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Hallenmasters: Röchling Völklingen gewinnt Haco-Turnier in Wadern

Hallenmasters : Volles Risiko zahlt sich aus

Es war richtig was los am Wochenende im Hallenfußball. Bildstock marschiert schnurstracks Richtung Mastersfinale, auch Röchling Völklingen ist auf gutem Weg. Köllerbach entdeckt sein „Sieger-Gen“ wieder und Eppelborn riskiert alles – und gewinnt.

Turnier des FC Noswendel Wadern (76 Wertungspunkte):

Als das Finale zu kippen drohte, war Luka Dimitrijevic da: Im Endspiel des Haco-Turniers in Wadern, mit 76 Wertungspunkten das höchstdotierte Turnier der gesamten Masters-Qualifikations-Serie, hatte Titelverteidiger Röchling Völklingen gerade gegen den Futsal-Verein Players Sud Differdange nach einer 2:0-Führung den 2:2-Ausgleich kassiert. Dann fasste sich Dimitrijevic zwei Minuten vor Schluss ein Herz, zog wuchtig ab – und der Ball schlug zum 3:2 für den Oberligisten im Netz ein. Diese Führung ließ sich Röchling nicht mehr nehmen. Im Gegenteil: Kevin Saks und Sandro Kempf erhöhten noch auf 5:2 für Völklingen.

Entsprechend groß war der Jubel. „Dieses Turnier mit vielen starken Mannschaften ist wie ein kleines Masters aufgezogen. Hier zu gewinnen ist deshalb natürlich super“, erklärte Dimitrijevic strahlend. Dank der 38 Wertungspunkte, die die Hüttenstädter für den Erfolg erhielten, kletterte der Oberligist auf Rang drei der Masters-Qualifikationstabelle.

Im Halbfinale hatten die Luxemburger aus Differdange den zuvor stark aufspielenden Saarlandligisten VfL Primstal mit 2:1 geschlagen. Primstal sicherte sich danach durch ein 3:0 gegen die Überraschungsmannschaft SG Wadrill Sitzerath Rang drei. „Da wir dieses Mal keine großen Masters-Ambitionen haben, können wir mit dem dritten Platz ganz gut leben“, meinte Primstals Kapitän Marc Pesch.

Landesliga-Spitzenreiter Wadrill-Sitzerath hatte im Viertelfinale mit einem 3:1-Erfolg gegen Regionalligist SV Elversberg für eine faustdicke Überraschung gesorgt. Im Halbfinale zog die SG dann aber gegen Völklingen mit 1:4 den Kürzeren. Neben Wadrill-Sitzerath standen mit dem SV Weiskirchen Konfeld, dem SV Losheim und dem SV Mettlach drei weitere „Lokalmatadoren“ in der Runde der letzten Acht. Landesligist Weiskirchen Konfeld unterlag dort Differdange mit 1:3. Saarlandligist Mettlach verlor gegen Völklingen mit 2:8. Im Siebenmeterschießen musste sich Verbandsligist Losheim gegen Primstal geschlagen geben (2:3). Die Gastgeber vom FC Noswendel Wadern (Verbandsliga) scheiterten in der Zwischenrunde. Freuen konnte sich der FC aber über ein volles Haus an allen drei Turniertagen. 1820 Besucher kamen.

Turnier des SC Brebach (67 Wertungspunkte):

Julian Kriesch vom SV Hellas Bildstock täuscht einen Schuss mit dem rechten Fuß an, lässt so seinen Gegenspieler ins Leere laufen und schließt dann gekonnt mit der linken Klebe ins rechte, untere Toreck ab. Es war der 2:2-Ausgleich im Finale des Schröder-Fleischwaren-Cups des SC Brebach am vergangenen Samstag. Die Gastgeber aus Brebach, die überwiegend mit fliegendem Torhüter agierten, gingen im Endspiel durch Tore von Kenneth Asante und Sascha Arand zweimal in Führung. Allerdings konnte Kriesch jeweils ausgleichen. Die Turnierleitung entschied sich dazu, sofort ein Siebenmeterschießen zur Entscheidung anzusetzen. Dann ging es ganz schnell. Artur Schneider schoss gleich den ersten Siebenmeter für die Brebacher über das Tor, alle anderen Schützen trafen – und somit durfte Bildstock bereits den dritten Turniersieg in Folge in diesem Winter feiern. Zudem verteidigte der SV den Titel in Brebach aus dem Vorjahr. „Die Jungs machen das einfach super. Wir wollen in jedem Fall zum Masters. Letztes Jahr haben uns am Ende zwei Punkte gefehlt“, sagte Hellas-Trainer Michael Alff nach dem Sieg. Mit 104,5 Punkten führen die Bildstocker die Masterstabelle derzeit klar an – die Teilnahme beim Endturnier ist schon so gut wie gesichert. Das gilt nicht für den SC Brebach. Die Elf von Trainer Martin Peter liegt mit 29,75 Punkten derzeit nur auf Platz elf. „Das direkte Siebenmeterschießen war nicht gut für uns. Ich hätte lieber eine Verlängerung gehabt. Es wird sehr schwer, noch zum Masters zu kommen“, so Peter.

Im Spiel um Platz drei gewann der SV Auersmacher mit 6:4 gegen den Lokalrivalen FC Kleinblittersdorf. Etwa 800 Zuschauer kamen an den drei Turniertagen in die Brebacher Sporthalle und sahen 335 Tore.

