Wahlkonferenz der SPD Gersheim für Clivot

Gersheim : Clivot will Verwaltungs-Chef werden

Bei der Wahlkonferenz der Gersheimer SPD stellten sich alle Mitglieder geschlossen hinter Michael Clivot.

„Es wird Zeit! – Michael Clivot. Der neue Bürgermeister für Gersheim“ ist der offizielle Wahlkampfslogan von Michael Clivot. Mit traumhaften 100 Prozent der Stimmen wurde der Walsheimer auf der Wahlkonferenz der Sozialdemokraten in Gersheim zum Bürgermeisterkandidaten seiner Partei gekürt. Unter den etwa 100 Besucherinnen und Besuchern war auch saarländische Politprominenz im Gemeinschaftshaus Walsheim zu Gast. So etwa der saarländische Bildungsminister Ulrich Commercon, der stellvertretende SPD-Vorsitzende Eugen Roth sowie SPD-Generalsekretär Christian Petry. Und auch Clivots Ehefrau, Staatsekretärin Christine Streichert-Clivot und gleichzeitig SPD-Fraktionsvorsitzende im Gersheimer Gemeinderat, zählt zur saarländischen SPD-Führungselite. Unterstützt wurde Clivot zudem auch von den „benachbarten“ Bürgermeisterkandidaten Sven Meier (St. Ingbert) und Maria Vermeulen (Mandelbachtal).

Michael Clivot (40), IT-Projektleiter und bereits bei der letzten Bürgermeisterwahl angetreten, ging in einer engagierten Rede auf seine Motivation ein, in einer schwierigen Gesamtsituation der Gemeinde für das Amt zu kandidieren: „Was mich reizt an dieser Aufgabe, ist der Kontakt zu Menschen, ihnen bei ihren Anliegen weiterzuhelfen und ihnen zuzuhören. Mich reizt es, neue Wege zu gehen und nicht nach dem Motto „das haben wir schon immer so gemacht“ zu arbeiten, meine ganze Kreativität einzusetzen, um die Gemeinde voranzubringen. Ich bin bereit, die Verantwortung zu übernehmen“, bekräftigte Clivot.

Wie bereits bei der Pressekonferenz zu seiner Kandidatur Anfang Oktober nannte Clivot die Familien- und Kinderpolitik als einen Schwerpunkt seiner zukünftigen Arbeit. Es sei vom formulierten Anspruch des Amtsinhabers, Gersheim „zur familienfreundlichsten Gemeinde des Saarlandes zu machen“ nicht viel übriggeblieben. Der Walsheimer Kandidat, zweifacher Vater, will gegen den Anstieg der Kita-Gebühren ankämpfen, die Kooperation der verschiedenen Einrichtungen im frühkindlichen Bildungsbereich vorantreiben und die Flexibilität in den Betreuungszeiten verbessern. Zudem will er die Schulen besser bei der Ausstattung und Digitalisierung unterstützen sowie bei der Erfüllung des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung. Auch Seniorenpolitik soll ein zukünftiger Schwerpunkt sein. Hier kritisierte er den Zeitpunkt der jetzt kurz vor der Wahl angekündigten Seniorenbroschüre und die erst kürzlich erfolgte Wahl eines Seniorenbeauftragten, was schon vor Jahren beschlossen worden sei. Clivot regte in diesem Zusammenhang Mehrgenerationenwohnungen, Einkaufsfahrdienste, Weiterbildungsangebote und einen weiteren Ausbau barrierefreier öffentlicher Einrichtungen an. Weiterer Schwerpunkt des Kandidaten aus der IT-Branche ist die Digitalisierung. Breitband- und Mobilfunkausbau sollten ebenso vorangetrieben werden wie die Einrichtung von öffentlichem Wlan.

Eine gute Anbindung sei inzwischen ein Standortfaktor: „Mein Ziel ist es – über welche Technik auch immer – allen Orte der Gemeinde, so entlegen sie auch sein mögen, in spätestens fünf Jahren eine Breitbandverbindung zur Verfügung zu stellen“, zeigte sich Clivot auf diesem Themenfeld sehr ambitioniert. Ebenso leidenschaftlich wolle er sich für größere Transparenz und Bürgerbeteiligung einsetzen: „Ich halte es für eine existenzielle Pflicht des Staates, seine Bürgerinnen und Bürger an seinen Entscheidungen teilhaben zu lassen und Entscheidungen transparent zu machen“, unterstrich der Walsheimer. Auch auf die leeren Kommunalkassen ging Clivot ein. In Gersheim seien „immer Steuern und Gebühren erhöht und gleichzeitig die Leistungen gesenkt“ worden. So etwa bei den Dienstleistungen, in der Kultur und bei öffentlichen Leistungen: „Und jetzt werden sogar die Toiletten auf den Friedhöfen stillgelegt.“

Clivot setzt große Hoffnungen in den Saarlandpakt, damit auch wieder Kofinanzierungen eingegangen und Investitionen getätigt werden könnten, „wenn auch der Pakt nicht alle Probleme lösen kann und wird“. Er wolle auch in Saarbrücken an den zuständigen Stellen für die Gemeinde „kämpfen“.

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