Bürgerinitiative aus Nohfelden hatte zur Jahreshauptversammlung geladen

Bürgerinitiative : Bürgerinitiative Nohfelden zog Jahresbilanz

Nachdem die BI als Umweltvereinigung anerkannt wurde, war eine Neuaufstellung notwendig geworden.

Nachdem die Bürgerinitiative (BI) für eine lebenswerte Gemeinde Nohfelden als Umweltvereinigung anerkannt wurde, war eine Neustrukturierung des Vorstandes notwendig geworden. Dem wurde nun bei einer nach Angaben der BI gut besuchten Mitgliederversammlung Rechnung getragen.

Das Ergebnis der Vorstandswahlen bestätigte Josef Schumacher in seinem Amt als Vorsitzender und Dirk Straub als seinen Stellvertreters. Simone Konrath aus Sötern wurde als Schriftführerin neu in den Vorstand gewählt. Joachim Altvater (Eisen) bleibt zweiter Schriftführer. Ebenfalls neu in den Vorstand gewählt wurde Alexander Ruppenthal (Sötern) – als Kassenverwalter. Beisitzende sind Fritz Baumann (Eisen), Andreas Heub-Schneider (Eisen) und Horst Schmeier (Sötern). Auch Gerd Barth, Vorsitzender der BI Nonnweiler, begleitet weiterhin eine Beisitzerfunktion und stellt damit laut Schumacher die partnerschaftliche Zusammenarbeit beider Initiativen sicher.

Schwerpunkt der Berichterstattung des Vorstandes der BI Nohfelden war deren Beitrag zur Planung eines Freizeitweges auf der ehemaligen Bahnstrecke zwischen Türkismühle und Nonnweiler/Bierfeld. „Wir wollen eine finanzierbare Lösung im Sinne der Touristen, aber insbesondere der einheimischen Bevölkerung und der Anrainer zur Bahntrasse.“ Die BI begrüße ausdrücklich das Engagement des Bundes: „Nur mit dessen Mitteln können die Kunstbauwerke für die nächsten 25 Jahre so weit ertüchtigt werden, dass auf die beteiligten Kommunen keine weiteren Kosten für die Verkehrssicherungspflicht entstehen.“

Zu den Bestrebungen der Bürgerinitiative Bahn und Rad im Hochwald sowie der Interessengemeinschaft Nationalparkbahn, die die Gleise auf dem geplanten Freizeitweg erhalten möchten, sagte Schumacher: „Wir wollen keine Konkurrenz zur Glanstrecke mit den Draisinen und zum Bahnangebot in Losheim und im Ostertal.“

Weiterhin wurde über den nach Ansicht der BI unbefriedigenden Füllstand der Sonderabfall-Deponie in Waldbach berichtet. Offensichtlich verzögere sich die Verfüllung des ehemaligen Naturparadieses um weitere 3,5 Jahre. Der BI-Vorstand bewerte diese Zeitplanung skeptisch, da vor knapp vier Jahren vom Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA) sowie dem Umweltministerium ein Restvolumen von etwa 90 000 Kubikmetern benannt wurde, was laut BI mit einer Restverfülldauer von zwei bis drei Jahren einhergegangen wäre. Doch obwohl jedes Jahr zigtausende Kubikmeter angeliefert wurden, seien in diesem Jahr erstaunlicherweise wieder 120 000 Kubikmeter Restvolumen vorhanden. Das habe das LUA mitgeteilt. „Wurde die Deponie-Kapazität zwischenzeitlich erweitert“, laute daher die Fragestellung.

Die Mitgliederversammlung beauftragte den Vorstand einstimmig, hier nochmals nachzuforschen, Akteneinsicht beim LUA zu beantragen und eine Umweltverträglichkeitsprüfung zu beantragen.

Zudem wurde den Mitgliedern berichtet, dass vonseiten der BI vermutet wird, dass am Standort der Neubau einer Lagerhalle geplant sei. Zudem gehe das Gerücht um, dass die Altholzrecyclinganlage erweitert werden solle – offenbar ohne die Bevölkerung zu informieren.

Schumacher zitierte alsdann aus dem Genehmigungsverfahren: „Die Zulassung der Erdmassen- und Bauschuttdeponie dient dem Wohl der Allgemeinheit (. . .), da sie einen Vorteil für eine unbestimmte Vielzahl von Personen im Landkreis St. Wendel, insbesondere im Bereich der Gemeinde Nohfelden, bei der Entsorgung von Bauschutt durch kürzere Entsorgungswege verspricht.“ Diese Erklärung stehe im Widerspruch zu der Tatsache, dass die Deponie inzwischen wohl auch für Luxemburg von großer Bedeutung sei, wie der Vorsitzende der BI Nonnweiler, Gerd Barth, klar machte.

Denn in Luxemburg gebe es keine vergleichbaren Deponien, die das gefährliche Material aufnehmen dürften, da dort die Grenzwerte wesentlich strenger seien. Daher brauche sich niemand zu wundern, dass tagtäglich dutzende von Schwerlastern die Deponie aufsuchten und den gesamten Sonderabfall aus Luxemburg nach Waldbach verbringen. In diesem Zusammenhang teilte der SPD-Landtagsabgeordnete Magnus Jung mit: „Die entsprechende Behörde sowie das Ministerium zeigen Gesprächsbereitschaft.“ Dies habe er im Vorfeld der Veranstaltung abgefragt.

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