Turnier des 1. FC Nalbach (48 Wertungspunkte)

Titelverteidiger SF Köllerbach (Saarlandliga) hat sich am Samstagabend den Sieg beim Autohaus-Zeller-Cup des 1. FC Nalbach gesichert. Die Sportfreunde setzten sich im Endspiel dank eines Doppelpacks von Sascha Fess sowie eines Tors von Jan Issa trotz anfänglichem Rückstand mit 3:1 gegen Oberligist FV Diefflen durch. Chris Haase hatte den FV in Führung gebracht.

„Die Jungs haben das wirklich super gemacht. Sie haben kühlen Kopf bewahrt, obwohl 80 Prozent der Zuschauer für Diefflen waren“, freute sich der Trainer der Sportfreunde, Dogan Coskun. Durch den zweiten Turniererfolg in diesem Winter (Köllerbach gewann schon den Cup des SV Gersweiler) kletterten die SF auf Rang vier der Masters-Wertung. Nachdem die Feldrunde für den amtierenden Vizemeister mit Platz neun bislang eher mäßig lief, ist für Coskun, der das Amt im November nach der Trennung von Spielertrainer Florian Bohr übernahm, die Hallenrunde besonders wichtig. „Wir wollen dort unser Sieger-Gen wieder wecken“, erklärt der Übungsleiter.

Dieses „Sieger-Gen“ scheint dem FV Diefflen dagegen aktuell abhandengekommen zu sein. Der Oberligist verlor in der Litermonthalle zum zweiten Mal in Folge ein Finale. An gleicher Stätte hatte es am 15. Dezember eine Endspiel-Niederlage gegen den SV Mettlach beim Turnier der SG Körprich-Bilsdorf gegeben. „Wir sind schon enttäuscht, zumal das Finale gegen Köllerbach auf Messers Schneide stand. Wir konnten leider einige gute Möglichkeiten nicht nutzen“, erklärte Co-Spielertrainer Fabian Poß. „Jetzt wird es in Sachen Masters natürlich ziemlich eng.“ Diefflen liegt aktuell nur auf Platz neun der Qualifikationstabelle.

Rang drei in Nalbach schnappte sich Saarlandligist VfB Dillingen, der in diesem Winter keine Masters-Ambitionen hat (wir berichteten). Die Hüttenstädter besiegten im „kleinen Finale“ die Überraschungsmannschaft SV Fraulautern (Bezirksliga) mit 4:2. Der Veranstalter freute sich über ein deutliches Zuschauer­plus: Exakt 1050 Besucher kamen, 200 mehr als beim Turnier 2018.

Turnier des FV Lebach (47 Wertungspunkte):

Die Entscheidung fiel 20 Sekunden vor Schluss: Beim 1. Autohaus-Reitenbach-Cup des FV Lebach (47 Wertungspunkte) stand es am Freitag im Endspiel zwischen dem Saarlandligisten FV Eppelborn und Titelverteidiger Hertha Wiesbach (Oberliga) 2:2. Dann setzte Eppelborns Spielertrainer Sebastian Kleer zu einem Solo an. Vor dem Tor legte der Routinier für Maurice Schwenk quer – und der schob die Kugel zum 3:2-Siegtreffer über die Linie. Danach war der Jubel groß: Die Spieler sprangen in die Luft, die mitgereisten Anhänger sangen lautstark „Derbysiege sind schön.“ Bester Laune war auch Kleer: „Zu jedem Turnier kommen jetzt mehr Fans von uns. Es ist eine Halleneuphorie da, weil Eppelborn ja doch eine Masters-Tradition hat, aber in den letzten Jahren länger nicht mehr dabei war. Ich denke nach dem Sieg heute schaffen wir jetzt die Qualifikation.“ Mit 91,5 Punkten übernahm Eppelborn für 24 Stunden die Führung der Masters-Wertung, wurde dann aber wieder von Hellas Bildstock an der Spitze abgelöst.

Vor dem Siegtreffer von Schwenk hatte Albert Becker den FV im Endspiel in Führung gebracht. Kilian Staroscik und Giovanni Runco drehten dann zunächst die Partie zugunsten von Wiesbach. Fünf Minuten vor Schluss ging Eppelborn hohes Risiko und brachte mit Max Rupp einen fliegenden Torwart ins Spiel. Rupp erzielte wenig später den 2:2-Ausgleich.

Die Köllerbacher Jerry Laloe (links) und Sascha Fess (rechts) bejubeln den Siegtreffer beim Turnier in Nalbach. Foto: Rolf Ruppenthal Foto: Ruppenthal
Titelverteidiger SV Hellas Bildstock feierte in Brebach mit seinen Fans den dritten Turniersieg in diesem Winter . Foto: Heiko Lehmann

Rang drei in Lebach ging an den FSV Jägersburg II (Verbandsliga), der im „kleinen Finale“ den Landesligisten SG Schiffweiler-Landsweiler/Reden mit 7:5 bezwang. Gastgeber Lebach-Landsweiler (Verbandsliga) scheiterte überraschend in der Vorrunde. „Ich war darüber nicht nur enttäuscht, sondern sauer“, ärgerte sich der SG-Vorsitzende Thomas Kuhn. Zufrieden war er dagegen mit der Zuschauerresonanz: 700 Besucher sahen die Begegnungen.