Abenteuer USA: Merzigerin startet USA-Abenteuer

Abenteuer USA : Merzigerin startet USA-Abenteuer

Die 16-jährige Schülerin Maiken Klinke aus Merzig erfüllt sich ihren Traum von Amerika und verbringt die nächsten zehn Monate in Maine.

Nachdem ich mich von meiner Familie in Frankfurt am Flughafen innig verabschiedet hatte, ging es für mich und ein paar weitere Austauschschüler meiner Organisation für Schüleraustausch „Travelworks“ in Form einer Gruppenreise ins Flugzeug Richtung Newark, USA, und damit in unser großes Abenteuer: ein Jahr an einer High School  in den Vereinigten Staaten. Mit Abschiedsschmerz betraten wir das Flugzeug, und mit Vorfreude auf die bevorstehenden zehn Monate verließen wir es.

In Newark im Bundesstaat New York fanden zunächst drei Orientierungstage statt. Mit Austauschschülern aus der ganzen Welt hörten wir aufmerksam den Vorträgen unserer Partnerorganisation „CIEE“ zu. Wir wurden noch mal auf vielseitige Probleme und deren Lösungen hingewiesen, die während unseres Aufenthaltes auftreten könnten. Natürlich besuchten wir auch die Stadt der Städte: New York City.

Mit Besichtigungstouren mit Bus und zu Fuß, Bootsfahrten auf dem Hudson River, typisch amerikanischem Frühstück wie Pancakes mit Ahornsirup, Bratkartoffeln und Bacon und noch mehr Touren durch New York wurden wir in unseren ersten Tagen in den USA verwöhnt und vielleicht auch von dem einen oder anderen Heimweh abgelenkt: ob Freiheitsstatue, Ellis Island oder One World Trade Center - ein großes und schönes Rundum-Sorglos-Paket. Es waren wundervolle Tage, in denen wir Austauschschüler viele internationale Kontakte und neue Freundschaften knüpfen konnten und auf unser bevorstehendes Abenteuer gut vorbereitet und hingeführt wurden.

Doch nach zwei Tagen hieß es wieder Abschied nehmen, obwohl man dachte, dass das Verabschieden bereits vorbei wäre: Nun musste man sich von den neu geknüpften Bekanntschaften trennen.

Es war endlich soweit. Jeder Schüler würde zu seiner Gastfamilie fliegen und alle waren sehr aufgeregt. Für mich erschienen die Tage in New York schon wie ein Traum und nun würde es zu meiner Gastfamilie in den Bundesstaat Maine gehen. Ich konnte es immer noch nicht wahr haben. Meine Nervosität steigerte sich noch zusätzlich, da es mein erster Flug ohne Begleitung sein sollte und ich auch noch umsteigen musste. Sehr wohl war mir dabei nicht, aber ich habe schließlich alles gut hinter mich gebracht.

Nach meinem Umstieg in Charlotte, North Carolina war es kaum auszuhalten. Ich war so aufgeregt, bald meine Gastfamilie persönlich kennenzulernen. Und dann waren da noch all die Fragen im Kopf: Welchen Eindruck werde ich machen? Werden wir uns gut verstehen, wird alles gut laufen? Oder muss ich letztendlich wie viele die Gastfamilie wechseln? Ja, all das schwirrte wie verrückt in meinem Kopf herum. Nun denke ich, dass der ganze Wirbel gar nicht hätte sein müssen. Es ist alles super gelaufen und nun lebe ich schon seit einem Monat hier in meiner amerikanischen Gastfamilie. Sie haben mich sehr herzlich aufgenommen, wir verbringen tolle Stunden zusammen, haben sehr viel Spaß und lachen viel.

Dennoch braucht man erst einmal eine Eingewöhnungszeit. Alles ist ganz anders als im Heimatland. Dennoch dachte ich, dass diese Phase eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen würde. Doch es ging schneller als erwartet.

Die ersten drei Tage waren eigentlich am schlimmsten. Wobei man nicht sagen kann, dass sie wirklich schlimm waren. Es war einfach nur ungewohnt, weil ich fast von null auf hundert in einer komplett anderen Kultur und Lebensweise zurechtkommen musste. Doch ich verstehe mich sehr gut mit meiner Gastfamilie und so ist alles super. Wir spielen zusammen Gesellschaftsspiele, sie haben mir die Umgebung gezeigt und wir haben auch schon den einen oder anderen Ausflug unternommen. Ich werde vielen Leuten vorgestellt und lerne alle kennen. Den ersten richtigen Kontakt zu Jugendlichen meines Alters hatte ich bei einer Orientierungsveranstaltung in meiner neuen Schule. Bei dieser wurde den neuen Schülern die High School vorgestellt.

Auch an die Sprache musste ich mich gewöhnen. Es ist ein großer Unterschied zwischen dem Englischen, welches in der Schule gelehrt wird und dem, was hier alltäglich gesprochen wird. Doch von Tag zu Tag merke ich eine Verbesserung und das freut mich sehr.

Viele fragen sich bestimmt, wie es denn mit Heimweh aussieht. Ich muss ehrlich zugeben, ich habe nicht wirklich Heimweh. Das liegt momentan bestimmt daran, dass alles noch neu und aufregend ist. Klar, das Ganze wird auch aufregend und spannend bleiben, aber wenn der Alltag eintritt, könnte es eher zu Heimweh kommen.

Wir unternehmen sehr viel und da bleibt nicht viel Zeit für Heimweh. Das ist auch gut so. Sicherlich vermisse ich meine Familie, aber ich bin hier, um mein Abenteuer zu erleben und tolle Erfahrungen zu sammeln. Dennoch bleibt Heimweh wahrscheinlich ein Teil des Ganzen.

Maiken Klinke genießt ihre Zeit in New York City. Foto: Maiken Klinke
Nicht umsonst wird New York City auch als "Concrete Jungle" bezeichnet. Foto: Maiken Klinke
Hier treffen zwei berühmte Stadtteile aufeinander: Manhattan und Brooklyn. Foto: Maiken Klinke
Die Freiheitsstatue hat Maiken Klinken auch schon vor die Kamera bekommen. Foto: Maiken Klinken
Maiken Klinkens Abenteuer beginnt mit tollen Aussichten. Foto: Maike Klinken
Maiken Klinke aus Merzig in ihrer neuen Heimat im US-Bundestaat Maine. Regelmäßig wird sie von dort für die SZ berichten. Foto: Maiken Klinke

Als dann mein Schuljahr an der High School begann, kamen die ersten Herausforderungen auf mich zu. Die ersten Tage waren sehr verwirrend. Ich musste mich erst einmal in das Konzept der Schule einfinden und die neuen Erlebnisse auf mich wirken lassen: neue Schule, ein völlig anderes Schulsystem, neue Lehrer und ganz viele neue Personen. Doch von Tag zu Tag lebe ich mich besser ein.

Mehr von Saarbrücker Zeitung