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Christina Ehl ist auf dem Sprung

Kerlingen. Dzsenifer Marozsan, Selina Wagner - im Saarland gibt es bei den Mädchen viele Fußball-Talente. Eines, das noch nicht so bekannt wie ihre berühmteren Kolleginnen ist, ist Christina Ehl aus Wallerfangen-Kerlingen. Die 19-Jährige ist Stammtorhüterin in der zweiten Mannschaft in der Regionalliga Südwest Von SZ-Redaktionsmitglied Stefan Regel

Kerlingen. Dzsenifer Marozsan, Selina Wagner - im Saarland gibt es bei den Mädchen viele Fußball-Talente. Eines, das noch nicht so bekannt wie ihre berühmteren Kolleginnen ist, ist Christina Ehl aus Wallerfangen-Kerlingen. Die 19-Jährige ist Stammtorhüterin in der zweiten Mannschaft in der Regionalliga Südwest. In der Zweiten Liga saß sie bei mehreren Spielen auf der Bank, momentan sind aber noch Verena Wonn und Romina Holz vor ihr. Die Betonung liegt vielleicht auf noch, denn Christina hat in den beiden vergangenen Jahren leistungsmäßig einen Sprung gemacht. "Ich habe in den letzten Jahren richtig viel trainiert, das hat mich ein ganzes Stück weitergebracht", sagt die 19-Jährige.Die kleine Christina spielte schon im Kindergarten mit den Jungs Fußball. "Ein Freund hat mich dann mal ins Training mitgenommen und ich bin dabeigeblieben", erinnert sich die Fußballerin. Bis zur C-Jugend spielte Ehl bei den Jungs des SV Düren-Bedersdorf, danach stand sie zwei Jahre im Tor der männlichen B-Jugend des FV Schwalbach. Danach wechselte sie zum FCS, wo sie auf Anhieb als dritte Torfrau im Bundesligakader stand. Ehl gilt als reaktionsschnell und stark in Eins-gegen-Eins-Duellen. "Das Training bei Josef Galliano hilft mir unheimlich weiter", lobt die Kerlingerin ihren Trainer beim FCS II. Auch von ihren Coaches Werner Tilk und Michelle Voiland habe sie viel gelernt. Lernen musste die Torfrau auch für ihre Abiturprüfungen. Nach den schriftlichen Klausuren muss sie nun noch in Erdkunde ins Mündliche, ehe neun Jahre Gymnasium vorbei sind. Ab dem Sommer wird Christina Ehl dann eine Ausbildung als Chemielaborantin bei Saarstahl beginnen. Da wird dann neben Fußball und Freunde treffen wohl wie bisher nur wenig Zeit für andere Hobbys bleiben. Dem FCS möchte die Torhüterin auch in der kommenden Saison treu bleiben: "Ich denke, dass ich bleibe. Ich hatte schon Gespräche, das Ganze wird sich in den nächsten Wochen entscheiden."Eine entscheidende Rolle spielte Christina auch bei ihren letzten Turnieren. Beim saarländischen Hallenmasters holte sie im Februar durch einen 1:0-Endspielsieg gegen Zweitligist SV Dirmingen den Titel. Nach dem Hallenmasters wurde sie zur besten Torhüterin des Turniers gewählt. Und die Ehrung führte ausgerechnet ihr großes Vorbild durch: Ex-Nationaltorfrau Silke Rottenberg. "Das war schon toll, mit ihr zu reden", meint Christina. Und beim Länderpokal an der Sportschule in Duisburg-Wedau gab es dann Anfang April ein Wiedersehen mit der Welt- und Europameisterin. Denn erneut wurde Christina zur besten Torfrau gewählt. Und das unter 21 Landesverbänden. "Nur schade, dass wir mit dem Saarland durch ein 1:3 im letzten Spiel gegen Hessen noch Platz drei verpasst haben", erinnert sie sich. Für Christina war es trotzdem ein tolles Turnier, sie durfte eine Trainingseinheit mit Silke Rottenberg machen. Mit etlichen Paraden machte das Mädchen aus Kerlingen die Sichter wie Bundestrainerin Silvia Neid oder U21-Trainerin Maren Meinert auf sich aufmerksam. So stand Ehl auch auf Abruf im Kader zur Italienreise der U19-Nationalmannschaft vom 25. bis zum 28. Mai in Italien.Für die saarländische Auswahl hat Christina schon 61 Spiele absolviert. Auch bei mehreren Sichtungslehrgängen der U15 war sie dabei. Ihr erstes Länderspiel, vielleicht nur eine Frage der Zeit