| 20:38 Uhr

Losheim
Pfauen-Frauen, Häschen und ein Sündenbock

FOTO: Werner Krewer
Losheim am See. Die Frauenfösend in Losheim stand in diesem Jahr unter dem Motto „tierischen Vergnügens“. Und dies zeigte sich in all seinen Facetten.

Wenn die Gäste der Losheimer Frauenfösend die Halle betreten, sind sie immer schon gespannt, wie die Bühne wohl dieses Mal aussieht. Denn die Organisatorinnen der Katholischen Frauengemeinschaft Losheim denken sich jedes Jahr ein neues Motto aus, das sie sehr phantasievoll und optisch ansprechend ausgestalten.


„Tierisch lustig“ hieß diesmal die Devise, und wirklich wimmelte es von vierbeinigen und geflügelten Wesen. Es gab sogar welche mit Hörnern wie den Sündenbock, der unbedingt in letzter Minute noch auf die Arche Noah wollte. Zuerst wurde er von den anderen Kreuzfahrern in die Wüste geschickt, aber am Ende nahmen sie ihn doch mit. Schließlich kann man so einen Sündenbock immer gut gebrauchen.

Tiere schmückten die Bühnenverkleidung, prachtvolle Pfauen verteilten die Orden und die Programmleitung schlüpfte im Laufe des Abends sogar in mehrere tierische Rollen.



Die kleine freche Maus Speedy Gonzales tauchte aus einer Mülltonne auf und brachte den „Puppenspieler von Mexiko“ fast zur Verzweiflung. Sie war aber auch einfach zu frech. Als er stolz erzählte, dass seine Frau immer meint, er hätte etwas von Johnny Depp, konterte sie: „Lass den Johnny weg, dann kann es hinkommen.“ „Schwäne bleiben einander das ganze Leben lang treu“, schwärmte der Puppenspieler. Die Maus meinte: „Deshalb haben sie ja auch so einen Hals.“

Wie in jedem Jahr bereicherte die Karnevalsgesellschaft „Rot-Weiß“ die Frauenfösend mit ihren Beiträgen. Jan-Philipp Hinkel und Jolina Becker präsentierten ihren Meistertanz, die „Barbies“, Funkenmariechen Emma Alder und die „Bienchen“ des Männerballetts traten auf, und aus dem fernen Weiskirchen war eine wilde Piratenschar herangesegelt, die einen sehr männlichen und akrobatisch hervorragenden Tanz hinlegte. Bei einer Bauernfamilie hatte die reiche Erbtante ihren Besuch angekündigt. Am Morgen davor brachte der Bauer ein etwas schwach geratenes Ferkel in die Küche, das dort liebevoll in einen Kinderwagen gebettet wurde. Es kam, was kommen musste: Die kurzsichtige Tante witterte Nachwuchs, war beleidigt, weil man sie nicht zur Taufe eingeladen hatte, und wollte das Kleine persönlich großziehen. Schweinebraten ade!

Munter ging es in der Häschenschule zu, in der Oberlehrer Hempel  alias Pastor Peter Alt fast an der Aufgabe verzweifelte, diesen zappeligen Vierbeinern Lesen, Schreiben und Rechnen beizubringen. Als dann auch noch einer zu spät kam, musste er gnadenlos in die Ecke. Dieser kleine Nachzügler war kein anderer als Ortsvorsteher Stefan Palm. Die Zuschauerinnen quietschten vor Vergnügen, denn er sah mit seinen Hasenzähnchen auch gar zu putzig aus. Später ging es um einen Liegestuhl, um eine pantomimische Glanzleistung in den Sitzreihen eines Kinos und um das Durcheinander, das ein Gewitter verursachen kann. Das Publikum war begeistert und sparte nicht mit Applaus. Lernen konnte man auch etwas bei dieser Veranstaltung. Was heißt „meckernde Schwiegermutter“ auf Italienisch? „Mozzarella“. Und zum Schluss noch eine Skandalmeldung aus Losheim-City: Gruppensex im Schaufenster des gediegenen Café Roth! Um Himmels Willen! Was war das denn? „Drei Amerikaner auf einer Schnecke....“.

Willkommen in der Häschenschule: Tierisches Vergnügen aller Art bot in diesem Jahr die Frauenfastnacht in Losheim.
Willkommen in der Häschenschule: Tierisches Vergnügen aller Art bot in diesem Jahr die Frauenfastnacht in Losheim. FOTO: Werner Krewer