| 20:31 Uhr

Bergmannsalm in Schiffweiler
Mit grobem Gerät Holzskulpturen gefertigt

Andreas Müller aus Sulzbach ist nicht nur Kettensägenkünstler, er ist auch der Ideengeber zu den ersten Holzerlebnistagen auf der Bergmannsalm in Landsweiler-Reden.
Andreas Müller aus Sulzbach ist nicht nur Kettensägenkünstler, er ist auch der Ideengeber zu den ersten Holzerlebnistagen auf der Bergmannsalm in Landsweiler-Reden. FOTO: Andreas Engel
Schiffweiler. Kettensägen-Künstler feiern Holzerlebnistage auf Redener Alm. Von Andreas Engel

Höllenlärm unter blauem Himmel auf der Redener Alm: Am Sonntag starteten die ersten Holzerlebnistage auf dem Plateau der Bergehalde mit dem  „Speed-Carving“ (Hochgeschwindigkeits-Schnitzen) der 20 Kettensägen-Künstler. In 45 Minuten formten die Frauen und Männer mit Hilfe ganzer Sortimente von Motor-Sägen und anderen Instrumenten zur Holzbearbeitung aus massiven Eichenstämmen phantasievolle Skulpturen, meistens Tiere wie Eulen, Reiher, Erdmännchen, Ziegen oder Bären. Warum gerade Eulen? Die Antwort hat Sägenschnitzer Andreas Müller parat: „Die Eule mit ihrer kompakten Silhouette gehört zum Standard-Programm beinahe jedes Kettensägen-Künstlers. Wenn’s um Schnelligkeit und Präzision geht, wird dieses Tier eben gerne gewählt.“


Andreas Müller brachte die Idee der Holzerlebnistage auf die Alm im Schiffweiler Ortsteil Landsweiler-Reden. Drei Mal hatte Müller mit diesem Konzept Erfolg in seiner Heimatstadt Sulzbach, ehe sich mit den event-freudigen Alm-Betreibern Guido Geiger und Tom Schwarz das publikumswirksame Programm an den Erlebnisort Reden verlagern ließ. Zur Kettensäge kam der gelernte Schreiner Müller dank seiner Frau Christiane an seinem 40. Geburtstag. Aus den ersten Versuchen wurde eine Passion und ein Netzwerk mit Kollegen an der Säge nicht nur im Saarland. Menschen, die sich nach dem Erleben des kreativen Umgangs mit einem eigentlich eher groben Instrument mit den entsprechenden Informationen versorgen wollen, werden auf der Bergmannsalm fündig. Klar, dass namhafte Anbieter dort gerne ihre Geräte zeigen.

In Scharen pilgerten die Menschen schon am Sonntagvormittag hoch aufs Plateau, Parkplätze wurden rund um den ehemaligen Grubenstandort Reden Mangelware. Während die Schnitzer in Schutzkleidung und mit Ohrenschützern ausgerüstet Hand ans Holz legten, ließen es sich die Alm-Gäste auch kulinarisch gut gehen. „Wir kommen immer wieder gerne hier hoch“, sagte Volker Löns, der auch an der Versteigerung der Produkte des Speed-Carvings teilnahm. Bei 50 Euro starteten die Gebote, die Objekte fanden durchweg glückliche Besitzer. Die Ziege von Peter Duus aus Thum beispielsweise fand für 170 Euro einen Liebhaber, ein Schnäppchenpreis angesichts der Qualität der Arbeit. Ein regelrechtes Bieterduell entbrannte um einen „Hans-Guck-in die Luft“, der dank Sprühdosen auch noch mit Farbe glänzen konnte.



Noch bis einschließlich Dienstag 1. Mai sind die Holzkünstler aus der Großregion auf der Bergmannsalm anzutreffen. Die Almwirte Guido Geiger und Tom Schwarz gehen von insgesamt 10 000 Besuchern an den drei Tagen aus. Den Startschuss zu der Veranstaltung unter dem Motto „Action und Natur pur“ mit Informationen über Bienen und Insekten, einem Holz-Handwerkermarkt und Angeboten für Kinder gab der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU).