applaudierte Bundestrainer Hermann Weinbuch dem Routinier, der seine zehnte WM-Medaille (acht Silber, zwei Bronze) gewann. "Vor zwei Jahren war ich in dieser Situation. Auf der Großschanze wird Eric sicher seine Medaille holen", tröstete Kircheisen seinen Teamkollegen. "Wir haben uns hier hervorragend präsentiert", befand Weinbuch. Am Sonntag wollen die Deutschen nun nach 26 Jahren endlich wieder Gold als Quartett holen. "Wir werden wieder angreifen", versprach Weinbuch, der 1987 beim letzten WM-Triumph im Team dabei war. dpa