| 20:29 Uhr

Losheimer Seniorenfösend
Seniorenresidenz wurde zur rauschenden Narrhalla

Der Leiter der Seniorenresidenz, Thorsten Sprengart, mit Detlev Schönauer, der in seiner Paraderolle als Bistrowirt Jacques toll beim Publikum ankam.
Der Leiter der Seniorenresidenz, Thorsten Sprengart, mit Detlev Schönauer, der in seiner Paraderolle als Bistrowirt Jacques toll beim Publikum ankam. FOTO: Werner Krewer
Losheim am See. Im großen Saal der Seniorenresidenz am Stausee herrschte eine erwartungsvolle Stimmung. Schon vor Programmbeginn heizte das Sunshine-Duo ordentlich ein und die ersten Gäste begannen vergnügt zu schunkeln. Dann aber ging es richtig rund: „Wir haben zwar immer noch keine Regierung, aber jetzt ist es 15 Uhr elf“, verkündete Conférencier Thorsten Sprengart, „und nun wird hier bei uns gefeiert.“

Im großen Saal der Seniorenresidenz am Stausee herrschte eine erwartungsvolle Stimmung. Schon vor Programmbeginn heizte das Sunshine-Duo ordentlich ein und die ersten Gäste begannen vergnügt zu schunkeln. Dann aber ging es richtig rund: „Wir haben zwar immer noch keine Regierung, aber jetzt ist es 15 Uhr elf“, verkündete Conférencier Thorsten Sprengart, „und nun wird hier bei uns gefeiert.“


Von den Pauken und Trompeten des Spielmannszuges der Freiwilligen Feuerwehr Saarwellingen begleitet, füllte sich die Bühne: Die großen und kleinen Majestäten, Garden und Honoratioren der Karnevalsgesellschaft „Rot-Weiß“ gehörten ebenso dazu wie Bürgermeister Lothar Christ und die Landtagsabgeordnete Martina Holzner. Sie kam in Vertretung der Stellvertretenden Landeschefin Anke Rehlinger, die im vergangenen Jahr eigentlich versprochen hatte, mit Sprengart „Dirty Dancing“ vorzuführen.

Tanzmariechen Leonie Brausch und die Minigarde bekamen begeisterten Applaus einschließlich der ersten Rakete des Nachmittages. Dann gab es einen Riesenspaß für leidgeprüfte Ehepaare: Otto und Olga aus dem Riegelsgebirge schenkten sich wirklich nichts. Auf seine leicht verzweifelte Frage, ob denn da früher nichts gewesen sei, was sie an ihm faszinierte, meinte sie lapidar: „Ja, aber das haben wir schon ausgegeben.“ Seine Retourkutsche: Wie beginnt eine Frau einen intelligenten Satz? – Mit den Worten: Mein Mann hat gesagt...“



„Ach, ist das schön“, seufzte eine Zuschauerin, als das preisgekrönte Kindertanzpaar der KG „Rot-Weiß“ über die Bühne wirbelte. Auch die Juniorengarde war wieder ein Augenschmaus.

Kaum hatten sich die Lachmuskeln ein wenig erholt, klärte Pechvogel Jörg Ehl darüber auf, dass man sich oral zu verabreichende Pillen nicht ins Ohr steckt. Außerdem hatte er einen Shanty auf Lager, in dem er die Residenz als prachtvolles Schiff besang, mit einer tollen, überwiegend weiblichen Besatzung, zwei talentierten Smuutjes und natürlich einem genialen Kapitän.

„Lügen haben kurze Beine, Raucher haben manchmal keine“, reimte eine überzeugte Kettenraucherin und eine Käseliebhaberin schwärmte von ihrem heiß geliebten Limburger, der zwar ganze Völkerstämme vergraulte, ihr aber letztendlich einen Ehemann einbrachte.

Als Überraschungsgast hatten die Veranstalter einen „echten Franzosen“ aus Riegelsberg eingeflogen. Detlev Schönauer, besser bekannt als Jacques (der mit dem Bistro), witzelte über Pälzer, Hochwälder, Schwaben und andere Minderheiten. Wenn jemand wenig Geld hat und trotzdem ein Abenteuer erleben will, sollte er in den Hochwald fahren. Dort ist die Sprache so exotisch, dass man die Illusion haben kann, mitten im afrikanischen Dschungel zu sein.

Viele kennen Jacques schon sein Jahrzehnten, und es lässt sich nicht leugnen: Auch er wird älter, nannte sich selbst gar eine Art „Sargverweigerer“. Aber während viele Menschen über die Begleiterscheinungen des Alters jammern, sieht er eine Menge Vorteile: „Was habe ich früher für ein Theater um gesunde Ernährung veranstaltet! Heute“, meinte er schmunzelnd, „nehme ich alle E-Nummern mit, die ich kriegen kann.“

Wie schon im vergangenen Jahr meisterte Thorsten Sprengart seine Rolle als Sitzungspräsident wieder ganz hervorragend. Souverän überbrückte er jede kleine Pause und hatte selbst einen beachtlichen Anteil an der guten Stimmung. Als man schon dachte, es könnte nicht noch besser werden, brachte Hans Hamel, der Barde mit der rauchigen Stimme, den Saal noch einmal so richtig zum Kochen. Bei seinem Lied „What a wonderful world“ gerieten nicht nur die ganz alten Damen ins Schwärmen. „Zweimal ist fast schon traditionell“, meinte Sprengart und versprach, dass es ganz bestimmt im nächsten Jahr ein drittes Mal geben wird.