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Orte mit Geschichte
Ein mittelalterliches Zeugnis aus Stein

Die Liebenburg-Ruine bei Namborn ist ein geschichtsträchtiger Ort. Wie genau sie einstmals ausgesehen hat, weiß heute jedoch niemand mehr.
Die Liebenburg-Ruine bei Namborn ist ein geschichtsträchtiger Ort. Wie genau sie einstmals ausgesehen hat, weiß heute jedoch niemand mehr. FOTO: Alexander Neis
Eisweiler. Löwenburg oder Veste Lemberg wurde die Liebenburg bei Eisweiler einst genannt. Von dem einstigen Prachtbau sind nur noch Ruinen übrig. Von red

Sie ist das Wahrzeichen der Gemeinde Namborn: die Liebenburg – auch wenn niemand so richtig weiß, wie sie ursprünglich ausgesehen hat. Dennoch ist sie ein Zeugnis der mittelalterlichen Vergangenheit der Region, ein Geschichtsort im Landkreis St. Wendel. Südlich der Ortslage Eisweiler, auf dem Schlossberg, stand die Burg einst, in alten Akten auch „Löwenburg“ oder „Veste Lemberg“ genannt. Von der einstigen Pracht sind nur noch Ruinen geblieben, die bezeugen, dass die Anlage ursprünglich etwa 70 Meter lang und 35 Meter breit war.


„Erbaut wurde die Burg etwa 1170 auf Geheiß des Bischofs von Verdun. Ausgeführt wurden die Arbeiten von den Grafen von Castel. Die urkundliche Ersterwähnung datiert auf das Jahr 1220“, weiß Claudia Schmitt vom Heimatverein Eisweiler-Pinsweiler. Um 1400 fiel die Burg ganz an das Kurfürstentum Trier. „In der Manderscheidschen Fehde um 1430, einem Streit um den Stuhl des Trierer Erzbischofs, wurde die Burg stark zerstört und danach von vermögenden Rittergeschlechtern, unter anderem der Familie von Sötern, an die sie auch verpfändet war, wieder aufgebaut“, erläutert Schmitt.



Doch die nächste Zerstörung der Anlage folgte bald, während des Dreißigjährigen Krieges: Um 1635 wurde die Burg niedergebrannt, danach renoviert, 1677 erneut zerstört – und blieb eine Ruine, bis zum heutigen Tage.

Schmitt: „Mit Ausgrabungen an der Burg sollte bereits 1926 begonnen werden, näher untersucht und ausgegraben wurde sie aber erst in den siebziger Jahren. Die Grundmauern der Gemächer und der Zisterne wurden freigelegt. 1976 errichtet die Gemeinde darauf einen Aussichtsturm, der heute auch als Trauzimmer dient.“

Vom Aussichtsturm sind die Orte Eisweiler und Pinsweiler gut zu sehen, deren Vergangenheit der Verein für Heimatkunde Eisweiler-Pinsweiler erforscht. Ein junger Verein, 2013 gegründet. Die Wurzeln liegen in einer Arbeitsgruppe, die eine Chronik der Ortsteile erstellen wollte. Daher verfügt der Verein bereits über zahlreiche Fotos, Akten und Informationen zu Eisweiler und Pinsweiler. An der Chronik wird weiter fleißig gewerkelt. Jedoch stehen ebenso Feste, Lesungen und vieles mehr auf dem Vereinsprogramm. Und auch junge Generationen werden angesprochen. Schmitt: „Wir beteiligen uns am Bundesprojekt ‚Kultur macht stark‘, das Kindern und Jugendlichen einen Zugang zur Kultur bieten soll, was vor allem in unserem ländlichen Raum sehr wichtig ist.“ Dabei arbeite der Verein mit Kindern der Marienschule in Namborn. Projektpartner sind die Gemeinde Namborn und die WIAF. Ein außerschulisches Projekt. Schmitt: „Wir bieten Bauen, Malen, Zeichnen an – und das Angebot wird auch sehr gut angenommen.“

Der Verein trifft sich im Dorfgemeinschaftshaus Eisweiler, dem ehemaligen Feuerwehrhaus. Ein junger Verein, der die Historie seiner Heimat erforscht. Und der sich über weitere Mitglieder freuen würde.

Auf der Video-Plattform Youtube gibt es auch einen Kanal des Landkreises, auf dem die Geschichtsorte vorgestellt werden https://www.youtube.com/channel/UCF9sq51TlbaRMWx9ePIRzog.