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Kommentar
Auszubildende fair bezahlen

FOTO: SZ / Roby Lorenz
Es ist ein Teufelskreis, der nicht dazu beiträgt, dass es in deutschen Kitas optimal laufen kann. Zum einen müssen die Auszubildenden, die Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen werden wollen, vier lange Ausbildungsjahre von der Hand in den Mund leben. Von Dietmar Klostermann
Dietmar Klostermann

Vor allem im Vorpraktikum, in dem es nur ein Taschengeld gibt, hängt es von den Finanzen des Elternhauses ab, ob die jungen Auszubildenden das erste Jahr bestehen können. Aber vor allem die Verdienstmöglichkeiten für die Erzieherinnen in den Kitas bleiben, im Vergleich mit dem europäischen Ausland, miserabel. Während in Skandinavien die Kindergärtnerinnen eine Top-Ausbildung erhalten und auf dem Niveau von Hochschullehrern bezahlt werden, herrscht in der deutschen Politik immer noch eine Denkweise vor, die an die Kaiserzeit erinnert. Frei nach dem Motto „Was ist schon dabei, kleine Kinder ein paar Stunden zu bespaßen?“. Dabei gibt es längst eine unübersehbare Zahl von Studien, die besagen, wie wichtig gerade die ersten Lebensjahre für die soziale Kompetenz und die späteren Lernerfolge sind. Darum: gleiche Bezahlung und Ausbildung von Erzieherinnen, Lehrern und Professoren. Jetzt!