1. Saarland
  2. St. Wendel
  3. Kolumnen

Dank und Kritik ist gleichfalls angebracht

Dank und Kritik ist gleichfalls angebracht

Welch bedeutungsvolle Geste von Pfarrer Michael Pauken zu Gründonnerstag: Der Hirte kniet sich in Anlehnung an die Fußwaschung Jesu vor seine Gemeinde, zollt damit Respekt und Anerkennung für das Geleistete der ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer.

Das ist mehr als ein bloßes Dankeschön. Eine Achtung ganz besonderen Art. Sich verneigen vor dem Einsatz seiner Gemeinde. Egal welche Stellung jemand innehat.

Gleichwohl darf auch bei solch einer von christlichen Riten getragenen Zeremonie weltliche Kritik durchaus angebracht werden. Denn die Hilfe für jene, die wegen schrecklicher Kriegswirren bei uns gestrandet sind, hat die Gesellschaft gemeinschaftlich zu bewältigen. So müssen Politiker Bedingungen schaffen, dass die Bürgerhilfe nicht versandet. Integration fruchtet nur dann, wenn viele Bausteine aufeinander passen. Dazu gehören unweigerlich Sprachkurse. Die sollten der Fachkompetenz wegen von staatlicher Seite angeboten werden. Jetzt aber auch noch darauf zu bauen, dass private Fahrdienste wegen mangelnder Busverbindungen angeboten werden, stößt schon durch ungeklärte Versicherungsfragen im Schadensfall an Grenzen.