Sanierungsprojekt Neunkirchen Stummplatz bekommt Wasserspaß

Neunkirchen · 700 000 Euro investiert die Stadt Neunkirchen für eine Neugestaltung des zentralen Areals mitten in der Innenstadt. Der Lübbener Platz soll folgen.

 Wenn die Wasserfontänen spritzen wie auf diesem Symbolfoto, werden nicht nur die Menschen Spaß haben, sondern auch Vierbeiner.

Wenn die Wasserfontänen spritzen wie auf diesem Symbolfoto, werden nicht nur die Menschen Spaß haben, sondern auch Vierbeiner.

Foto: dpa/Barbara Arnold

Kleine Kinder dürften ihn kommenden Sommer lieben, junge Mütter womöglich mit den Zähnen knirschen. Ein zentraler Ort Neunkirchens soll - unter Einsatz von sprühendem Wasser - deutlich attraktiver werden: Die Stadt investiert rund 700 000 Euro in den Stummplatz. Der Löwenanteil der Summe, 90 Prozent, stammen dabei als Zuschuss vom Bund. Im Zeitraum zwischen Mitte und Ende November, erläuterte Bauamtsleiter Jürgen Detemple am Donnerstag im Rathaus, stellen die Arbeiter den Bauzaun. Spätestens im kommenden Frühjahr ist die neue Optik vor den Toren des Saarpark-Centers dann fertig.

Der kleine Brunnen mitten auf dem Areal kommt weg. Eine moderne, ebenerdige Anlage in der Platzmitte dürfte im Sommer Kinder magisch anziehen. Knapp 150 Quadratmeter groß wird sie sein und aus zwei Teilen bestehen: Ein Fontänenfeld mit 15 beleuchteten Düsen und ein schmales Wasserbecken, das symbolisch an den Heinitzbach erinnert, der unter dem Asphalt durch ein Rohr fließt. 14 Fontänen haben eine Wasserhöhe von maximal zwei Metern. In der Mitte des Feldes wird eine Düse das Wasser vier bis fünf Meter hochschießen. „Eventdüse“ nennt der Bauamtsleiter sie. Der Platz als solcher, bislang zum Brunnen hin leicht abfallend, wird gänzlich eben, bekommt neuen Belag. Im Fontänenfeld stehen Sitzwürfel aus Beton. Das Wasserbecken daneben führt nur so viel Nass, dass ein Film über den Beton auf der leicht abschüssigen Fläche läuft. Die Brunnenanlage ist umgeben von einer Wasseraufnahme, die das kostbare Gut immer wieder zurückbringt. Die Fontänen sind mit LED-Strahlern ausgestattet. Rund um dieses Zentrum lässt die Stadt entlang der nördlichen und westlichen Seite (vor dem Saarpark-Center) zwölf mobile Sitzbänke aus Beton aufstellen. Für die Beleuchtung sorgen fünf Mastleuchten rundum. Wichtig bei der ganzen Geschichte: Alle Sitzmöbel sind beweglich, die Brunnenanlage bündig. Der künftige Stummplatz wird für Veranstaltungen mit Bühnen oder Zelt viele Möglichkeiten des Aufbaus bieten. Der Bau- und Vergabeausschuss bringt jetzt die Aufträge auf den Weg, erläutert Detemple. Der alte Brunnen aus dem Jahr 1989 ist in ein paar Wochen Geschichte.

Der Stummplatz ist besonders in den Wintermonaten ein recht ödes Areal. Neunkirchens Oberbürgermeister Jürgen Fried stellt die Umgestaltung - der benachbarte Lübbener Platz soll zu einem späteren Zeitpunkt folgen - in einen größeren Zusammenhang. Das Projekt beschließe eine Reihe von baulichen Veränderungen in der Innenstadt: Neue Gebläsehalle, Ansiedlung der ASW Berufsakademie, Hotel und Sportgeschäft an der Peter-Neuber-Allee, Umgestaltung der Bahnhofstraße und nicht zuletzt die Bliesterrassen, deren Südseite bald fertig sein wird. Neunkirchen will das Hüttenstadt-Image aus alten Tagen loswerden. Und das, betont der Verwaltungschef, nicht nur mit Kultur, sondern auch Wirtschaftsansiedlungen im Bereich der Dienstleistungen und eben auch optischen Veränderungen im Stadtbild. Stummplatz und Lübbener Platz sind ein vorläufiger Abschluss der Innenstadt-Modernisierung. Mit dem künftigen Stummplatz steige dort die Aufenthaltsqualität, sagt der Verwaltungschef.

 Der künftige Stummplatz als Skizze. In der Mitte die Wasserfläche (Düsen und flacher Wasserlauf), umgeben von fünf Leuchten. Am unteren Bildrand rechts ist das Stummdenkmal zu sehen.

Der künftige Stummplatz als Skizze. In der Mitte die Wasserfläche (Düsen und flacher Wasserlauf), umgeben von fünf Leuchten. Am unteren Bildrand rechts ist das Stummdenkmal zu sehen.

Foto: Markus Müller/Stadt Neunkirchen/Markus Müller

Um die Aufenthaltsqualität auf dem Lübbener Platz wenige Meter weiter auf der anderen Straßenseite der Lindenallee gab es in den vergangenen Tagen und Wochen viel Ärger. Mehrfach rückte die Polizei aus, um Streitereien zwischen Menschengruppen zu schlichten. OB Fried sagt, die Stadt müsse eine verfehlte Zuwanderungspolitik von Bund und Europäischer Union ausbaden. Sie überlege auch, ob über die Platzgestaltung Einfluss zu nehmen sei. Ein weiterer Sozialarbeiter werde sich im kommenden Jahr verstärkt der Problematik widmen. Citywache und Sicherheitspartnerschaft mit dem Land erwähnte Fried in diesem Zusammenhang auch. Entlang der Blies Richtung ASW-Gebäude will die Verwaltung zudem junge Leute mit „Outdoor-Geräten“ dazu bringen, ihre Kraft friedvoll loszuwerden.