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Bienen
Kinder lernen das Bienen-Einmaleins

Kreisimker-Chef Karl-Heinz Seegmüller (links) zeigt den Kindern der Freiwilligen Ganztagsschule Nonnweiler eine Honigschleuder.
Kreisimker-Chef Karl-Heinz Seegmüller (links) zeigt den Kindern der Freiwilligen Ganztagsschule Nonnweiler eine Honigschleuder. FOTO: Frank Faber
Nonnweiler. Ein von der Kreissparkasse initiiertes Umweltprojekt ermöglicht an zwölf Grundschulen im Kreis Bienen-AGs. Von Frank Faber

Bienenzucht ist kein Honigschlecken. In zwölf Grundschulen im Kreis stehen demnächst Bienen-AGs auf den Stundenplänen. Imkerpaten werden ausschwärmen und mit den Kindern ein nachhaltiges Projekt auf die Beine stellen, damit sie die Zusammenhänge zwischen Mensch und Natur besser verstehen. Gemeinsam mit dem Bildungsnetzwerk St. Wendeler Land, dem Verband der Imker im Kreis St. Wendel hat die Kreissparkasse ein Umweltprojekt für Grundschulen entwickelt. „Damit bringen wir Imker und Pädagogen zusammen und setzen uns dafür ein, die Natur neu zu entdecken und mit und von den Bienen zu lernen“, erklärt der Kreissparkasse-Vorstandsvorsitzende Klaus-Dieter Schmitt beim Projektstart am Bienenlehrstand in Nonnweiler.


In der Grundschule Bliesen werden demnächst die Imkerpaten Hermann Schön und Heribert Horras mit Schutzanzügen und Begleitmaterial für die Bienen-AG auftauchen. „Wir haben dann auch ein Bienenvolk dabei, das nur für die Schüler bestimmt ist“, kündigt Imker Schön an. Nach der Theorie wird Honig geschleudert, das Insektenhotel in der Friedhofstraße besucht und im Spätsommer beispielsweise die Lebensweise der Hornissen und Wespen vorgestellt. „Mit allen Grundschulen im Kreis gab es so ein Projekt bislang noch nicht“, freut sich der Vorsitzende des Kreis-Imkerverbandes, Karl-Heinz Seegmüller aus Nonnweiler. Im Anschluss an die Honigernte, so Seegmüller weiter, werde den Jungimkern eine Urkunde ausgestellt und über das Schulkonzept mit Schautafeln am 30. September beim Saarländischen Imkertag auf dem Wendelinushof in St. Wendel informiert.

Möglich gemacht haben die summenden Schulstunden die Kunden der Kreissparkasse. Mit der jährlichen Ausgabe des Fotokalenders wird um eine freiwillige Spende gebeten, womit im Landkreis etwas Gutes bewirkt kann. „Als wir uns Gedanken darum gemacht haben, welche Maßnahme wir mit den Spendeneinnahmen in diesem Jahr unterstützen könnten, war das Ziel klar: Das Projekt sollte einen Beitrag leisten, unsere im Kalender dargestellte, wunderschöne Umwelt für künftige Generationen zu erhalten“, so Schmitt. Die Biene sei dabei von großer Bedeutung, weil erst durch ihre Bestäubungsarbeit die weltweit vorhandene Pflanzenvielfalt möglich werde. „Rund 85 Prozent aller Nutzpflanzen sind Schätzungen zufolge von der Bestäubung durch die Bienen abhängig. Vor diesem Hintergrund ist das Bienensterben der letzten Jahre nicht zuletzt ein Anlass zu großer Sorge“, verdeutlicht Schmitt Handlungsbedarf. Denn verschwinde die Honigbiene von der Bildfläche, seien die Folgen für Mensch und Natur gravierend. Je tiefer man in die Bienenthematik einsteigen würde, ergänzt er weiter, desto klarer sei geworden: „Dieses Projekt darf nicht nur ein einmaliges Strohfeuer bleiben, sondern muss fortgeführt werden“. Aus diesem Grund habe die Kreissparkasse dem Vorstand der Wendelinus Stiftung das Vorhaben vorgestellt. „Der Vorstand der Stiftung hat sich bereit erklärt das Projekt als eine dauerhafte Kampagne zu übernehmen“, freut sich Schmitt. Zur Finanzierung eines Großteils der Kosten hat sein Haus die Kundenspenden mehr als verdoppelt und der Wendelinus Stiftung einen Scheck über insgesamt 5000 Euro überreicht.

An den Grundschulen im Kreis startet demnächst ein Umweltprojekt, bei dem sich alles um die Biene dreht.
An den Grundschulen im Kreis startet demnächst ein Umweltprojekt, bei dem sich alles um die Biene dreht. FOTO: Frank Faber