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Die Rote Laterne will die TG Saar schnell wieder loswerden

Nach verpatztem Saisonstart : Die Rote Laterne will die TG Saar schnell wieder loswerden

Der Kunstturn-Bundesligist trifft im ersten Saison-Heimkampf an diesem Samstag auf den TV Wetzgau um Nationalturner Andreas Toba.

In der laufenden Woche war bei der TG Saar Wunden lecken angesagt. Die so überraschende wie deutliche Niederlage beim SC Cottbus zum Saisonauftakt am vergangenen Wochenende hatte beim Kunstturn-Bundesligisten Spuren hinterlassen. Zum ersten Heimkampf kommt an diesem Samstag der deutsche Vizemeister TV Wetzgau nach Dillingen. Die Gäste um den frisch gebackenen Vize-Europameister am Reck, Andreas Toba, hatten ihren Heimauftakt gegen den StTV Singen souverän mit 45:20 gewonnen. Der Wettkampf in der Kreissporthalle beginnt um 18 Uhr, Einlass ist ab 17 Uhr.

„Die Mannschaft war nach der Niederlage sehr betroffen und wird am Samstag auf jeden Fall eine Reaktion zeigen“, sagt der Vorsitzende der TG Saar, Thorsten Michels, und stellt unmissverständlich klar: „Das ist auch notwendig. Wir sind schon jetzt unter Zugzwang und wollen den Fehlstart wettmachen.“

Große Hoffnungen liegen auf der Rückkehr von Luca Ehrmanntraut. Der Boden- und Sprung-Spezialist fehlte in Cottbus wegen eines grippalen Infekts. Auch Nicklas Sprengart nach überstandener Corona-Infektion und Talent Maxim Kovalenko nach überstandener Fußverletzung werden wieder mit von der Partie sein, und Neuzugang Gabriel Eichorn wird seinen Einstand im TG-Trikot feiern. „Wir werden schon mit einer anderen Mannschaft auflaufen, was mehr Leistungspotenzial und an den Geräten mehr Spielraum mit sich bringt“, sagt Michels.

Die Analyse der Auftaktniederlage ist abgeschlossen, neben der starken Leistung der Cottbuser waren vor allem die vielen individuellen Fehler der Saarländer entscheidend. „Wir haben aufgrund der Wertungsänderungen, die im letzten Jahr erfolgt sind, auch neue Elemente ausprobiert“, erklärt Michels und ergänzt: „Möglicherweise werden wir das eine oder andere umstellen.“

Die Analyse des ersten Wetzgauer Kampfes ergab laut Michels, dass sich beide Kontrahenten „auf Augenhöhe“ bewegten. Wetzgau habe zwar gut geturnt, aber ebenfalls nicht fehlerlos und durch das Fehlen von Felix Pohl und Thore Beissel auch nicht in Bestbesetzung. Außerdem hat sich der Verein vor dem Saisonstart dazu entschieden, den russischen Olympiasieger Artur Dalaloyan wegen des Angriffskrieges Russlands gegen die Ukraine vorerst nicht einzusetzen. Dalaloyan ist wie sein Nationalmannschafts-Kollege Nikita Nagornyy, mit dem die TG Saar bereits Anfang April die Zusammenarbeit beendete, russischer Sportsoldat.

„Die Wetzgauer haben noch Luft nach oben. Sie werden gegen uns stärker auftreten als gegen Singen“, ist Michels sicher. Die von Eugen Spiridonov trainierte TG Saar sieht ihre Vorteile vor allem im ersten Teil, also am Boden, am Pauschenpferd, an den Ringen und auch am Sprung. Am Barren und vor allem am Reck liegen hingegen die großen Stärken der Gäste. „Bis dahin wollen wir uns eine Führung erturnt haben. Um zu gewinnen, müssen wir die Fehler auf Null minimieren. Sollte das nicht gelingen, wollen wir dieses Mal auf jeden Fall Gerätepunkte mitnehmen“, betont Michels. In Cottbus war der TG dies nicht gelungen, weshalb sie nach dem ersten von insgesamt sieben Wettkampftagen auf dem letzten Tabellenplatz steht.

„Die Rote Laterne gefällt uns gar nicht, die wollen wir schnell wieder loswerden“, stellt Thorsten Michels klar und würde sich dabei über möglichst zahlreiche und lautstarke Unterstützung von den Zuschauerrängen freuen. Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie gelten in der Halle in Dillingen keine Einschränkungen, lediglich um das Tragen eines Mund-Nasen-Bedeckung wird von Vereinsseite gebeten. Nach Wetzgau geht‘s zur KTV Straubenhardt, dann kommt Siegerland an Pfingsten nach Dillingen, bevor die Wettkampfpause bis November folgt.