Wärmedämmung: Wenn die Dämmung Schimmel anzieht

Wärmedämmung : Wenn die Dämmung Schimmel anzieht

Wenn gedämmte Wände nicht mehr atmen und die Wand von Schimmel bedroht ist, hat die Verbraucherzentrale gute Tipps auf Lager.

() Man hört oft, dass die Dämmung der Außenwand die Schimmelbildung im Haus erhöhe. Als Grund wird meist angeführt, eine gedämmte Wand könne nicht mehr atmen, sie würde den Luft- und Wasseraustausch behindern, so dass es zu einem Stau und somit zu Schimmelbildung käme. „Diese Behauptung ist schlicht falsch“, sagt Werner Ehl, Bauphysiker und Energieberater der Verbraucherzentrale des Saarlandes.

Es sei wissenschaftlich erwiesen, dass durch eine verputzte und ungedämmte Wand nur wenige Prozent Wasserdampf nach draußen transportiert werden. Diese geringen Mengen haben für das Raumklima keine Bedeutung. „Feuchtigkeit bekommt man nur durch Lüften nach draußen“, betont Werner Ehl.

Das Risiko einer Schimmelbildung sei bei gedämmten Wänden sogar deutlich geringer als bei ungedämmten. Schimmel brauche zum Wachsen eine gewisse Feuchtigkeit. Es reicht meist schon ein Anstieg der relativen Luftfeuchtigkeit auf achtzig Prozent, die Wand muss also gar nicht fühl- und sichtbar nass sein. Ist eine ungedämmte Wand zum Beispiel in einer Außenecke oder der Fensternische kalt, steigt dort die relative Luftfeuchtigkeit, ähnlich wie eine kalte Brille beschlägt, wenn man von draußen ins warme Haus kommt. Durch die Außendämmung wird die Wand wärmer, die Oberflächentemperatur auf der Innenseite steigt und die relative Luftfeuchtigkeit nimmt deshalb dort ab. Ein weiterer positiver Effekt einer Dämmung ist, dass der Raum behaglicher wird, wenn die Temperaturen von Wänden, Decken und Fußböden gleichmäßig hoch sind.

Aktuell fördert die Verbraucherzentrale alle Beratungen zu Wärmedämmung mit einer befristeten Aktion. Die Energieberater der Verbraucherzentrale beantworten dann kostenlos alle Fragen zur Wärmedämmung. Die Berater informieren anbieterunabhängig und individuell. Für einkommensschwache Haushalte mit entsprechendem Nachweis sind die Energie-Beratungsangebote immer kostenfrei. Mehr Informationen gibt es auf www.vz-saar.de oder www.verbraucherzentrale-energieberatung.de. Termine zur persönlichen Beratung können unter der Telefonnummer (0800) 8 09 80 24 00 (kostenfrei) oder direkt bei den Beratungsstützpunkten vereinbart werden.

In St. Wendel finden die Beratungen in der Welvertstraße 2 im Besprechungsraum statt. Terminvereinbarung beim Umweltamt: Tel. (0 68 51) 8 09 19 22.
In Tholey finden die Beratungen im Rathaus statt. Terminvereinbarung: Tel. (0 68 53) 50 80.

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