Zwei Männer, ein Name: Carl Röchling

Völklingen. Carl Röchling, ein Name, zwei Lebenswege - unter diesem Motto stand am Donnerstagabend der erste Vortrag einer Reihe des Völklinger Kunsthistorikers Hendrik Kersten (Foto: ba) im Auftrag der Volkshochschule Völklingen."Die Stadt - die Hütte - die Röchlings" stellt im Verlauf die einzelnen Familienmitglieder sowie deren Wirken in Hütte und Stadt vor

Völklingen. Carl Röchling, ein Name, zwei Lebenswege - unter diesem Motto stand am Donnerstagabend der erste Vortrag einer Reihe des Völklinger Kunsthistorikers Hendrik Kersten (Foto: ba) im Auftrag der Volkshochschule Völklingen."Die Stadt - die Hütte - die Röchlings" stellt im Verlauf die einzelnen Familienmitglieder sowie deren Wirken in Hütte und Stadt vor. Im Festsaal des Alten Rathauses klärte Kersten die Besucher über die Geschichte von zwei Persönlichkeiten auf, wie sie unterschiedlicher nicht hätten sein können.

Der Hüttengründer

Ziel dieses Vortrages war es, den Menschen aus Völklingen mehr über die Ursprünge ihrer Stadt und Umgebung näher zu bringen.

Zuerst schilderte Kersten den Unternehmer Carl Röchling (1821 bis 1910), der 1882 die Röchling'schen Eisen- und Stahlwerke gründete. Als knallharter Geschäftsmann war er ein erklärter Intimfeind der Neunkircher Stumm-Dynastie. "Röchling war sicherlich kein einfacher Mensch, aber er und seine Familie haben viel zur Entwicklung von Völklingen beigetragen", erklärte Kersten den aufmerksam lauschenden Zuhörern. Völklingen wäre ohne die Familie Röchling heute nicht das, was es ist, so Kersten weiter.

In einem Beamervortrag zeigte er neben zentralen Lebensdaten auch viele Fotografien, die von den Besuchern interessiert betrachtet wurden. "Carl Röchling ist weniger bekannt als die anderen Mitglieder seiner Familie. Mit Hilfe der Bilder gelingt es daher besser, sich eine Vorstellung von dem Mann zu machen", erklärte der Kunsthistoriker dieses Vorgehen.

Carl Röchlings Namensvetter gehört ebenfalls zu den heute weniger bekannten Mitgliedern der Röchling-Familie. Außer dem Namen und einem geringen Verwandtschaftsgrad haben die beiden Carl Röchlings aber nicht viel gemeinsam, wie Hendrik Kersten erklärte: "Wenn die beiden sich gekannt hätten, so hätten sie sich nicht gemocht. Ihre Charaktere waren viel zu unterschiedlich."

Der Schlachtenmaler

Jener Carl Röchling (1855 bis 1922) war nämlich nur ein entfernter Verwandter des Unternehmers, stammte aus Saarbrücken und war ein bekannter deutscher Maler und Illustrator.

Als Zeitzeuge der Schlacht von Spichern zählten vor allem Kriegserlebnisse zu seinen bevorzugten Motiven. Mit Eisen und Stahl hatte er dagegen nichts am Hut.

Ein besserer Ort als der Festsaal des Alten Rathauses konnte für diesen Vortrag nicht gewählt werden. Denn hier vereinen sich sozusagen die Geister der Carl Röchlings. Der eine schwebt in Form eines Wappens an der linken Wand, das Kunstwerk "Die Schlacht auf den Spicherer Höhen" des anderen hängt an der rechten Wand. So haben die beiden unterschiedlichen Charaktere am Ende doch noch irgendwie zusammengefunden.

Auf einen Blick

Am Freitag, 16. Oktober, bietet die Volkshochschule einen Stadtrundgang zum Thema "Auf den Spuren der Familie Röchling" mit Hendrik Kersten an. Treffpunkt ist um 16 Uhr am Alten Rathaus. Das Entgelt beträgt fünf Euro.

Um Voranmeldung im VHS-Büro wird gebeten, Tel. (06898) 13 25 97, Fax (06898) 13 25 88 oder online im Internet unter vhs.voelklingen.de.