| 20:21 Uhr

Polizei ermittelt
Postzusteller wirft Briefe in den Müll

Die Tat war aufgeflogen, weil Briefe in Illingen nicht ankamen. (Symbolfoto)
Die Tat war aufgeflogen, weil Briefe in Illingen nicht ankamen. (Symbolfoto) FOTO: Bernd Wüstneck / dpa
St. Wendel/Illingen. Die Post und die Polizei kamen dem 28-Jährigen auf die Schliche und durchsuchten seine Wohnung. Von Daniel Kirch
Daniel Kirch

Chefkorrespondent Landespolitik

Ein Briefträger aus St. Wendel hat eine Vielzahl von Postsendungen unterschlagen. Ermittler durchsuchten gestern die Wohnung des 28-Jährigen und stellten nach Angaben der Polizei dabei auch Beweismaterial sicher. Der Mann ist nach Angaben eines Sprechers der Deutschen Post befristet angestellt und für einen Zustellbezirk in der Gemeinde Illingen verantwortlich. Gegen ihn hat das Unternehmen Anzeige wegen Diebstahls und Postunterdrückung gestellt.


Die Tat war aufgeflogen, weil Briefe in Illingen nicht ankamen. Der Illinger Bürgermeister Armin König (CDU) war nach eigenen Angaben selbst Opfer. Ein junger Mann habe ihm abends einen Brief gebracht, der in einem Container am Illinger Bahnhof gelegen habe und an ihn adressiert gewesen sei. Daneben hätten zwei ebenfalls nicht zugestellte Briefe gelegen, die der Mann als pflichtbewusster Bürger den jeweiligen Adressaten oder Absendern überbracht habe. König informierte die Post und stellte Strafanzeige.

Zu diesem Zeitpunkt gab es nach Post-Angaben bereits mehrere Beschwerden von Illinger Bürgern. Das Unternehmen schaltete die Abteilung für Konzernsicherheit ein. In der blauen Tonne eines Briefträgers sei daraufhin eine Vielzahl der Briefe gefunden worden. Zur Anzahl der nicht zustellten Postsendungen könnten derzeit keine Angaben gemacht werden, erklärte die Polizei. Nach Angaben des Post-Sprechers geht es um eine „zweistellige Zahl“ von persönlichen Briefen sowie um zahlreiche Werbesendungen.

Die gefundenen Briefe wurden verspätet zugestellt, ergänzt um ein Entschuldigungsschreiben der Post. Der Post-Sprecher riet dazu, Geld nicht mit einem normalen Brief zu verschicken, sondern als Wertbrief oder Expressbrief.

>>> Weitere Polizeimeldungen finden Sie auf der Homepage der Saarbrücker Zeitung unter: Blaulicht