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Der TV Homburg einmal mehr total von der Rolle

Homburg. Eins muss man den Oberliga-Handballern des TV Homburg ja lassen: Sie reden nie lange drum rum, wenn sie Mist gespielt haben. Das gilt für Spieler und Trainer gleichermaßen Von SZ-Redakteur Klaus Kalsch

Homburg. Eins muss man den Oberliga-Handballern des TV Homburg ja lassen: Sie reden nie lange drum rum, wenn sie Mist gespielt haben. Das gilt für Spieler und Trainer gleichermaßen. Am Samstagabend haben sie mal wieder Mist spielt und müssen nach der 29:33 (15:17)-Heimniederlage gegen die Handballfreunde Illtal am Samstag unbedingt beim Tabellenletzten Kuhardt gewinnen, um sicher auch in der nächsten Saison Oberligist zu sein. Die Zebras, in dieser Saison nun wahrlich keine Übermannschaft in fremden Hallen, schaukelten den Sieg am Ende locker nach Hause. Obwohl sie auf Spielertrainer Krzysztof Wroblewski verzichten mussten und eine Reihe angeschlagener Spieler an den Start vor 200 Zuschauern in der Robert-Bosch-Halle brachten. Während sich die Illtaler von ihren Anhängern für den nun endgültigen Klassenverbleib feiern ließen, verschwanden die Homburger wie begossene Pudel in die Kabine. Wo Spielführer Steffen Ecker zunächst mal ein lautstarkes Donnerwetter losließ. "Das war einfach nur Sch , wie wir uns heute hier verkauft haben, es ist unfassbar", hatte er sich auch danach noch nicht beruhigt. Deutliche Worte hatte auch Trainer Dirk Alles schon in der Halbzeitpause gefunden. "Genutzt haben sie nichts", meinte Alles maßlos enttäuscht. "Die meisten von uns waren heute gar nicht in der Halle. Hinten waren wir offen wie ein Scheunentor. Und unsere beiden Torleute haben sich diesem Niveau angepasst. Ein ernsthaftes Aufbäumen habe ich nie gemerkt." Auch Vladimir Stukalin, der an diesem Seuchen-Abend komplett leer ausging, redete nicht drumrum: "Das war überhaupt nichts. Ich weiß auch nicht, was in den letzten Wochen mit uns los ist." Das wüsste auch der Trainer gern. Und deshalb will man in dieser Woche vor dem "Endspiel" in Kuhardt noch einmal "intensiv" in Sachen Ursachenforschung tätig werden. "Wir haben im Kollektiv versagt, dazu zähle ich auch den Trainer", schließt sich Dirk Alles durchaus mit ein. "Vielleicht habe ich zu lange zugeschaut und zu spät gegengesteuert", hatte er schon vor dem Spiel selbstkritisch gemeint. Der Ablauf des Derbys ist schnell erzählt: Illtal führte von Beginn an. Nur in den ersten zehn Minuten konnte der TV das Spiel offen gestalten. Danach dominierten Zeitz, Schäfer, Jelicic, Sinnwell, Hoffmann oder Nomine mit einem bärenstarken Torwart Markus Weber im Rücken fast nach Belieben. Ein Glück für die Homburger, mit Fadil Jusufbegovic wenigstens eine sicheren Schützen vom Siebenmeterpunkt zu haben. Sieben Mal trat der Oldie an, sechs Mal verwandelte er sicher. Weiteres Glück für Homburg, dass auch Reservist Julian Käufling und Christian Boscolo mit Herzblut bei der Sache waren und mit ihren Toren noch für Schadensbegrenzung sorgten. Phasenweise hatten die Gäste in der zweiten Halbzeit mit bis zu sechs Treffern geführt. "Ehrlich, ich hatte es mir schwerer vorgestellt", freute sich Illtal-Chef Erich Hinsberger nach dem Abpfiff. "Ich war felsenfest davon überzeugt, dass wir es heute schaffen würden", war Kollege Jörg Ecker, der TVH-Handballchef, dagegen restlos bedient.TVH-Tore: Jusufbegovic (9/6), Boscolo (7), Käufling (6), Mathieu (3), Ecker (2), White, Riedinger (je 1)