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Leserbrief
„Das Tafelsilber verhökern?“

Schloss Ziegelberg.
Schloss Ziegelberg. FOTO: meyer
Verkauf Schloss Ziegelberg

Allein der Gedanke, die Immobilie Schloß Ziegelberg, ob mit oder ohne Toroffenhaltung, verkaufen zu wollen, ist eine Unverfrorenheit dem Bürger Mettlachs gegenüber. Wir, die Bürger, sind stolz auf unseren Ort und schätzen unser Alleinstellungsmerkmal: Zwei Schlösser, das Schloss Saareck und das Schloss Ziegelberg.



Und diese letztgenannte Immobilie, unser Tafelsilber, ohne Skrupel verhökern zu wollen, finde ich nicht in Ordnung. Ein meiner Meinung nach verwerfliches Vorhaben ist, den Erlös in Sitzungs- oder Tagungsräume oder eine Art Bürgerhaus investieren zu wollen. Beides wäre in Schloss Ziegelberg möglich. Meines Wissens nach müsste der Erlös ohnehin in den Haushalt fließen. Er kann also nicht zweckgebunden verwendet werden.

 Unser Ortsteil hat Jahrzehnte kein Bürgerhaus, und die Chance, ein solches günstig zu erwerben, wurde beim Verkauf des Saalbaues vertan. Der Ankauf für 200 000 Mark wurde von einem Gemeinderatsmitglied, das sich heute noch im Rat findet, mit dem Argument, dass das Gebäude baufällig sei, abgelehnt. Seit dieser Zeit hat sich im Hinblick auf das Bürgerhaus in Mettlach nichts mehr getan. Das Fehlen eines solchen ist auch mit ein Grund, warum das gesellschaftliche Leben im Ort immer mehr schwindet. Chance vertan!

Außerdem gilt auch hier: Bei allem, was du tust, bedenke das Ende. Hier meine ich: Das Angeschaffte muss auch finanziell unterhalten werden können. Hier verweise ich auf das Cloef Atrium, das mehrere Hunderttausend Euro im Jahr von der Gemeinde an Kosten verschlingt. Dass man, um solche hohen Kosten zu decken, ausgerechnet auf den Verkauf des Tafelsilbers vom Ortsteil Mettlach zurück greifen will, lässt bei mir den Verdacht der Misswirtschaft aufkommen. Man muss auch für Dinge, die man falsch macht, gerade stehen und meine hiermit, dass man auch Kosten reduzieren kann. Siehe Weiskirchen!

Für Schloss Ziegelberg fehlt ein Nutzungskonzept; bis heute Fehlanzeige! Schließlich zitiere ich aus dem Inhalt der Niederschrift der Gemeinderatssitzung vom 1. Juni 1939 (Verkauf Schloss Ziegelberg an die Gemeinde Mettlach): „Die Gemeinderäte, in der Hauptsache Arbeiter und Angestellte, betonen zum Schluß nochmals ausdrücklich, daß sie der Verwaltung nicht genug danken können, daß es ihr gelungen ist, der Gemeinde damit Anteil an dem in und um Mettlach herumliegenden Grund und Boden zu schaffen, was bisher bei der hierorts üblich gewesenen Bodenpolitik versagt geblieben war. Die Gemeinderäte glauben auch mit Bestimmtheit behaupten zu können, daß diese ihre Gefühle in der ganzen Bevölkerung Mettlachs freudigen Widerhall finden werden, wenn, was zurzeit noch nicht ratsam erscheint, der Sachverhalt erst mal öffentlich bekannt gegeben sein wird.“ Weiter heißt es an anderer Stelle der Niederschrift: „Sie, die Gemeinderäte gehen auch mit dem Vorsitzenden darin einig, daß dieser Erwerb allzeit im Besitz der Gemeinde Mettlach verbleiben und niemals wieder veräussert werden soll.“ Und was wollen unsere Gemeinderäte heute?