Fynn und Piotr überzeugen die Jury

Fynn und Piotr überzeugen die Jury

Gestern fiel die Entscheidung im Vorlesewettbewerb des Deutschen Buchhandels auf Kreisebene. Am Ende setzten sich Fynn Klicker vom Gymnasium Ottweiler und Piotr Czura vom Illtalgymnasium durch.

Fast eine halbe Stunde lässt sich die Jury Zeit. Die Blicke der zwölf Kandidaten werden immer nervöser. Doch die Entscheidung, wer die beiden besten Vorleser des Landkreises sind, fällt schwer. Und so dauert es eben ein wenig, bis die Jury aus Buchhändlerin Martina Hennes, Hans-Jürgen Schäfer, dem Leiter der Kreisvolkshochschule, und Frank Prianon, dem Leiter der gastgebenden Gemeinschaftsschule Merchweiler, zu einer Entscheidung kommt. "Es war auch in diesem Jahr nicht so einfach, an der Spitze die Besten herauszufinden", sagt Schäfer. Schließlich waren die besten Vorleser aus den sechsten Klassen der 14 weiterführenden Schulen in Wemmetsweiler zusammengekommen, um sich für den Landesentscheid im Vorlesewettbewerb des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels zu qualifizieren. "Die Teilnehmer heute haben sich ja schon gegen viel Konkurrenz an ihrer eigenen Schule durchgesetzt", erklärt Jugendpfleger Dietmar Bonnstaedter, zuständig beim Kreis für den Wettbewerb.

Während die Teilnehmer nach dem ersten Teil des Wettbewerbs, bei dem es darum ging, aus selbstgewählten Texten vorzulesen, noch fast gleichauf liegen, fällt die Entscheidung beim Fremdtext. "Australien ? Australien !" von Tino Schrödl hatte der Börsenverein in diesem Jahr eigens für den Wettbewerb ausgewählt und als Buch herausgegeben. Es ist die Geschichte eines 15-Jährigen, der mit seinen Eltern nach Australien auswandern muss. Manchem Teilnehmer schwante da nichts Gutes. "Ich hatte schon ein bisschen Angst, dass da sehr viele englische Wörter vorkommen würden", gesteht Fynn Klicker vom Gymnasium Ottweiler . Auch Bonnstaedter erinnert sich noch an frühere Jahre, als die saarländischen Schüler mit solchen Büchern immer wieder ihre Probleme hatten: "Da die Bücher für ganz Deutschland ausgesucht werden und oft englische Ausdrücke vorkamen, war das für die Schüler , die mit Französisch als erster Fremdsprache angefangen haben, ein Problem. Aber heutzutage ist das durch das Internet kein Problem mehr." Zumal "Australien ? Australien !" dann doch weniger englische Wörter enthält, als von Fynn befürchtet: "Das war dann ja doch gar nicht so schlimm."

Überhaupt läuft es für ihn prächtig. Zielsicher manövriert er sich durch den unbekannten Text, betont die amüsanten Stellen mit der passenden Akzentuierung und all das fehlerfrei. Genauso wie Piotr Czura vom Illtalgymnasium. Auch wenn der sich anfangs ein wenig gesorgt hatte: "Manchmal betone ich ein bisschen zu stark. Aber ich habe mit ein paar Techniken geübt, damit das besser wird." Mit Erfolg. Er strahlt Ruhe aus, nimmt sich sogar die Zeit für kurze Blicke ins Publikum. Souverän nennt man so etwas. Und das sieht auch die Jury so und kürt Piotr und Fynn zu den beiden besten Vorlesern des Kreises. So schwer ihr die Entscheidung auch gefallen ist, berechtigt war sie allemal.

Und so kämpfen Fynn und Piotr im Mai um den Titel "Bester Vorleser des Saarlandes". Ihre Chancen dürften gar nicht so schlecht stehen.

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HintergrundAm 56. Vorlesewettbewerb des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels haben alle 14 weiterführenden Schulen im Landkreis Neunkirchen teilgenommen. Die beiden Sieger Piotr Czura (Illtalgymnasium) und Fynn Klicker (Gymnasium Ottweiler ) fahren nun zum Landesentscheid am Mittwoch, 20. Mai, 15 Uhr im Forum der Saarbrücker Zeitung in Saarbrücken. Und wer sich dort durchsetzen kann, darf dann vom 15. bis 17. Juni in Berlin um den Titel bester Vorleser Deutschlands kämpfen. jbö