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Erntedankfest: Ehrenamtlich in Sachen Landkultur

Erntedankfest : Ehrenamtlich in Sachen Landkultur

Der Startschuss für ein neues Netzwerkprojekt aktiver Vereine fiel beim Erntedankfest auf dem Wendelinushof.

Unzählige Vereine im Landkreis St. Wendel engagieren sich für den Erhalt und ein Fortleben des ländlichen Raumes. Unter der Federführung der Kulturlandschaftsinitiative St. Wendeler Land (kurz: Kulani) haben sich sechs Verbände, die für eine lebendige ländliche Kultur stehen, in einem Projekt zusammengeschlossen.

Das Bundesmodellvorhaben Land(auf)Schwung fördert das Projekt. Mit dem Modellvorhaben Land(auf)Schwung werden strukturschwache ländliche Regionen dabei unterstützt, mit dem demografischen Wandel vor Ort aktiv umzugehen, die regionale Wertschöpfung zu erhöhen und die Beschäftigung im ländlichen Raum zu sichern. Die 13 Förderregionen erhalten jeweils 1,5 Millionen Euro für eigene Projektideen. Damit stärkt das Bundeslandwirtschaftsministerium die ländlichen Räume und macht sie attraktiver für die Zukunft. Das Modellvorhaben Land(auf)Schwung holt die Regionen dort ab, wo sie zurzeit stehen und unterstützt sie bei der Weichenstellung für die Zukunft. „Unser Projekt ist eine Projektidee innerhalb des Projektes Land(auf)Schwung“, erklärt Patrick Marx, der Regionalmanager der KuLanI und Förderlotse im Land(auf)Schwung-Projekt.

Der Startschuss zu dem Projekt im Landkreis St. Wendel  „Förderung von ehrenamtlichen Land-Kultur-Strukturen als Eckpfeiler einer ländlichen Identität“ fiel am vergangenen Sonntag beim Erntedankfest auf dem Wendelinushof. Mit diesem Projekt soll die Zukunftsfähigkeit der Vereine gefördert werden, die sich mit dem Markenkern des ländlichen Raumes beschäftigen, wie die Obst- und Gartenbauvereine, Imker, Rassegeflügelzüchter, Rassekaninchenzüchter, Jäger und Landfrauen.

„Diese Vereine vermitteln, was unsere ländliche Region ausmacht in Abgrenzung zur Stadt. Unsere Nutzung der natürlichen Ressourcen und die Inwertsetzung des kulturellen Erbes in unserer Region machen den Markenkern des ländlichen Kulturraumes aus“, so Patrick Marx. Auf dem Erntedankfest auf dem Wendelinushof präsentierten sich die Vereine der beteiligten Verbände erstmals gemeinsam der Öffentlichkeit und stellten ihre Vereinsarbeit vor.

„In dem Projekt haben wir uns mit anderen Vereinen zusammengeschlossenen, die mit uns das gleiche Ziel verfolgen. Uns geht es dabei um eine bessere Verbesserung unserer Kommunikation und um eine gemeinschaftlichen Außendarstellung. Schließlich beschäftigen sich die Imker und Obst- und Gartenbauer mit demselben Thema. Für uns Obst- und Gartenbauer sind die Bienen extrem wichtig. Unsere Streuobstwiesen sind auf die Bestäubung von Bienen angewiesen und um die Bienen kümmern sich die Imker“, fasst  Edwin Kunrath, der zweite Vorsitzende des Kreisverbandes der Obst- und Gartenbauvereine, das Gemeinsame der in dem Projekt vereinten Verbände zusammen. Für die gemeinsame Außendarstellung haben die Verbände mit einem Corporate Design versehene Werbematerialien erhalten. Ein eigens für das Projekt entwickeltes Logo mit dem Schriftzug „St. Wendeler Landkultur vereint – gemeinsam neue Wege gehen“ fördert den Wiedererkennungswert. Auf dem Erntedankfest zeigten die Vereine der beteiligten Verbände einen Ausschnitt ihrer Arbeit zum Erhalt des ländlichen Raumes. So wurde am Stand der Obst- und Gartenbauvereine live Apfelsaft aus regionalen Früchten gepresst. Bei den Imkern erfuhren des Besucher des Festes, wie ein Bienenstock aufgebaut ist und wie die Bienen leben. Die Jäger informierten über die Notwendigkeit der Jagdausübung und über ihre Arbeit zum Erhalt einer artenreichen und gesunden Tierwelt. Der Kreisverband der Landfrauen sieht sich als Interessenvertreter aller Frauen im ländlichen Raum und Botschafter für regional erzeugte Lebensmittel. „Unser Projekt soll sich jetzt weiterentwickeln. Die nächsten Schritte werden wir gemeinsam mit allen Beteiligten erarbeiten“, so Patrick Marx.  Ein wichtiger Baustein der weiteren Arbeitsschritte sei die Zukunftssicherung der Vereine und die Weiterentwicklung der Vereinsstrukturen mit dem Ziel der Mitgliedersicherung und Gewinnung neuer Mitglieder. Marx: „Wir wollen die Vereine mit einem Vereinsservice unterstützen und die Vorstände zum Beispiel in Steuer- oder Rechtsfragen beraten.“

Das neue Projekt setzt auf die Vernetzung aktiver Vereine im ländlichen Raum — wie die Obst- und Gartenbauer. Foto: mon

Auch die Öffentlichkeitsarbeit soll weiter vorangetrieben werden. Geplant sind Imagefilme, in denen die Verbände vorgestellt werden. Auch das Internet und die sozialen Medien sollen bespielt werden und für das Projekt werben. Patrick Marx ist zufrieden: „Die Vereine haben Feuer gefangen und merken, dass wir gemeinsam stark sind und gemeinsam etwas bewegen können. Nun müssen wir in einer breiten Öffentlichkeit für unsere Sache werben und in der Bevölkerung ein Bewusstsein schaffen für den Erhalt unseres kulturellen Erbes im ländlichen Raum.“