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Silbermann
Zukunft liegt in den Spezialprodukten

Nach 30 Jahren schließt Bernd Silbermann sein Geschäft. Er will sich nur noch auf den Internetverkauf seiner Aquaristik-Spezialprodukte konzentrieren.
Nach 30 Jahren schließt Bernd Silbermann sein Geschäft. Er will sich nur noch auf den Internetverkauf seiner Aquaristik-Spezialprodukte konzentrieren. FOTO: Dieter Lorig
Lebach. Nach 30 Jahren schließt Aquaristik Silbermann sein Ladengeschäft. Online-Geschäfte werden weitergeführt. Von Monika Kühn

Aquaristik Silbermann wird es ab Januar nicht mehr geben. Zumindest nicht mehr in der gewohnter und bekannten Form. Nach 30 Jahren schließt Bernd Silbermann sein Geschäft, das er zuletzt 16 Jahre in der Saarbrücker Straße geführt hat. Einen Nachfolger konnte der 60-Jährige nicht finden. Der gefragte Kenner in Sachen Meerwasserfische, Teichgestaltung, Aquarien oder Futtermittel will sich ab dem kommenden Jahr nur noch auf den Internetverkauf seiner eigenen Produkte beschränken. „Meine Zukunft liegt in der Konzentration“, schaut Silbermann jetzt nach vorne. Wenn der Einzelhandel weg ist, habe er mehr Ressourcen, sich auf die Produktion und den Handel seiner Spezialprodukte zu konzentrieren.



Einen Ausverkauf wird es bei Silbermann nicht geben. Bis zum letzten Tag will der gelernte Elektriker den Kunden volle Regale präsentieren. Er will bei ihnen nicht so in Erinnerung bleiben, als einer, der am letzten Tag einfach nur den Schlüssel rumdreht. Mit Sonderrabatten auf alle Produkte will er sich für langjährige Treue bedanken. Dazu hat er mit Lieferanten und Fischgroßhandel eine Vereinbarung getroffen. Alles, was bis Silvester nicht verkauft ist, werde von diesen zurück genommen.

Durch das Aus von Aquaristik Silbermann ist für seine Kunden eine regionale Versorgungslücke entstanden. Mit Wehmut blickt Silbermann der Schließung entgegen. Aber als Geschäftsmann muss er auch auf die Kosten schauen. Immer mehr musste er die Preise dem Online-Handel anpassen. „Der Kunde hat aus seiner Sicht recht, dort einzukaufen, wo er am besten dabei wegkommt“, merkt der Voll­blutaquarianer an. Aber als stationärer Händler musste er den Laden am Laufen halten und Personal bezahlen. Silbermanns Ausblick auf die Einzelhandelslandschaft fällt düster aus. „Der Handel wandelt sich und die inhabergeführten Geschäfte werden auf der Strecke bleiben.“ Übrig werden Unternehmen bleiben, erklärt der Fachmann, die den finanziellen Puffer haben. „Den Zoohandel werden sich in zehn Jahren Versandhandel und Ketten untereinander aufteilen.“ Zwei seiner Mitarbeiterinnen haben bereits bei einer Zoofachhandelskette neue Stellen. Eine wird er für seinen Versandhandel übernehmen.

Im neuen Jahr hat Bernd Silbermann einen Monat Zeit, den Laden komplett leer zu räumen. „Dann werden wir alles zerschneiden und entsorgen“, beschreibt er das große Reinemachen. Neben dem ganzen Inventar müssen 300 Becken und der große Schauteich raus.

Vielleicht bleibt dem 60-Jährigen ab dem neuen Jahr dann mehr Zeit, seinen Hobbys nachzugehen. Bernd Silbermann liebt alte Autos, die er wieder auf Vordermann bringt und Tanzen. Der Rock ’n’ Roll, das ist seine große Leidenschaft, selbstverständlich mit passendem Outfit.