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Fußball
Schwalbach triumphiert spät im Derby

Packendes Lokalduell: Der Bouser Khalil Rizk (r.) und der Schwalbacher Ayman Mozain im Zweikampf. Links lauert Schwalbachs Maximilian Gabriel.
Packendes Lokalduell: Der Bouser Khalil Rizk (r.) und der Schwalbacher Ayman Mozain im Zweikampf. Links lauert Schwalbachs Maximilian Gabriel. FOTO: Ruppenthal
Bous. Dank eines Doppelpacks von Stürmer Yannick Nonnweiler hat der FV Schwalbach das Lokalderby bei der FSG Bous mit 2:1 gewonnen. Bitter für Bous: Der entscheidende Treffer fiel wieder kurz vor Schluss. Von Philipp Semmler

Die 85. Minute im Lokalderby zwischen der FSG Bous und dem FV Schwalbach am Sonntag. Vor 300 Zuschauern steht es 1:1, als die Hausherren einen Freistoß zugesprochen bekommen. Spielertrainer Sammer Mozain tritt an und zirkelt das Leder an der Mauer vorbei Richtung Gehäuse. Die Anhänger der Hausherren haben den Torschrei schon auf den Lippen, doch die Kugel klatscht an den Außenpfosten.


Direkt danach geht auf der anderen Seite die Post ab: Den Befreiungsschlag der Gäste will der Bouser Robin Beck klären. Auf dem holprigen Rasen trifft der 24-Jährige den Ball aber nicht richtig. Das Leder springt dadurch genau in den Lauf von Schwalbachs Torjäger Yannick Nonnweiler. Der taucht völlig alleine vor FSG-Schlussmann David Bläs auf und schiebt den Ball zum 2:1-Siegtor für Schwalbach ins Netz.

„Das ist so extrem bitter. Wir machen schon die ganze letzte Zeit immer einen Fehler kurz vor Schluss – und der wird eiskalt bestraft. Das Pech klebt uns momentan wirklich an den Füßen“, sagte der Bouser Spielertrainer Mozain nach dem Schlusspfiff kopfschüttelnd.

Die Zahlen belegen seine Aussage: Beim 1:2 gegen Primstal vor 14 Tagen kassierte Bous den spielentscheidenden Gegentreffer in der Nachspielzeit. In den zwei Begegnungen zuvor gegen den SC Friedrichsthal (1:2) und den SV Mettlach (2:2) gab es jeweils zwei Gegentore in den letzten zehn Minuten. Wären diese späten Gegentore nicht gefallen, hätte das Tabellen-Schlusslicht satte sieben Zähler mehr auf dem Konto – und läge dann auf einem Nichtabstiegsplatz.

Während die Akteure der Hausherren nach der Niederlage frustriert in die Kabine schlichen, war die Stimmung beim FV Schwalbach nach dem zweiten Sieg im zweiten Spiel des Jahres bestens. Auch dank dem Mann des Tages, Yannick Nonnweiler. Der hatte vor seinem 2:1-Siegtor auch schon in der 40. Minute den 1:1-Ausgleich markiert. Da staubte der 23-Jährige ab, nachdem FSG-Torhüter Bläs zunächst einen 20-Meter-Schuss von Justin Mayan pariert hatte. „Da hat man die Klasse von Yannick gesehen. Alle anderen Spieler haben nach der Parade abgeschaltet. Er ist aber hellwach und macht das Ding weg“, erklärte Mozain, der früher selbst Stürmer war.



Vor den beiden Toren von Nonnweiler war Bous in der 23. Minute in Führung gegangen. Steven Vogl köpfte eine Hereingabe von Khalil Rizk ins Netz. Zu diesem Zeitpunkt war das 1:0 für die Hausherren überraschend. Denn Schwalbach war in der ersten Hälfte das bessere Team. In der 44. Minute hatten die Gäste auch noch Pech, als ein Freistoß von Jan von den Broch an die Latte ging. Die zweite Hälfte verlief dann ausgeglichen. Allerdings mit den besseren Chancen für Bous: Schon vor dem Pfosten-Freistoß von Mozain hatten die Hausherren einmal Alu getroffen: In der 65. Minute ging ein Freistoß von Lukas Feka an die Latte.

Schwalbach tritt bereits morgen bei der SG Lebach-Landsweiler an (siehe Text unten) und könnte dort einen Befreiungsschlag im Abstiegskampf landen. Bous spielt am Sonntag das nächste Kellerduell beim FC Homburg II (Viertletzter).