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Bexbacher Urgestein wird 70

Wolfgang Imbsweiler vor dem Bexbacher Rathaus II in Oberbexbach. Der Sozialdemokrat setzt sich seit vielen Jahren für die Belange der Stadt ein. Foto: Thorsten Wolf
Wolfgang Imbsweiler vor dem Bexbacher Rathaus II in Oberbexbach. Der Sozialdemokrat setzt sich seit vielen Jahren für die Belange der Stadt ein. Foto: Thorsten Wolf FOTO: Thorsten Wolf
Bexbach. Engagiert wie er sind sonst nur wenige: Wolfgang Imbsweiler aus Niederbexbach setzt sich als Kommunalpolitiker und Gewerkschaftsmitglied für seine Mitbürger ein. Bei den Sozialdemokraten eroberte er das Amt des Ortsvereinsvorsitzenden. Heute feiert er Geburtstag. Von SZ-MitarbeiterThorsten Wolf

Es dürfte einiges los sein heute ab 11 Uhr im Casino des Kraftwerks Bexbach, gilt es doch, einen runden Geburtstag zu feiern. Niederbexbacher Urgestein, Kommunalpolitiker aus Passion, Sozialdemokrat und Gewerkschaftsmitglied aus Überzeugung - kann durchaus unbequem sein und ist Mitglied in 18 Vereinen: Wolfgang Imbsweiler wird heute 70 Jahre alt. Der gelernte Starkstromelektriker, für den die Bezeichnung "Malzochse" alles andere als eine Beleidigung ist, kommt aus Niederbexbach, lebt dort, abgesehen von fünf Jahren berufsbedingtem Doppel-Wohnsitz mit Gladbeck, sein Leben lang.

Der Berufsweg ist schnell erzählt, war eng verbunden mit dem Bergbau und der Gewerkschaft IGBCE, die bei seinem Eintritt 1959 noch IGBE hieß. Bei Saarberg hat Imbsweiler Starkstromelektriker gelernt, dann den Weiterbildungsweg beschritten, Abteilungssteiger, Ausbildungsleiter in Saarbrücken, Betriebsratsvorsitzender der Hauptverwaltung und schließlich Betriebsdirektor Personal- und Sozialwesen an der Ruhr in Gladbeck.

Der passionierte Skiläufer Imbsweiler kam 1984 zur SPD, wurde 1986 Ortsvereinsvorsitzender in Niederbexbach: "Damals hatten wir 35 Mitglieder, später zeitweise über 90, heute stolze 73", sagte er im Gespräch mit unserer Zeitung. Nur kurz zwingt den Familienvater, Imbsweiler ist verheiratet, hat einen Sohn und ein Enkelkind, die Frage, ob es heute schwieriger ist, Sozialdemokrat zu sein, zum Nachdenken: "Ja", meint er schließlich, "aber das heißt nicht, die Flinte ins Korn zu werfen. Wir an der Basis haben die Aufgabe, der Entwicklung Paroli zu bieten."

Die Kommunalpolitik hat es ihm angetan, und bis zur Kommunalwahl im kommenden Mai wird das so bleiben. Dann ist Schluss im Stadtrat, Imbsweiler tritt nicht mehr an. "Im Ort würde ich mich gern noch einbringen, für den Stadtrat werde ich nicht mehr kandidieren." Von 1989 bis 1994 war er Ortsvorsteher in Niederbexbach, dann ging's an die Ruhr. 1999 wurde er erster Beigeordneter der Stadt Bexbach, blieb das zehn Jahre. Seit 2009 ist Wolfgang Imbsweiler Beigeordneter für Bauen, Wohnen und Verkehr. "Es freut mich ganz besonders, und ich habe immer gekämpft dafür, dass sich die beiden großen Fraktionen im Stadtrat wieder so angenähert haben, dass es das gemeinsame Ziel ist, für Bexbach etwas zu erreichen, für die Bürger was zu tun. Wir haben diesbezüglich viele gute Gespräche gehabt. Es geht nur gemeinsam, und das funktioniert in Bexbach."

Wichtig ist ihm das Vereinsleben, etwa der Förderverein Jakobuskirche Niederbexbach. "Die Jakobuskirche ist ein echtes Wahrzeichen. Unser großes Ziel ist es, dass der Kirchturm wieder in neuem Glanz erstrahlt." Rund 18 000 Euro hat der Förderverein in den ersten drei Jahren seines Bestehens zusammengebracht. Stolz ist er auch darauf, dass dem Förderverein viele Katholiken angehören.