| 21:17 Uhr

Bands können im Keller proben

St. Wendel. "Wenn wir in dem Tempo weitermachen, wird St. Wendel bald die Musikstadt im Saarland sein." Ralph Schäfer-Lösch, der Leiter der Fun Music School, lobt die Initiative der Stadt St. Wendel. Was mit dem Projekt "WND Band Works" (wir berichteten) angefangen hat, geht nun mit "Rock@Club" in die nächste Runde Von SZ-Redakteurin Melanie Mai

St. Wendel. "Wenn wir in dem Tempo weitermachen, wird St. Wendel bald die Musikstadt im Saarland sein." Ralph Schäfer-Lösch, der Leiter der Fun Music School, lobt die Initiative der Stadt St. Wendel. Was mit dem Projekt "WND Band Works" (wir berichteten) angefangen hat, geht nun mit "Rock@Club" in die nächste Runde. Dieses Mal ist auch die Stiftung Hospital mit im Boot. Denn in den Kellerräumen der Stiftung Hospital, genauer gesagt unter dem Haus der Jugend, entstehen in den nächsten drei Monaten zwei Proberäume für junge Bands. Dazu sagt Bürgermeister Klaus Bouillon: "Diese kreativen jungen Menschen brauchen eine Heimat, wo sie ihre Musik spielen, sich ausprobieren, verbessern und gemeinsam feiern können, und das alles ohne horrende Mietkosten." Denn die Newcomer-Bands haben den Bürgermeister auf ein Problem aufmerksam gemacht, das viele Musiker, die noch keine eigenen Einnahmen haben, drückt. Kostengünstige Proberäume sind Mangelware. In den beiden Räumen können in Zukunft alle interessierten jungen Bands kostenlos proben. In den nächsten beiden Wochen sollen die Bauarbeiten beginnen, die Kosten dafür teilen sich Stadt und Stiftung Hospital. Die beiden Räume sollen nicht nur schalldicht sein, sondern auch eine gute Akustik bieten. Um möglichst viele Gruppen beherbergen zu können, erhalten die Räume eine Grundausstattung mit Schlagzeug, zwei Verstärkern und einer PA-Anlage. So können mehrere Bands nach einem ausgeklügelten Plan proben. Jeder Jungmusiker muss dann nur sein Instrument transportieren. Und junge Bands gibt es genug. Allein bei dem Wettbewerb "WND Band Works" haben sich 17 erstklassige Bands beworben. "Und diese junge Musikszene wollen wir nachhaltig fördern", sagt Bouillon. Denn die Bands können nicht nur kostenlos proben, sie bekommen auch die Möglichkeit, ihr Können der Öffentlichkeit zu präsentieren. "Wir wollen jungen Bands die Möglichkeit bieten, in einem gewissen Rhythmus aufzutreten", sagt dazu Willi Gregorius, der Orgnisator des Bildungs- und Kulturzentrum "impuls" der Stiftung Hospital. Erstes Konzert am FreitagDeshalb bereiten sich bereits jetzt vier Bands auf das erste Konzert am kommenden Freitag, 22. Mai, vor (siehe Info-Kasten). "Das ist für uns eine große Herausfordreung", sagt dazu Matthias Maldener von der Band The Racoons. Zumal das Konzert unplugged, also ohne Verstärker, gespielt wird. "Das ist für uns eine völlig neue Erfahrung", fügt Joshua Zimmer von Spirit Wanted hinzu. Er lobt ausdrücklich das Projekt: "Ich kenne viele Musiker in anderen Städten - dort gibt es nichts Vergleichbares." Ähnlich äußert sich Christian Schönfeld von den Stuffed Animals: "In St. Wendel wird extrem viel getan, was Musik betrifft."Das hebt auch Uwe Kunz, der das Haus der Jugend leitet, hervor. Für ihn, so sagt er, gehe ein Wunschtraum in Erfüllung: "Ich dachte immer, so etwas gäbe es nur in Städten wie Trier oder Kaiserslautern, und jetzt ist so etwas auch in St. Wendel möglich."Bouillon betont, dass das Projekt keine Eintagsfliege sein soll. Er sei "fest und wild entschlossen", es zu einer Dauereinrichtung werden zu lassen. Denn damit werde eine Musik-Szene aufgebaut, von der auch die Stadt und deren Bevölkerung profitieren werde. Bouillon: "Ich gehe davon aus, dass es in den nächsten Jahren viele Konzerte geben wird." Meinung


Ein Konzept, das Sinn macht



Von SZ-RedakteurinMelanie Mai Mit den jüngsten Projekten der Stadt St. Wendel wird nicht einfach nur Geld verteilt. Vielmehr haben sich die Verantwortlichen Gedanken gemacht, wie die einzelnen Förderprogramme aufeinander aufbauen können. So werden die jungen Bands unterstützt, ihnen wird gezeigt, wie sie besser Musik machen und sich vermarkten können - und, dass auch sie wichtig sind. Das motiviert. Und es zahlt sich am Ende auch für die Stadt aus. Von den Konzerten können alle Bürger profitieren. Und letztendlich auch die Stadt, die beim Stadtfest oder anderen Veranstaltungen Geld für teure Bands spart. Auf einen BlickZum Auftakt der Konzertreihe "Rock@Club" am Freitag, 22. Mai, um 19 Uhr präsentieren sich drei der fünf Siegerbands des Förderprogramms "WND Band Works" unplugged im Haus der Jugend: Spirit Wanted, Stuffed Animals und The Racoons - sowie die Teddy Pickers als Gewinner des Vorjahreswettbewerbes. Der Eintritt kostet im Vorverkauf fünf und an der Abendkasse sieben Euro. Karten sind in der Fun Music School und im "Haus der Jugend", Stiftung Hospital, erhältlich. him