Christian Barth von der SPD will Bürgermeister der Gemeinde Nohfelden werden

Wahl : Die Wähler sollen eine Alternative haben

Sozialdemokrat Christian Barth will Bürgermeister der Gemeinde Nohfelden werden. Der Erste Beigeordnete sieht sich als Vereinsmensch.

Gegen den Amtsinhaber antreten? Christian Barth weiß, dass das keine leichte Aufgabe ist. Dennoch stellt er sich der Herausforderung. Aus einem einfachen Grund: „Die Bürger sollen eine Wahl haben“, sagt er. Zu kneifen, weil man gegen den Amtsbonus nicht ankomme, das sei nicht sein Verständnis von Demokratie. Aber noch etwas bewegt den 39-Jährigen dazu, Bürgermeister der Gemeinde Nohfelden werden zu wollen: „Ich möchte Dinge umsetzen.“

Bisher hat er dies überwiegend auf Vereinsebene getan. „Ich bin ein Vereinsmensch durch und durch“, sagt der SPD-Kandidat. Er spielt in Sötern Fußball, ist Vorsitzender des Theatervereins. Außerdem ist er Schatzmeister in der Arbeitsgemeinschaft Söterner Vereine. Da weiß er aus eigener Erfahrung, wo die Probleme im Vereinsleben liegen. Diese möchte er angehen. Auch „alles, was mit Kindergarten und Schule zu tun hat“ hat er sich auf die Fahnen geschrieben. Zwar sei da in der Gemeinde in den vergangenen Jahren viel passiert: „Wir haben im Rat gut zusammengearbeitet und Einiges erreicht.“ Aber das sei die bauliche Seite. Er denkt nun an Qualitätsmanagement im Kindergarten.

Weiter voran bringen möchte er auch den Tourismus. Wohlwissend, dass sich auch da in jüngster Vergangenheit viel getan hat. Aber er möchte ein „längerfristiges Tourismuskonzept“, dem Tourismus „mehr Drive“ geben.  Er will überlegen, wie in den kommenden fünf Jahren die Bürger am See mehr vom Tourismus profitieren können, wie die Wertschöpfung höher ausfallen kann. Schließlich, so Barth, müssten die Anlieger ja auch mit den daraus resultierenden Problemen wie Dreck, Gestank und Verkehr, beispielsweise bei Groß-Veranstaltungen, klar kommen. „Wir müssen einfach mehr Leute bei den Entscheidungen mitnehmen; müssen einen Gleichklang für Touristen und Einwohner herstellen“, so Barth.

Im Großen und Ganzen läuft es gut in der Gemeinde Nohfelden, findet Barth. Schließlich hat er als Ratsmitglied und Erster Beigeordneter die meisten Entscheidungen mitgetragen.  Dennoch gebe es die eine oder andere Stellschraube, an der es zu drehen gelte. So beim Sanierungsstau an öffentlichen Gebäuden. Als Beispiel nennt er die Mehrzweckhalle in Sötern. Diese habe noch immer den Charme aus den 1970er-Jahren. „Was wir haben, dürfen wir nicht verkommen lassen“, so seine Devise. In Anbetracht der Sparbemühungen gelte es da, möglichst viele Zuschüsse zu akquirieren.

Auch Christian Barth wurde quasi akquiriert. In der Politik.  „Ich hatte gar keine Chance, nein zu sagen“, gesteht er und lächelt. Denn zur Politik habe ihn der Söterner Ortsvorsteher Thomas Georgi gebracht. Dazu Barth: „Fünf Tage nach meinem 18. Geburtstag kam er zu mir und sagte: Du machst jetzt mit.“  Barth widersprach nicht. Schließlich habe er sich schon immer für das interessiert, was vor seiner Haustür passiert. „Nicht umsonst hatte ich in der Schule Leistungskurs Sozialkunde“, so Barth. Und weiter: „Politik liegt mir im Blut. Ich möchte mich für andere engagieren, für andere etwas erreichen.“ Nachdem er seit 2014 Erster Beigeordneter der Gemeinde Nohfelden ist, hält er es nun für den richtigen Zeitpunkt, den nächsten Schritt zu gehen. „39 ist das perfekte Alter, um Bürgermeister zu werden“, denkt er. Und erklärt auch gleich, warum: „Man ist nicht mehr blind und will die Welt verbessern, aber trotzdem dynamisch und voller Tatendrang.“

Diesen Tatendrang zeige er übrigens auch gerne in seinem jetzigen Beruf. Barth ist Polizist bei der Kriminalpolizei in Trier. „Raub und Erpressung“ ist das Kommissariat, dessen stellvertretender Leiter er ist. „Ich liebe meinen Beruf“, sagt er. Erfahrungen hat er in den vergangenen Jahren sammeln können als stellvertretender Ortsvorsteher und als Gemeinderatsmitglied; seit 2004 gehört er dem Gremium und dem Ortsrat an.

Aber nicht nur für die Politik begeistert sich der Polizist. Sondern auch für die Musik. Im Männergesangverein Sötern ist er schon länger aktiv. Noch ganz frisch hingegen ist sein Faible für Musicals. Erst die Mitwirkung des Männergesangvereins bei den „Zehn Geboten“ von David Steines und dessen Musical-Projects habe ihn infiziert: „Vorher war ich kein Musical-Fan, jetzt hat es mich voll erwischt.“

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