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Neujahrsempfang der Linken
Viel Applaus für das „Traumpaar der Linken“

Oskar 
Lafontaine
Oskar Lafontaine FOTO: Oliver Dietze / dpa
Saarbrücken. Als „Traumpaar der politischen Linken“ wurden sie begrüßt und gefeiert: Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine heimsten beim Neujahrsempfang der Saar-Linken in dem mit knapp 300 Menschen überfüllten Saarbrücker Landtagsrestaurant viel Applaus und stehende Ovationen dafür ein, dass sie die Groko-Pläne von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und SPD-Chef Martin Schulz scharf kritisierten und erneut eine „Sammlungsbewegung der Linken“ für eine neue, sozial gerechtere Politik in Deutschland forderten. Lafontaine meinte gar schmunzelnd, er würde gern mal mit Tarnkappe zum SPD-Parteitag gehen, um die Sozialdemokraten aufzumischen. Von Udo Lorenz

Als „Traumpaar der politischen Linken“ wurden sie begrüßt und gefeiert: Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine heimsten beim Neujahrsempfang der Saar-Linken in dem mit knapp 300 Menschen überfüllten Saarbrücker Landtagsrestaurant viel Applaus und stehende Ovationen dafür ein, dass sie die Groko-Pläne von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und SPD-Chef Martin Schulz scharf kritisierten und erneut eine „Sammlungsbewegung der Linken“ für eine neue, sozial gerechtere Politik in Deutschland forderten. Lafontaine meinte gar schmunzelnd, er würde gern mal mit Tarnkappe zum SPD-Parteitag gehen, um die Sozialdemokraten aufzumischen.


Die SPD habe inzwischen zehn Millionen Wähler verloren und missachte den Wählerwunsch nach einem Mindestlohn von 12 Euro und 800 Euro mehr Rente wie in Österreich. „Warum trauen die sich das nicht mehr?“, fragte Lafontaine. Eine neue linke Sammlungsbewegung, so Lafontaine, sei auch vor dem Hintergrund immer stärker werdender Rechtsradikaler, Rassisten und Nazis notwendig. Im Saarland selbst bemängelte Lafontaine, dass viel zu wenig investiert werde und das Land im Bundesvergleich immer weiter zurückfalle. Beifall spendete auch der in der ersten Reihe sitzende 93-jährige Günter Meyer, der seit 70 Jahren SPD-Mitglied ist, und Ex-SPD-Staatssekretär Burghard Schneider sowie der Ex-FDP-Politiker Horst Hinschberger. Später stieß auch der linke CDU-Politiker Willi Gehring dazu. Dagegen fehlte der Linken-Bundestagsabgeordnete Thomas Lutze.

Sahra Wagenknecht verwies auf Meinungsumfragen, wonach eine deutliche Mehrheit der Deutschen einen höheren Mindestlohn und eine Vermögenssteuer für Superreiche wünsche. „Wir müssen aus diesen Mehrheiten wieder politische Mehrheiten machen“, forderte sie. Eine linke Sammelbewegung sei alles andere als eine Spaltung der linken Kräfte. Das von SPD-Chef Schulz hochgelobte Groko-Sondierungsergebnis kanzelte sie als „ganz dünne Suppe“ ab. So gebe es kaum eine Verbesserung für Arbeitslose und Rentner. „Sozialdemokraten, verarscht die Leute doch nicht so“, sagte sie.

Sahra 
Wagenknecht
Sahra Wagenknecht FOTO: Pedersen / dpa