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Es geht voran
H 1 steht für Wandel in Wiesbach

Die Umbauarbeiten am ehemaligen Landheim Wiesbach, jetzt H 1, laufen auf Hochtouren. Unser Bild zeigt Anke Komenda und Michael Krämer vom Investoren-Team vor dem Wohnungs-Trakt, der in wenigen Monaten bezugsfertig  sein soll..
Die Umbauarbeiten am ehemaligen Landheim Wiesbach, jetzt H 1, laufen auf Hochtouren. Unser Bild zeigt Anke Komenda und Michael Krämer vom Investoren-Team vor dem Wohnungs-Trakt, der in wenigen Monaten bezugsfertig sein soll.. FOTO: Andreas Engel /
Wiesbach. Die Verwandlung ist unübersehbar: Seit einem Jahr ist der Umbau des Landheims Wiesbach im Gange. Aus dem Ex-Erholungsheim wird ein moderner Komplex für Wohnen, Sport, Büros, Praxen. Name: H 1

H 1, das steht für die Adresse des Objektes in Wiesbach, die Hauptstraße 1, und steht auch für die Veränderung vom betulichen Landheim zu einem Ort, an dem Wohnungen, Büros, medizinische Angebote, Sport und möglicherweise auch Gastronomie in einem Komplex vereint sind. Die Macher von H 1 sind die Architektin Anke Komenda, ihr Ehemann, der Projektentwickler Manfred Komenda, und der IT-Unternehmer Michael Krämer, die den Umbau der alten Kurklinik mit viel Verve vorantreiben.


Kurz vor der Fertigstellung steht der Trakt mit zehn Wohnungen. Alle sind zum Jahreswechsel vermietet und Michael Krämer sieht die ersten Bewohner schon in diesem Jahr das Weihnachtsfest in der Hauptstraße 1 feiern.

Aber das Wohnen ist nur eine Facette des ehrgeizigen H 1-Projektes. Die Komendas und Krämer haben zwar konkrete Vorstellungen, allerdings soll H 1 mit den künftigen Nutzern gemeinsam in den Details entwickelt werden. Schon in Betrieb und gut angenommen ist die Turnhalle mit den Kursangeboten der Sportfreunde H 1, die im Bereich Laufen vom Park und dem „Landheimer Wald“ genannten Waldstück in unmittelbarer Nähe profitieren. Mit ihrer Privatpraxis für Schmerztherapie und Sportmedizin hat sich Dr. Christina Krämer im selben Gebäudeteil wie die Sportler niedergelassen. Ab 1. September bietet der Saarbrücker Orthopäde und Wiesbacher Bürger Thomas Johannes Sprechstunden in H 1 an. „Wir sehen H 1 künftig als medizinisches Versorgungszentrum mit ärztlichen und therapeutischen Praxen auf rund 600 Quadratmetern“, steckt Anke Komenda gegenüber der SZ den Rahmen ab. Wobei sich die Investoren natürlich im Klaren sind, dass Wiesbach bei den Anbietern dieser Dienstleistungen nicht unbedingt ganz oben auf der Liste der Niederlassungs-Wunschorte steht. Was das H 1-Projekt aber durch die Möglichkeit der Synergien zwischen den Praxen, durch flexible Arbeitszeit- und Raum-Modelle wettmachen will. „Wir sehen es als unsere Aufgabe an, Interessenten zusammenzubringen und mit ihnen gemeinsam, den passgenauen Umbau zu gestalten“, so Komenda und Krämer. Wenn dann auch noch eine Apotheke angesiedelt werden  und eine Café-Gastronomie für Wiesbach begeistert werden könnte, wäre das H 1-Glück ziemlich perfekt. Dank 120 Parkplätzen im unmittelbaren Umfeld wäre H 1 klar im Vorteil zu Angeboten in Stadt- oder Ortszentren.



Teile des Gebäudes wie der ehemalige Empfangsbereich für die Kurgäste im über 100 Jahre alten Hauptgebäude, die kleinen Zimmerchen, das Schwimmbad, die Küche oder die Essensausgabe atmen zurzeit noch den Charme der 60er- und 70er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Ein Charme, der für die Fassade durchaus erhaltenwert ist, drinnen aber den Ansprüchen der modernen Zeit weichen wird. Dabei zeigen die Planer und Investoren viel Gefühl fürs Detail. Nicht Modernisierung auf Biegen und Brechen ist ihr erklärtes Ziel, sondern das Bewahren von baulichen Details, die zeigen, dass H 1 ein Ort mit Geschichte und Geschichten ist. Sonst wären Plattmachen und ein Neubau wohl einfacher gewesen.

Wie mit der vorhandenen Substanz umgegangen wird, zeigt die nun nicht mehr benötigte Brücke zwischen dem Trakt mit den Wohnungen und dem Hauptgebäude. Die Metall-Konstruktion wird herausgetrennt und soll eventuell als Basis für den neuen Stall für die beiden Wasserbüffel-Damen im Park dienen. Oder sie findet eine anderen Verwendung in H 1. Man wird sehen.

Die älteren Wiesbacher erinnern sich noch an das kleine Schwimmbad der ehemaligen Mutter-Kind-Einrichtung.
Die älteren Wiesbacher erinnern sich noch an das kleine Schwimmbad der ehemaligen Mutter-Kind-Einrichtung. FOTO: Andreas Engel