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Gottes Willen: Kein Weihnachtsmitleid

Gottes Willen: Kein Weihnachtsmitleid

Zum Fest sammelt es sich besonders gut. Nicht nur die großen Kirchen bitten um eine milde Gabe für Bedürftige. Aber Christfest-Almosen zur Gewissensberuhigung? Bloße Alibi-Aktionen also? Dafür ist das Anliegen jener viel zu ernst, die sich für Notleidende einsetzen.

Spendenaktionen zu saisonal bedingtem Mitleid verkommen zu lassen, darf nicht passieren. Denn wie dringend das ganze Jahr über Unterstützung vonnöten ist, belegt das Beispiel aus Überroth-Niederhofen, über das wir diese Woche berichteten: Dort lebt eine syrische Familie, die vor dem verheerenden Kriegsgreuel in ihrer einstigen Heimat flüchtete. Ohne Hab und Gut. Sie musste alles zurücklassen. Ihr ohnehin gefährdetes Leben durch die Flucht erneut aufs Spiel setzen. Strapazen auf sich nehmen, um nun bei uns auf Hilfe angewiesen zu sein. Ohne es zu wollen. Zumal sie vor Ausbruch des Bürgerkrieges in überschaubarem Wohlstand und zufrieden in ihrer Stadt Homs lebte. Wie diesen Menschen ergeht es Tausenden. Doch noch dramatischer: Viele haben überhaupt keine Chance, vor den Gefahren zu fliehen. Ihnen müssen wir mindestens genauso helfen. Nicht nur jetzt. Nicht nur zur Weihnachtszeit.