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Frauenfußball
Das Projekt soll trotz der Absage weitergehen

Die SV Elversberg und der SV Göttelborn werden trotz des jüngsten Verbands-Votums ihr Gemeinschafts-Projekt im Frauenfußball – mit Champions-League-Siegerin Selina Wagner (rechts, hier mit den Neuzugängen Celine Wagner, links, und Aliya Diagne) als Aushängeschild – fortführen.
Die SV Elversberg und der SV Göttelborn werden trotz des jüngsten Verbands-Votums ihr Gemeinschafts-Projekt im Frauenfußball – mit Champions-League-Siegerin Selina Wagner (rechts, hier mit den Neuzugängen Celine Wagner, links, und Aliya Diagne) als Aushängeschild – fortführen. FOTO: Andreas Schlichter
Saarbrücken. Saarländischer Fußball-Verband lehnt die Übernahme der Frauenabteilung des SV Göttelborn durch die SV Elversberg ab.

Sechs Mal in den vergangenen 20 Jahren durften saarländische Fußballvereine mit Zustimmung des Saarländischen Fußball-Verbandes (SFV) Frauenfußball-Abteilungen von anderen Vereinen übernehmen und gleichzeitig das Spielrecht in der Liga übernehmen. In den Statuten des Deutschen Fußball-Bundes sind diese Übernahmen im Frauenfußball ausdrücklich erlaubt. Am Montagabend entschied sich der SFV im siebten Fall erstmals gegen eine Übernahme mit Spielrecht und erteilte die Übernahme der Frauenabteilung des SV Göttelborn durch die SV Elversberg eine Absage.


Für die SVE soll der Frauenfußball ein strategisches Element der Vereinsentwicklung sein. In wenigen Jahre möchte man in die Frauenbundesliga. Die Verpflichtung der zweifachen Champions-League-Siegerin Selina Wagner als Spielerin und stellvertretende Abteilungsleiterin wurde von der SVE ebenso offensiv vorgestellt wie weitere Toptalente als Neuzugänge. Die erste Mannschaft sollte unter dem Dach der SVE in der kommenden Saison in der höchsten saarländischen Liga, der Verbandsliga, starten, eine zweite Mannschaft in der Bezirksliga. Trainings- und Spielort der SV Elversberg Frauenfußball soll der Kunstrasen in Göttelborn sein.

Doch der Verbands-Vorstand entschied sich am Montag mit 9:1 Stimmen gegen das Projekt. In einer Pressemitteilung erklärt der SFV die Ablehnung vor allem mit dem Fall aus dem Frühjahr des vergangenen Jahres, als der Verband im Herrenbereich die Übernahme des Saarlandliga-Spielrechtes der DJK Bildstock durch den 1. FC Saarbrücken abgelehnt hatte. Damals war der SFV einem Gutachten eines neutralen Sportrechtlers aus Düsseldorf gefolgt, der zum Schluss gekommen war, dass ein Spielrecht nach den SFV-Statuten nicht übertragbar sei.



Die Entscheidung des SFV ist wohl im Sinne der meisten Verbands- und Bezirksligisten, die signalisiert hatten, dass sie kommende Saison gegen die neue SV Elversberg wegen Chancenlosigkeit nicht antreten wollen. Die SV Elversberg und der SV Göttelborn teilten als Reaktion auf die Entscheidung des Verbandsvorstandes mit, dass sie an ihrer Kooperation und ihrem gemeinsamen Vorhaben festhalten und dem Verbandstag im Mai ihren Antrag zur Übernahme ebenfalls vorlegen möchten. „Soweit der Verbandstag die Auffassung des SFV-Vorstands teilt und die Regelung im Frauenfußball nur für Fälle in der Vergangenheit gilt, akzeptieren der SV Göttelborn und die SV Elversberg einen solchen Beschluss selbstverständlich“, heißt es im Schreiben der SVE und der Göttelborner, „beide Vereine wollen natürlich eine Umsetzung in Einklang mit den geltenden Bestimmungen. Eine Sonderbehandlung soll im Verbandsgebiet niemandem zuteil werden.“ Sollte auch der Verbandstag ein negatives Votum abgeben, werde die Kooperation der beiden Vereine ab der kommenden Saison unter dem Namen SV Göttelborn stattfinden.