Der Weg zum Titel führt wohl nur über einen Sieg in Kassel

Der Weg zum Titel führt wohl nur über einen Sieg in Kassel

Saarlouis. Es gibt solche Pflichtsiege und solche Pflichtsiege. Pflichtsiege wie das 33:25 gegen Pohlheim am vergangenen Wochenende, die der Erwartung an die Stärke des eigenen Kaders geschuldet sind - Qualität verpflichtet eben. Und dann gibt es solche, bei denen sich die Notwendigkeit aus der Tabellensituation heraus ergibt

Saarlouis. Es gibt solche Pflichtsiege und solche Pflichtsiege. Pflichtsiege wie das 33:25 gegen Pohlheim am vergangenen Wochenende, die der Erwartung an die Stärke des eigenen Kaders geschuldet sind - Qualität verpflichtet eben. Und dann gibt es solche, bei denen sich die Notwendigkeit aus der Tabellensituation heraus ergibt. Denn aller Unruhe im Umfeld zum Trotz heißt das Ziel des Handball-Regionalligisten HG Saarlouis immer noch Aufstieg.

Der Weg dorthin führt nur über einen Sieg morgen Abend bei der SVH Kassel (19.30 Uhr). Der Tabellenvierte hat ein Team gespickt mit ehemaligen Bundesliga- und Zweitliga-Spielern - und hat vor zwei Wochen den Tabellenführer HSG Gensungen/Felsberg mit 32:23 abgefertigt. Der Saarlouiser Spielertrainer Daniel Altmeyer gibt sich entsprechend angriffslustig: "Wir fahren dort hin, um die Punkte zu holen."

Etwas anderes bleibt der HG Saarlouis auch kaum übrig, denn bei einer Niederlage wäre die Ausgangsposition im Spitzenspiel in Gensungen genau zwei Wochen später denkbar schlecht. Die arg vom Verletzungspech gebeutelten Gensungener sind derzeit Erster mit 36:6 Punkten - vor Saarlouis (36:8), Hochdorf (33:9) und Kassel (31:11), das gegen Saarlouis unbedingt gewinnen muss, will es selbst noch eine Chance auf den Titel haben.

Dass in dieser Situation das Chaos um die fristlose Entlassung von Trainer Christoph Barthel entstand, hätte natürlich kaum ungelegener kommen können. "Auch deshalb haben wir uns für das Duo Daniel Altmeyer und Danijel Grgic entschieden, da sie die Liga aus dem Effeff kennen. Mit einem neuen Trainer wäre das nicht machbar gewesen", erläutert Teammanager Richard Jungmann noch einmal die Entscheidung für die Spielertrainer.

Dabei gilt es für Grgic jetzt auch, das Geschehene aus den Köpfen zu bekommen: "Wir können sowieso keinen Einfluss darauf nehmen. Vor allem sind wir aber froh, dass die Querelen der vergangenen Wochen vorerst zu Ende sind und die Mannschaft am Wochenende eine sehr gute Leistung abgeliefert hat."

Dass eine Niederlage schon fast alle Titelträume begraben würde, daran verschwendet kaum jemand einen Gedanken, auch Jungmann nicht: "Das ist doch vor Spielen immer so, dass man da mit Optimismus herangeht." Denn auch um das angespannte Umfeld zu beruhigen, ist ein Sieg gegen Kassel eigentlich Pflicht.

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