So wird aus einem winzigen Garten ein kleines Paradies

Tipps und Tricks : Grünes Paradies auf kleinstem Raum

Auch im kleinsten Garten lässt sich mit guter Planung und ein paar optischen Tricks eine Ruheoase erschaffen.

Neuangelegte Gärten sind heute oft nicht mehr so groß wie früher. „Ob im bereits bestehenden Garten, am Gartenzaun oder an der Hauswand, Leben kann auf kleinster Fläche entstehen“, erklärt die Buchautorin Rebekka Maag aus Lechbruck am See. Gerade mit optischen Tricks lässt sich viel machen.

„Damit der Garten größer wirkt, ist es wichtig, verschiedene Räume zu bilden“, erklärt die Garten- und Landschaftsarchitektin Tanja Minardo aus Steinhagen. „Statt einfach nur die Grundstücksgrenze entlang zu bepflanzen, kann man zum Beispiel unterschiedlich große und farbige Stauden in Gruppen anordnen, so dass sie ihre perspektivische Wirkung entfalten. So vermitteln Anordnungen von blauen Pflanzen im Hintergrund und Orange im Vordergrund eine besondere Tiefe.“ Durch solche perspektivischen Kniffe, aber auch durch Spiegelungen oder Höhenstaffelungen lassen sich optische Effekte erzielen. „Legt man den Rasen nicht quadratisch oder rechteckig, sondern diagonal an, wirkt die Fläche größer“, erklärt Minardo. „Es kann auch gut aussehen, eine kleine Hecke einfach quer in den Garten zu stellen. Dann muss man immer drum herum gehen und entdeckt neue Perspektiven.“

Oft werden Bereiche hinter dem Haus stiefmütterlich behandelt, da sie nicht vom Grundstückseingang einsehbar sind. Das ist verschenkter Platz. Hier lässt sich eine zusätzliche kleine Sitzecke aufstellen, rät Minardo.

Der Blick muss auch nicht am eigenen Gartenzaun enden. „Wer die Chancen der geborgten Landschaft nutzt, erweitert seinen Horizont“, sagt Mechtild Ahlers von der Niedersächsischen Gartenakademie. „Die Aussicht auf die Umgebung, die Landschaft und die Gärten der Nachbarn vergrößert das eigene Grundstück optisch. Also bitte die Grundstücksgrenzen nicht nur mit hohen Hecken zuwachsen lassen.“

Wo wenig Platz ist, besteht die Gefahr, den Garten zu überladen. Bei der Auswahl der Pflanzen sollte man daher beachten, dass sie später nicht allzu groß werden. Der Zusatzbegriff „Nana“ im Sortennamen kann zum Beispiel auf kleinwüchsige und kompakte Pflanzen hindeuten.

„Bei den Stauden sollte man lieber weniger Farben und Arten einsetzen, dafür aber Sorten, die gut zusammenpassen und kompakte Dauerblüher sind“, rät Ahlers. Zum Beispiel trifft das auf das Geranium der Sorte ‚Rozanne‘, Blütensalbei, Duftnessel, Katzenminze und Sonnenhut zu.

Ganz wichtig im kleinen Garten ist nach Ansicht der Expertin eine bodendeckende Bepflanzung. „Sind viele offene Bodenflächen zu sehen, wirkt der Garten nicht mehr so natürlich“, erläutert Ahlers. Vielmehr stelle sich eine „überpflegte“ Wirkung ein. Ein kleiner Garten braucht nicht unbedingt klassische Beete. Autorin Maag rät zu Beeten in Kisten und Kästen, die platzsparend sind. Eine Alternative ist das vertikale Gärtnern in die Höhe - „das kann man sogar auf Terrassen oder Balkonen machen.“

Maags besonderer Tipp aus dem eigenen Garten: Den Wuchs von Obstbäumen so zu leiten, dass diese in einem Tunnel zusammenwachsen. Maags Tunnel ist 4,60 Meter lang und beherbergt sechs Obstbäume, deren Früchte nacheinander reif werden. Auch Rosen ranken sich daran entlang. „Das ist praktisch und dekorativ zugleich.“

Es ist reizvoll, Gemüse, Kräuter und Blumen eng benachbart zu pflanzen. „Denn viele Gemüse haben auch tolle Blüten, zum Beispiel Rhabarber und Kohl. Und die Kräuter ziehen besonders viele Insekten an, die für alle Pflanzen nützlich sind“, erklärt Maag.

Damit der Garten zu allen Jahreszeiten bunt und attraktiv ist, sollte man Gehölze mit unterschiedlichen Blühzeiten auswählen und als Solitäre nutzen - also einzeln stehend und gut sichtbar, rät Ahlers. „Die Zaubernuss blüht schon im Februar, der Duftschneeball zu Ostern, der Zierapfel im Mai, dann folgen Sommerflieder, Hortensie und Ilex“, zählt die Expertin Optionen auf. „Buchsbaum und Eiben verleihen dem Garten dann als immergrüne Kugeln im Winter sattgrüne Strukturen.“

Eine Terrasse und gepflasterte Wege nehmen dem Garten Platz weg, der der Natur vorbehalten sein sollte. Stattdessen sollte man auf Pfaden Rindenmulch oder Splitt nutzen, was natürlicher und leichter wirkt. „Überdachte Sitzplätze überfrachten kleine Gärten schnell“, findet Ahlers. Ein flexibles Sonnensegel dagegen fügt sich harmonisch in die Gartengestaltung ein - und als natürlicher Sonnenschutz eignen sich Schirmplatanen, die ein flaches Blätterdach aufweisen.

(dpa)
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