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Hilfe für Langzeitarbeitslose: Stadt baut 80 Menschen Brücken in den Job

Hilfe für Langzeitarbeitslose : Stadt baut 80 Menschen Brücken in den Job

Saarbrücken knüpft an Erfolge der Bürgerarbeit an: Menschen haben wieder Jobs, sie helfen der Natur und fördern den Tourismus.

Es sieht so aus, als erlebe die lange Zeit erfolgreiche, dann aber nicht mehr weitergeförderte  Bürgerarbeit ein Comeback in Saarbrücken. Wenn auch in abgewandelter Form.

Zum Beispiel sind auf dem Burbacher Waldfriedhof  Männer und Frauen dabei, diese Fläche in einen Park zu verwandeln. Was sie dort tun, ist Teil des Bundesprogramms „Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt“. Was die Menschen in Burbach tun, läuft unter dem Stichwort „Kulturort Friedhof“.

Weitere Beschäftigte werden sich in der anderthalb Jahre dauernden Maßnahme auf den Tätigkeitsfeldern „Leben, Lernen, Freizeit, Grünanlagen“, „Archive“ und „Naherholungsgebiet Zoo“ ins Berufsleben zurückarbeiten.

Sie wollen öffentliche Grünanlagen verschönern, Parks umgestalten, Weiden für Insekten anlegen oder das Umfeld von Kindertagesstätten verschönern.

Im Saarbrücker Stadtarchiv werden 20 Projektteilnehmer Fotosammlungen ordnen. Im Bauaufsichtsamt gilt es, Akten für die Aufnahme in das neue Kompaktarchiv an der Dudweiler Landstraße vorzubereiten. Das erleichtert danach auch an der Stadtgeschichte interessierten Bürgern und nicht zuletzt Studenten die Arbeit mit dem städtischen  Archivmaterial.

Im Zoo sind 20 Frauen und Männer im Einsatz, um ihn noch mehr als familienfreundliches Naherholungsziel herauszuputzen. Er ist immerhin eine der beliebtesten Ausflugsadressen im Saarland.

Die Stadt Saarbrücken ist mit dem Zentrum für Bildung und Beruf Saar in Burbach (ZBB) als sogenannte Projektträger dafür zuständig, dass diese 80 ehemaligen Langzeitarbeitslosen sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind. Das Programm begann am 1. Juli,  und es dauert 18 Monate. 55 Menschen machen schon mit. Bis zum 1. August sind dann alle 80 Plätze belegt. Das haben ZBB-Geschäftsführerin Karin Riga und Oberbürgermeisterin Charlotte Britz gestern bei der Pressekonferenz verkündet.

Das Prinzip: Sogenannte „Langzeitleistungsbezieher  mit gesundheitlichen Einschränkungen“  oder minderjährigen Kindern sollen leichter wieder einen Job auf dem nicht geförderten Arbeitsmarkt finden. Und die geförderten Stellen sollen eine Art Brücke zurück in eine unbefristete Tätigkeit mit allem Drum und Dran sein. Die Kosten teilen sich  der Bund, das Jobcenter im Regionalverband, die Stadt und das Land.

Oberbürgermeisterin  Britz bewertete das neue Förderangebot so: „Unsere Bemühungen haben sich ausgezahlt. 80 Menschen bekommen jetzt eine Aufgabe und einen strukturierten Tagesablauf. Die Arbeit zeigt ihnen, dass sie wertgeschätzt und gebraucht werden – das ist unverzichtbar für die Würde eines jeden Menschen.“ Und mit jedem Einzelnen die Familie, die dahinter steht, sagte Riga.

Arbeitsministerin Anke Rehlinger ließ den Teilnehmern der Pressekonferenz ausrichten: „Schon mit dem leider nicht fortgeführten Programm ‚Bürgerarbeit‘ haben wir im Saarland ähnlich gute Erfolge erzielt und viele Menschen in längerfristige sozialversicherungspflichtige Beschäftigung integrieren können.“ Deswegen freue sie sich, dass der Bund die Förderung der „Sozialen Teilhabe“ künftig als sogenannte Regelförderung im Sozialgesetzbuch verankert und dafür genug Geld ausgibt.

Langzeitarbeitslose werden dank des vom Bund aufgelegten und aus der Region mitfinanzierten Programms eingesetzt für die Pflege der Grünflächen und die Verschönerung des Zoos. Foto: Gundelwein/GUNDELWEIN
Zoo Saarbraºcken Der Saarbraºcker Zoo hat Nachwuchs am Dienstag (5.4.2016). Im Bild: die Kattas. Foto: Becker&Bredel Foto: BeckerBredel

Der Geschäftsführer des Jobcenters im Regionalverband Saarbrücken, Thomas Gramm, weiß, was er, sein Team und nicht zuletzt die Teilnehmer an der Bürgerarbeit hatten. Er sagte gestern, dass nach der Projektphase jeder Fünfte wieder eine Stelle fand auf dem ersten Arbeitsmarkt.