Glasfaser soll Hilfe bringen

In Ihn gibt es kein Internet und auch keinen Handyempfang, oft sogar nicht mal Festnetz. Dabei berichtet Leser-Reporter Klaus Grasmück, dass schon 2009 ein Mobilfunkmast gebaut werden sollte – auf seinem Grundstück. Doch dazu ist es nie gekommen.

Der Ihner Ortsrat hat kürzlich in einer Resolution auf ein schon lange bestehendes Problem aufmerksam gemacht (die SZ berichtete): Das Dorf hat nicht nur kein Internet, sondern auch keinen Mobilfunkempfang. Dabei sollte schon vor Jahren ein Mobilfunkmast aufgestellt werden, der den Ort und die Umgebung versorgen könnte. Sogar einen Pachtvertrag für den Standort gab es schon, berichtete uns daraufhin der Ihner Bürger Klaus Grasmück. Doch zu dem Bau kam es nie.

2009 erhielt Grasmück eine Anfrage von Telefonica O2: Ein Mobilfunkmast sollte auf seinem Grundstück aufgestellt werden. Es wurde ein Pachtvertrag gemacht, die Genehmigung eingeholt - dann passierte nichts mehr. Nach drei Jahren Hin und Her, schildert Grasmück, kam dann im Oktober 2012 ein Brief von Telefonica: Man wolle doch nicht bauen, Gründe nannte der Mobilfunkanbieter nicht. Auch die Gemeinde Wallerfangen schaltete sich daraufhin ein und fragte nach - ohne Ergebnis.

Das Grundstück bot Grasmück dann noch drei anderen Mobilfunkanbietern an; keiner hatte Interesse. Lediglich Vodafone gab als Begründung den geringen Abstand zur Grenze an. "Wir haben zwar französisches Netz, aber der Empfang ist auch nicht befriedigend", meint Grasmück. Die Grenznähe wird aber öfter als Problem der Mobilfunkanbieter angeführt, weiß auch der Wallerfanger Bürgermeister Günter Zahn: Die Anbieter wollten nicht mit der Sendestärke der Franzosen in Konflikt treten. Nach seiner Schilderung scheitert der Handyempfang in Ihn aber weniger an einem fehlenden Mast, sondern "aus topografischen Gründen" am fehlenden Sichtkontakt. Dieser wäre nötig, um eine Verbindung herzustellen. Das erklärt, warum Ihn kein Handynetz hat, obwohl bei Rammelfangen ein riesiger Verteilermast steht.

Das nutzt den Ihner Bürgern leider wenig: "Viele haben ihre Verträge gekündigt, denn man hat hier sowieso keinen Empfang", sagt Grasmück. "Ich war damals guter Dinge, als Telefonica anfragte. Doch nach sechs Jahren ist immer noch nichts passiert", beklagt er. Auch Internet gibt es in Ihn kaum. Breitband? Fehlanzeige. Zig Male hat Grasmück bei der Telekom deswegen angefragt. Sogar die Festnetzverbindung ist unzuverlässig. "Immer bei Starkregen oder Schnee war die Leitung tot", erzählt Grasmück. Deswegen war er sogar von der Grundgebühr befreit - denn das Telefon funktionierte ohnehin meist nicht.

Zumindest dem dauernden Festnetz-Problem soll jetzt abgeholfen werden, sagt Bürgermeister Zahn. Denn die Telekom ersetzt zur Zeit die marode Leitung zwischen Ihn und Ittersdorf durch moderne Glasfaser. Ob damit auch schnelles Internet nach Ihn kommt, wollte die Telekom auf Anfrage noch nicht bestätigen. Eine Entscheidung darüber falle in den nächsten Wochen und werde dann auch mitgeteilt, hieß es. "Wir hoffen, dass jetzt wenigstens mal das Festnetz funktioniert", meint Grasmück.

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