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Mit Haus der offenen Tür feiert Josef Sauter seinen 95. Geburtstag

Mit Haus der offenen Tür feiert Josef Sauter seinen 95. Geburtstag

Bliesmengen-Bolchen. Gastfreundlich mit einem "Haus der offenen Tür" feiert Josef Sauter heute seinen 95. Geburtstag. Er verströmt Heiterkeit. Besonders, als ein "Happy Birthday" aus der Spieluhr vom Wohnzimmertisch erklingt. Die Spieluhr ist ein ergrautes Pärchen, das fröhlich zu den immer fetziger werdenden Klängen mitrockt

Bliesmengen-Bolchen. Gastfreundlich mit einem "Haus der offenen Tür" feiert Josef Sauter heute seinen 95. Geburtstag. Er verströmt Heiterkeit. Besonders, als ein "Happy Birthday" aus der Spieluhr vom Wohnzimmertisch erklingt. Die Spieluhr ist ein ergrautes Pärchen, das fröhlich zu den immer fetziger werdenden Klängen mitrockt. "Manchmal greife ich mir mein Liederbuch und singe selbst noch", erzählt der Jubilar stolz.80 Jahre im KirchenchorSeit 80 Jahren sei er im Kirchenchor, und im Schützenverein sei er auch schon seit mehr als 40 Jahren, sagt der gebürtige Habkircher. An der Wohnzimmerwand hängen neben Ehrenurkunden von Vereinen und Familienbildern auch Auszeichnungen aus der Soldatenzeit. Mit Tag und Uhrzeit erinnert der 95-Jährige die Daten, die sein Leben besonders geprägt haben. Aus den Kriegswirren im Stukageschwader "Immelmann" zum Beispiel den Abschuss seines Kampfjets. Hinter der russischen Linie seien sie abgestürzt. Nach dem Verhör durch die Russen habe ein Major sie plötzlich auf Deutsch angesprochen. "Ich bin ein Jude", habe der gesagt und erzählt, dass seine Familie tot sei und er über Wien nach Moskau fliehen konnte. "Dem verdanken wir unser Leben", betont Sauter. Trotzdem folgten sieben Jahre Kriegsgefangenschaft in Sibirien. Nur Wille und Glaube hätten ihm geholfen, die Zeit durchzustehen. 1949 sei er endlich zurück nach Bliesmengen-Bolchen gekommen. "Da habe ich meine Hedwig geheiratet. Schon 1937 lernten wir uns lieben, aber durften es nicht, weil unsere Väter Streit hatten", erinnert er sich. Leider sei er seit 2006 verwitwet. "Aber unsere Freunde, Gertrud und Alfred Lagaly, die stehen mir immer noch zur Seite", lobt er die Nachbarn von gegenüber. Beim Bewirten an seinem Geburtstag helfen auch seine Töchter. "Die leben alle drei mit ihren Familien im Schwarzwald", erklärt Sauter. Aber er sei in Bliesmengen-Bolchen zu Hause und wolle auch da bleiben. Seine Familie sei inzwischen um acht Enkel und fünf Urenkel angewachsen. roel