Kaputte Bälle und neue Unterhosen

Saarbrücken. Das International Football Association Board (IFAB) ist das höchste Gremium, das Regeländerungen im Fußball beschließt. Während die hohen Herren, die zuletzt am 5

 Falsch: Arjen Robbens Unterhose ist grau, die Sporthose rot. Seine Fußballschuhe sind allerdings noch erlaubt. Foto: Andreas Gebert/dpa

Falsch: Arjen Robbens Unterhose ist grau, die Sporthose rot. Seine Fußballschuhe sind allerdings noch erlaubt. Foto: Andreas Gebert/dpa

Saarbrücken. Das International Football Association Board (IFAB) ist das höchste Gremium, das Regeländerungen im Fußball beschließt. Während die hohen Herren, die zuletzt am 5. März 2011 in Wales tagten, sich bislang noch nicht auf eine Einführung eines Videobeweises oder eines Chips im Ball einigen konnten, haben sie mittlerweile zumindest eine Einigung, was die Wahl der richtigen Unterhosen im beliebtesten Freizeitsport der Welt betrifft, erzielt.

Unterhose in Vereinsfarben

Sollte sich ein Fußballer bei kalter Witterung zum Tragen einer langen Unterhose entscheiden, so hat diese sich nach der Hauptfarbe der Trikothose zu richten. Ansonsten kann der Schiedsrichter dem Spieler die Teilnahme am Spiel verweigern. Gleiches gilt übrigens auch für alle anderen Arten von langen Beinkleidern, die unter der Trikothose getragen werden. "Diese Regelungen kommen von oben und wir müssen sie umsetzen", erklärt der Vorsitzende des Schiedsrichter-Ausschusses des Saarländischen Fußballverbandes, Heribert Ohlmann. So dürfen also auch auf saarländischen Sportplätzen Liebestöter nur noch getragen werden, wenn sie zum Trikot passen.

Überhaupt nicht mehr getragen werden, egal in welcher Farbe, dürfen Schals oder "Schlauchhauben", wie das IFAB die Kleidungsstücke offiziell nennt. Das Board begründet, dass die Spieler durch die Schals gewürgt werden könnten. Manchester Uniteds Trainer Alex Ferguson brauchte diesen Grund nicht. Er sagte: "Echte Männer tragen diese Dinger nicht."

Frohe Kunde gibt es für Elfmeter-Schützen, die gerne etwas fester gegen den Ball treten. Bringen sie die Kugel nämlich zum Platzen, wird der Strafstoß wiederholt. "Wird der Ball beschädigt oder platzt der Ball beim Strafstoß oder beim Elfmeterschießen, während er sich nach vorne bewegt, und dies geschieht, bevor ein Spieler oder die Querlatte oder ein Torpfosten diesen berührt, so wird dieser Strafstoß wiederholt", heißt es offiziell. Bislang gab es nach geplatzten Bällen beim Strafstoß Schiedsrichterball, beim Elfmeterschießen galt der Ball als verschossen.

Grätschen in der AH erlaubt

Wenn ein zweiter Ball aufs Spielfeld rollt, muss der Schiedsrichter das Spiel jetzt nicht mehr zwangsläufig unterbrechen. Nur, wenn der Ball das Spiel stört, ist das notwendig.

Neben diesen kuriosen Regeländerungen gibt es auch sinnvolle Ansätze. Beim Verbandstag des Saarländischen Fußballverbandes in Püttlingen Anfang Juni wurde beschlossen, das Grätschverbot bei den Alten Herren aufzuheben. Seit Beginn dieser Saison darf wieder gegrätscht werden. "Aus unserer Sicht ist das nicht unbedingt schlecht. Es gab Schwierigkeiten bei der Umsetzung und auch die Spieler konnten sich nicht so Recht mit dieser Regel anfreunden", so Ohlmann. Wer es mit dem Grätschen übertreibt, wird auch in Zukunft - egal, ob bei der AH, den Aktiven oder der Jugend - die Rote Karte sehen.

Bislang war es üblich, dass der Schiedsrichter danach den Spielerpass mitnahm und ihn an den Verband schickte. Dieses System gibt es jetzt nicht mehr. Stattdessen vermerkt der Unparteiische in seinem Spielbericht elektronisch den Platzverweis. Die Vereine werden danach zu einer Stellungnahme per E-Mail aufgefordert. "Dadurch erhoffen wir uns schnellere Bearbeitungszeiten", sagt Ohlmann.

Schneller sollen auch die Schiedsrichter den elektronischen Spielbericht erfassen. Von der Saarland- bis zur Landesliga soll dies - wenn die technischen Möglichkeiten bestehen - direkt nach Spielende im Vereinsheim erfolgen.