| 20:58 Uhr

Hochwald-Bahntrasse
1300 Unterschriften für Doppelnutzung

Der geplante Freizeitweg ist insgesamt 30 Kilometer lang. 8,95 Kilometer führen über Nonnweiler Boden.
Der geplante Freizeitweg ist insgesamt 30 Kilometer lang. 8,95 Kilometer führen über Nonnweiler Boden. FOTO: Bernd Zollhöfer
Nohfelden. Eine Bürgerinitiative will die Hochwald-Bahnstrecke erhalten und setzt sich gleichzeitig für einen neuen Radweg ein. Ein Konzept hat sie bereits vorgelegt. Von Frank Faber

Die Bürgerinitiative (BI) Bahn und Rad im Hochwald setzt sich weiterhin massiv für eine Doppelnutzung der stillgelegten Hochwald-Bahntrasse zwischen Freisen und Nonnweiler ein. Der Landkreis St. Wendel beabsichtigt, auf der Strecke die Gleise abzumontieren und in einen Radweg umzufunktionieren. 1300 Unterschriften hat die BI gesammelt, die nun Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) oder dem St. Wendeler Landrat Udo Recktenwald (CDU) übergeben werden sollen.


„Wir wollen keinen Radweg verhindern, sind aber für eine Doppelnutzung. Warum soll etwas abgerissen werden, wo es überhaupt nicht notwendig ist?“, fragt BI-Sprecher Andreas Kilian. Neben dem Radweg, so Kilian weiter, könne eine Draisinenbahn betrieben werden. „Die Infrastruktur mit den Gleisen ist doch noch vorhanden“, ergänzt er. Zudem sei im benachbarten Kusel eine Draisinenbahn gestartet, sieht Kilian hier einen weiteren Vorteil. Im Landkreis könnte die Draisine ein weiterer Lockvogel für den Tourismus darstellen, findet der BI-Sprecher aus Walhausen.

In einer Versammlung im Söterner Gasthaus Georg hat die BI den Landtagsabgeordneten Alexander Zeyer (CDU) über ihre Vorstellungen und Pläne informiert. Laut Kilian sei Zeyer über das Konzept einer Doppelnutzung „sehr angetan gewesen“. Landrat Recktenwald und der Nohfelder Bürgermeister Andreas Veit (beide CDU) haben sich dagegen positioniert. Während der Bürgersprechstunde des Landrates hat sich Infrastruktur-Dezernent Uwe Luther dem Konzept angenommen. Als „unrentabel“ sei die Draisine im Gespräch weggekommen. „Allerdings ohne Belege oder Fakten vorzubringen“, entgegnet Kilian.



Allerdings Fakten, dass sich die Kosten für den mit fünf Millionen Euro veranschlagten Radwegbau verdoppeln würden, könne die BI vorlegen. Nach Angaben des Pressesprechers sei die Strecke noch überhaupt nicht durch die Naturlandstiftung Saar von der Deutschen Bahn angekauft, Eigentumsverhältnisse und die Finanzierung noch nicht geklärt und gesichert. „Wir sprechen von Kosten in Höhe von zehn Millionen Euro. Der Ankauf der Strecke, der ganze Abriss der Gleise und die Brückensanierung und die Arbeiten am Bierfelder Tunnel sind bei der Rechnung ausgespart worden“, behauptet Kilian.

Mittlerweile hat die Bürgerinitiative dem Wirtschaftsministerium ihr Konzept vorgelegt. „Im Hinblick auf die touristische Nutzung ist das Ministerium nicht abgeneigt von unserer Idee gewesen“, teilt Kilian mit. Des Weiteren sollen laut des BI-Sprechers noch keine Fördermittel für den Radweg beantragt worden sein. „Daraus kann man schließen, dass die Finanzierung noch nicht steht“, mutmaßt er.

In seiner Eigenschaft als Projektförderer habe das Wirtschaftsministerium der BI empfohlen, sich mit ihrem Konzept an den Initiator des Radweges, den Landkreis St. Wendel, zu wenden. „Wir hoffen, dass der Landrat gesprächsbereit ist, die Herangehensweise neu überdacht wird und ein tragfähiges Konzept erstellt wird“, sagt Kilian. Es sei einfach nicht erforderlich, eine Bahntrasse zu opfern, da wegen der ehemaligen Zweigleisigkeit der Strecke genügend Platz für einen Radweg und eine Draisinenbahn vorhanden sei.

In der Gemeinde Freisen stehen fünf Brücken auf dem Teilstück des geplanten Freizeitwegs. Unser Foto zeigt eine davon.
In der Gemeinde Freisen stehen fünf Brücken auf dem Teilstück des geplanten Freizeitwegs. Unser Foto zeigt eine davon. FOTO: Bernd Zollhöfer / C