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Namborn investiert: „Das ist für uns eine stolze Summe“

Namborn investiert : „Das ist für uns eine stolze Summe“

Nicht ganz eine Million Euro wird die Gemeinde Namborn in diesem Jahr investieren. Das beschloss der Gemeinderat.

„Gerade die Investitionen waren sehr abhängig von den Zuwendungsbescheiden des Bildungsministeriums, vom Kreisausschuss und den Bedarfszuweisungen des Innenministeriums“, fasste Namborns Bürgermeister Sascha Hilpüsch (SPD) zu Beginn der jüngsten Gemeinderatssitzung noch einmal zusammen, unter welchen Vorgaben die zuvor tagenden Ausschüsse den kommunalen Haushalt der Gemeinde zu beraten hatten. Denn Namborn ist nach wie vor eine klamme Gemeinde. Wenngleich die Kreditschulden in den zurückliegenden Jahren unter Hilpüschs Vorgänger Theo Staub (SPD) um 3,5 Millionen Euro auf nun 20 Millionen reduziert wurden. „Eine super Leistung“, lobte Hilpüsch hernach gegenüber der SZ seinen Amtsvorgänger.

Doch zurück zur Sitzung. „733 732,77 Euro“, berichtete Hilpüsch, habe der Umbau und die anschließende Einrichtung des Furschweiler Kindergartens letztendlich gekostet. „Der Eigenanteil der Gemeinde liegt bei 126 874,74 Euro.“ Das bedeute, dass der Kommune letztlich 83 Prozent der Kosten abgenommen wurden. „Ich glaube, man kann sagen: Die Gemeinde Namborn ist hier sehr gut bedacht worden.“ Durch den vergleichsweise geringen Eigenanteil beim Umbau der ehemaligen Furschweiler Grundschule „konnten wir die Investitionen noch einmal bisschen umstecken“, berichtet der Verwaltungschef. Das habe zur Folge gehabt, dass in den Ortsteilen nun „vieles ermöglicht“ wurde, von dem zuvor nicht klar war, ob es auch finanzierbar sei – obwohl gewünscht oder teilweise auch dringend notwendig.

Der größte Investitionsbatzen, das haben die Mitglieder des Namborner Gemeinderats beschlossen, fließt in die Sanierung der Schulturnhalle der Marienschule: 385 000 Euro sind dafür kalkuliert – 90 Prozent des Geldes kommen nach dem Kommunalinvestitionsförderungsgesetz vom Innenministerium. Das gilt auch für die Investitionen an der Liebenburghalle. Hier müssen Lüftungsanlage und Elektrik ertüchtigt werden, die Beleuchtung wird auf LED umgestellt und an den Sanitäranlagen hat ebenfalls der Zahn der Zeit genagt. Insgesamt 294 000 Euro, so rechnet die Namborner Gemeindeverwaltung, werde die Sanierung der Halle, die bereits im Vorjahr angestoßen wurde, kosten. Im aktuellen Investitionsplan taucht dieser Posten mit 52 000 Euro auf. „Die sind zur ursprünglichen Planung dazugekommen“, erklärt Hilpüsch bei einem Hintergrundgespräch, weil die neue Lüftungsanlage letztlich mehr gekostet habe als gedacht. Nun will der Rathauschef versuchen, auch dafür noch Fördergelder in der Landeshauptstadt einzuwerben.

Nachdem die von Namborn angeregte interkommunale Zusammenarbeit mit der Stadt St. Wendel in Sachen Kompostieranlage nicht zustande gekommen ist (wir berichteten), muss die Kommune nun ihre eigene Anlage ertüchtigen. Und zwar so, dass sie den gesetzlichen Vorgaben entspricht. Beispielsweise muss ein weiteres Auffangbecken für 30 Kubikmeter Oberflächenwasser gebaut werden. Ein 60-Kubikmeter-Becken gibt es laut Hilpüsch, 90 sind aber gefordert. Dann soll die Anlage umzäunt und ein Aufenthaltsraum samt Sanitäranlage geschaffen werden. Voraussichtliche Gesamtkosten: 120 000 Euro. Davon 60 000 Euro erhofft sich die Gemeinde als Bedarfszuweisung aus dem Innenministerium.

Wie beziehungsweise von wem die Anlage nach dem Ausbau betrieben wird, ist laut Hilpüsch noch offen. Derzeit betreut sie die Namborner Firma Johannes Haab im Auftrag der Gemeinde. Würde die Kommune die Kompostieranlage selbst managen wollen, müsste voraussichtlich das Bauhof-Personal weiter aufgestockt werden.

Ein „großer Posten“ für Namborn ist aus Sicht des Bürgermeisters auch der weitere barrierefreie Ausbau der Bushaltestellen im Beritt der Gemeinde. 100 000 Euro sollen in 2019 dafür aufgewendet werden, wobei der Namborner Eigenanteil bei rund 10 000 liegt. Der Rest kommt aus dem Förderprogramm für Infrastrukturmaßnahmen. Um die Kommunen im Saarland beim barrierefreien Um- und Neubau von Haltestellen finanziell zu unterstützen, hat das Verkehrsministerium 2016 ein entsprechendes Sonderprogramm aufgelegt. Dieses ist bis Ende 2019 befristet. Es können maximal zehn Haltestellen pro Kommune gefördert werden und die Projekte müssen bis zum 31. Dezember abgerechnet sein, heißt es dazu auf der Internetseite des Ministeriums.

Noch einmal zum eingangs erwähnten Furschweiler Kindergarten. Hier muss noch das Außengelände den Anforderungen angepasst werden. 70 000 Euro, so wird im Rathaus gerechnet, werde das kosten. Auch hier hofft man auf Zuschüsse aus Saarbrücken sowie vom Landkreis St. Wendel und kalkuliert mit einem Eigenanteil von 20 000 Euro.

Insgesamt 50 000 Euro stehen indes für die Feuerwehr zu Buche. Alleine 23 000 Euro davon sind für ein Erste-Hilfe-Set vorgesehen. Dabei handelt es sich um einen Kompressor mit Spreizer und Schere. Die Feuerwehr in Hirstein nimmt dieses Set in Obhut.

Für den Ausbau und die Verbreiterung des St.-Floriansweges in Namborn stehen 48 000 Euro im Haushaltsplan. Und 211 000 Euro der weiter oben bezifferten Baukosten für den Kindergarten in Furschweiler werden nachfinanziert. „Insgesamt“, sagt Bürgermeister Hilpüsch, „ergibt sich so ein Investitionsvolumen von 932 000 Euro, das die Gemeinde in 2019 tätigen wird. Das ist für uns eine stolze Summe.“ Dennoch sei Namborn weiterhin darauf bedacht, Kredite zu tilgen.

„Der Ergebnishaushalt der Gemeinde Namborn schließt mit -336 216 Euro ab“, berichtet Namborns Kämmerin Susanne Thies-Schmitt. Gegenüber dem Vorjahr eine Verbesserung von 600 000 Euro. Die Gemeinde erwirtschaftet nach Plan ein Plus von einer Viertelmillion Euro, die laut Bürgermeister Hilpüsch „zur Tilgung langfristiger Kredite herangezogen werden“. Nicht nur deshalb ist der Haushaltssanierungsplan erfüllt und Namborn einem ausgeglichen Haushalt – spätestens  2024 muss dieser nach Vorgabe der Landesregierung ausgewiesen werden – einen Schritt näher.