Ein Paschdor namens Teufel auf der Bühne

Ein Paschdor namens Teufel auf der Bühne

Für fast alle Darsteller war es die Bühnenpremiere: Die Schauspieler des Fördervereins St. Katharina Bohnental überzeugten mit ihrem Dreiakter auf der ganzen Linie. Der Erlös kommt ganz der Pfarrkirche zugute.

Der Förderverein St. Katharina Bohnental hat sich mit dem lustigen Dreiakter "Dem Himmel sei Dank" von Bernd Gombold auf die Bretter der Theaterwelt begeben. Damit wurden gleich zwei Volltreffer gelandet. Einerseits waren beide Theateraufführungen in der Mehrzweckhalle Scheuern ausverkauft, es wurde Geld verdient, schließlich kommt der Erlös ausschließlich der Pfarrkirche St. Katharina zu Gute.

Andererseits haben die Laienschauspieler, die nahezu allesamt erstmals auf der Bühne standen, viel Talent und Können bewiesen. Die Texte saßen, die Pointen trafen, Gestik und Mimik stimmten ebenfalls. Alle Schauspieler spielten ihre Rollen hervorragend, so dass die Besucher voll auf ihre Kosten kamen.

Mit nicht ganz alltäglichen Methoden versucht Paschdor Alfons Teufel in seiner Pfarrgemeinde das dringend benötigte Geld für die Renovierung der Kirche aufzutreiben. Dabei schreckt er vor dem nächtlichen Kartenspielen im Pfarrhaus mit dem Bauunternehmer Josef Engel und seinem arbeitsscheuen, aber äußerst geselligen Koschder Johannes (Hannes) Höll, der von seiner resolut auftretenden Ehefrau Friedchi gehörig auf Trab gehalten und mit großartiger Mimik (Glanzpunkte des Abends) arg in den Senkel gestellt wird, ebenso wenig zurück wie vor dem Verkauf von schwarz gebranntem Schnaps.

Die raffinierte Pfarrhaushälterin Martha, die ihrem Chef treu und ergeben dient, will dagegen den Pfarrer immer auf den richtigen Weg bringen. Die Pfarrgemeinderatsvorsitzende Elfriede Engel, von allen auf Grund ihrer Scheinheiligkeit nur Erzengel genannt, soll eigentlich Spenden für die Renovierung der Kirche sammeln. Ihre einzige Sorge gilt jedoch ihrem guten Abschneiden bei den anstehenden Pfarrgemeinderatswahlen, sogar ihre Nichte Ursula (Uschi) will sie gegen ihren Willen in ein Kloster stecken, nur um dadurch ihre Erfolgschancen bei der Wahl zu steigern.

Später wechselt sie zur Kommunalpolitik. Um eine weitere Geldquelle für die Kirchenrenovierung zu erschließen, beschließt der Paschdor im Alleingang, die vielen leer stehenden Zimmer im großen Pfarrhaus zu vermieten. Gerade als die ersten Übernachtungsgäste erwartet werden, bekommt dieser hohen, aber unangenehmen Besuch. Der strenge Domprobst Dr. Jüngling vom bischöflichen Ordinariat kommt ganz unerwartet und soll die ungewöhnlichen Vorgänge innerhalb der Pfarrgemeinde untersuchen und wieder für Ordnung sorgen.

Dr. Jüngling ist schockiert, mit welchen Methoden der Pfarrer Geld auftreibt und wer im Pfarrhaus alles ein und aus geht. Er hält die Eskapaden des Pfarrers für untragbar und will der Pfarrgemeinde während einer Messe seine Strafversetzung in die Pfalz verkünden. Um ihren Pfarrer nicht in noch größere Schwierigkeiten zu bringen, erzählt die Pfarrhaushälterin Martha dem Domprobst die abenteuerlichsten Geschichten, nutzt mit raffinierten Mitteln dessen Schwächen aus und macht ihn sogar sturzbesoffen. Der Domprobst schläft seinen Rausch aus und verschläft die Messe. Die gewitzte Aufklärung, was er so alles in seiner alkoholisierten Abwesenheit verpasst hat, lässt ihn sich aus dem Staube machen. Die Strafversetzung des Paschdors ist damit vereitelt worden. Dem Himmel sei Dank.

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AUF EINEN BLICK Die Akteure: Paschdor Alfons Teufel - Gilbert Groß; Pfarrhaushälterin Martha - Ulrike Meiser; Koschder Johannes (Hannes) Höll - Andreas Groß; Seine Ehefrau Friedchi - Katharina Groß; Domprobst Dr. Jüngling - Arno Jos Graf; Pfarrgemeinderatsvorsitzende Elfriede Engel - Silke Türk; Ihr Mann Josef Engel - Christian Klesen (Überroth); Ihre Nichte Ursula (Uschi) - Rebekka Rohnert; Heimlicher Freund Siggi Bischof - Andreas Endres; Aerobic-Lehrerin Heidi Blum - Aline Hornetz; Handarbeitslehrerin Heidemarie Rosenfeld - Annemarie Groß; Heiratswilliger Hans Küster - Helmut Busch; Projektleitung/Regie/Souffleuse - Christina Dillenburger; Projektleitung, Regie und Theatercoachassistent - Christian Klesen (Scheueren). eb

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