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Ein Raum für die Sinne

Dillingen. Genug Platz zum Entspannen gibt es nun an der Dillinger Grundschule. Zu verdanken haben die Schüler dies einem Wettbewerb sowie einem Team aus Lehrern, Eltern und Kindern, die sich für ihre Idee einsetzten. Nicole Bastong

"Die Begeisterungsstürme der Kinder haben es bestätigt: Die Mühe hat sich gelohnt!", freute sich die Schulleiterin der Philipp-Schmitt-Schule, Karin Brombacher. An der Dillinger Grundschule ist am Dienstag ein "Snoezelraum" eröffnet worden. Snoezeln - was ist das?, fragte sich der ein oder andere Besucher, laut oder leise. Auch darauf hatte Brombacher eine Antwort: "Snoezelen ist ein Fantasiewort aus dem Niederländischen", erklärte sie, eine Wortschöpfung aus den englischen Ausdrücken "snooze" und "doze", riechen und dösen. Das legt schon nahe, worum es in dem besonderen Raum geht: "aktive, konzentrierte Sinnesförderung", beschrieb Brombacher.

Solche mit Farb- und Klangeffekten gemütlich eingerichteten Räume finden sich üblicherweise an Inklusions- und Förderschulen. Dort hat sich das Kollegium der Philipp-Schmitt-Schule auch verschiedene Modelle angesehen. Das Besondere an diesem Snoezelraum: Er steht allen 150 Kindern an der Grundschule offen, nicht nur den knapp 20 Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Deshalb musste er auch besonders groß sein, sodass eine ganze Schulklasse hineinpasst, erklärte Brombacher. Genutzt wird er für die verschiedenen AGs, wie Entspannung, Yoga oder Massage, aber auch für den Regelunterricht.

Sanfte Musik und bunte Projektionen an den Wänden sorgen für eine besondere Stimmung in dem circa 50 Quadratmeter großen Raum, dessen Mobiliar komplett in Weiß gehalten ist. Es gibt ein großes Klangbett, weiche Polster zum Entspannen, eine Wassersäule und eine "Lichtdusche", die in wechselnden Farben erstrahlen. "Wir wollten den Fokus auf alternative Raumgestaltung legen", erzählt die Schulleiterin, "doch es war schnell klar: Das kostet viel Geld." Dass die Schule doch noch zu ihrem "Schatz" kam, war zwei Umständen zu verdanken: zum einen einem Wettbewerb einer Versicherung, die eine gute Projektidee mit 10 000 Euro unterstützen wollte, wenn sich genügend Fans dafür fänden. Und zum Zweiten das Team aus Lehrern, Eltern und Kindern, die engagiert und kreativ für ihre Idee warben - und schließlich gewannen. Zu den 10 000 Euro Preisgeld leistete die Stadt Dillingen nochmals 2500 Euro Zuschuss, weitere 500 Euro zahlte der Förderverein der Schule. "Zusätzlich erhielten wir Spenden von Firmen aus der Umgebung im Wert von 1000 Euro ", erzählte die Schulleiterin. Weitere 2000 Euro erließ die Firma, die den Raum baute, der Schule. "So haben wir nun einen tollen Raum im Wert von 16 000 Euro ." Auch Bürgermeister Franz-Josef Berg lobte das Engagement der Schule, "die schon lange tolle Arbeit leistet, insbesondere im Bereich der Inklusion".