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Festmesse unter freiem Himmel an der Mariengrotte

Grügelborn. Das Hochamt, das sonst immer in der Pfarrkirche gefeiert wird, war am Sonntag vor die Mariengrotte an der Straße nach Reitscheid verlegt worden. Der Anlass war das 75-jährige Bestehen der wunderschön gestalteten Gebetsstätte

Grügelborn. Das Hochamt, das sonst immer in der Pfarrkirche gefeiert wird, war am Sonntag vor die Mariengrotte an der Straße nach Reitscheid verlegt worden. Der Anlass war das 75-jährige Bestehen der wunderschön gestalteten Gebetsstätte. Sie war damals von frommen Männern aus dem Dorf errichtet worden, weil es in Grügelborn noch keine Kirche gab und es ein großer Wunsch der Bevölkerung war, wenigstens eine Gebetsstätte zu besitzen. 150 Gläubige waren zu der Festmesse unter freiem Himmel gekommen, in der Pastor Hanno Schmitt in Anlehnung an das Evangelium über das Jesus-Gebot "Liebet einander" predigte. Schon der Apostel Paulus habe geschrieben, dass "einer des anderen Last" tragen solle. Diese Aussage habe einen Teil dieser Liebe der Menschen zueinander und untereinander zum Inhalt. Was in der modernen Zeit unter Liebe verstanden werde, sei jedoch nicht immer positiv zu bewerten. Die Lieder zum Gottesdienst wurden vom Musikverein Harmonie Oberkirchen begleitet. Unter den Gläubigen war auch Pater Luis Redondo aus Sucre in Bolivien. Zu ihm pflegt die Grügelborner Pfarrei seit mehreren Jahren rege Kontakte. Die vor neun Jahren gegründete Partnerschaft fördert das Projekt "Cimet", das die Straßenkinder unterstützt und die Jungen und Mädchen, die dort hart arbeiten müssen. Rosi Persch, Sprecherin des Partnerschaftskreises, berichtete davon, dass vor einigen Jahren an der Grügelborner Kirche ein Apfelbaum gepflanzt und an einem Stein eine Partnerschaftstafel angebracht wurde. Immer zum Erntedankfest würden die Äpfel des Baumes verkauft und der Erlös nach Bolivien geschickt. Um diese Verbindung nach Sucre zu unterstreichen, sei dort vor einiger Zeit ein Aprikosenbaum gesetzt worden. "Weil Äpfel in diesem Gebiet nicht so gut gedeihen", sagte Rosi Persch. Seit mehr als 15 Jahren pflegen Agnes und Rudi Schnur die Mariengrotte. Unentgeltlich stellt der Gartenbaubetrieb Keller aus Oberkirchen die Pflanzen zur Verfügung. Bei trockenem Wetter nimmt das Ehepaar mit einer Pumpe Wasser aus dem Brunnen der Anlage, um die Blumen zu benetzen. gtr