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„Ich komme nicht, um Achter zu werden“

Joachim Brehmer, neuer Trainer bei Verbandsligist SV Karlsbrunn, kündigt Veränderungen in der Mannschaft an. Foto: Holzhauser
Joachim Brehmer, neuer Trainer bei Verbandsligist SV Karlsbrunn, kündigt Veränderungen in der Mannschaft an. Foto: Holzhauser FOTO: Holzhauser
Karlsbrunn. Die primäre Zielvorgabe ist klar: Joachim Brehmer soll als neuer Trainer den Fußball-Verbandsligisten SV Karlsbrunn aus der Abstiegszone führen. Doch über diese Saison hinaus plant Brehmer bereits Größeres. Von SZ-MitarbeiterFredy Dittgen

Joachim "Joe" Brehmer hat bereits seine ersten Schritte gemacht. Er hat Anfang Februar beim Fußball-Verbandsligisten SV Karlsbrunn die Nachfolge von Trainer Martin Fiannaca angetreten. Der 52-jährige Zollfahnder aus Quierschied soll Karlsbrunn, derzeit Viertletzter der Tabelle, weg von der Abstiegszone führen. Vereinschef Heinz Gorius gibt einen "gesicherten Mittelfeldplatz" als Ziel an und wäre nach eigener Aussage "mit Platz acht zufrieden" (wir berichteten).

Brehmer war als Spieler unter anderem in der damals dritthöchsten deutschen Spielklasse, der Oberliga Südwest, für die SV Elversberg (1980 bis 1982) und Borussia Neunkirchen (1990 bis 1993) aktiv, spielte außerdem für den SC Friedrichsthal, Viktoria Hühnerfeld und Saar 05 Saarbrücken in der höchsten saarländischen Liga. 36 Mal wurde Brehmer in die Saarauswahl berufen. Auch als Trainer hat er eine beachtliche Bilanz aufzuweisen: Mit dem SC Gresaubach (1993 bis 1996), dem SV St. Ingbert (1996 bis 2001) und Viktoria St. Ingbert (2007 bis 2011) feierte er vier Meistertitel und stieg mit allen Vereinen in die höchste saarländische Liga auf.

Mit dem SV St. Ingbert schaffte er dabei sogar den Durchmarsch von der Bezirksliga in die Verbandsliga (heutige Saarlandliga). Außerdem war er Trainer beim damaligen Regionalligisten SV Elversberg (1996), dem damaligen Verbandsligisten FC Kutzhof (2001), dem Bezirksligisten DJK Ballweiler (2002/2003) und dem Landesligisten SV Rohrbach (2003/2004). Nach einer zweijährigen Pause und einem beruflichen Wechsel von Kaiserslautern nach Saarbrücken kehrt Joachim Brehmer jetzt wieder an die Linie zurück.

Brehmer gilt als Trainer, der sich nicht verformen lässt. Das hat er bei seinen Stationen in Elversberg und Kutzhof bewiesen, als ihm die Hauptsponsoren reinredeten und er die Brocken hinwarf. Auch in Rohrbach war er konsequent: Weil die Spieler nicht die von Brehmer erwartete Einstellung zeigten, löste er seinen Vertrag auf. Dort wo Brehmer sich jedoch wohlfühlte, arbeitet er langfristig. Wie kam es jetzt zum Vertrag mit Karlsbrunn? "Ich hatte auch andere Angebote, aber Karlsbrunn hat mich gereizt. Wir führten gute Gespräche, zudem habe ich noch nie im Südwesten gearbeitet und wollte etwas Neues machen."

Bevor Brehmer den Vertrag unterschrieb, schaute er sich das Karlsbrunner Heimspiel gegen den FC Reimsbach (0:3) an. Für ihn eine lehrreiche Sache: "Die Mannschaft hat Potenzial. Aber so wie gegen Reimsbach werden wir nie mehr spielen." Brehmer kündigt Veränderungen an: "Ich bin ein Verfechter des Offensivfußballs, lasse gerne früh stören. Ich will, dass meine Mannschaft das Spiel macht, statt sich auf Konter einzulassen." Dabei habe jeder die Chance, sich in den Kader zu spielen. "Jeder Spieler fängt bei mir bei Null an", betont Brehmer. Zudem darf er sich über Verstärkungen freuen: "Drei Franzosen, die ich noch nicht kenne, wurden verpflichtet. Dazu Stürmer Christian Esser vom Landesligisten Viktoria St. Ingbert. Er soll Sandy Schneider im Angriff unterstützen."

Brehmers Nahziel heißt, "genug Abstand zu den Abstiegsrängen zu halten und die Mannschaft für die nächste Saison aufzubauen". Dann soll der Angriff auf die vorderen Tabellenregionen beginnen. Denn "ich komme nicht zu einem Verein, um Achter zu werden", betont Brehmer in Anspielung auf die eingangs erwähnte Zielvorgabe seines Vorsitzenden zur laufenden Saison.