| 20:45 Uhr

Orchideenschau in Merzig
Acht Gärtner, vier Länder, zwei Pflanzen

Rund 1500 Orchideen verschiedener Gattungen in allen Formen und Farben hat Monika Burda über die Jahre in ihrem Zuhause gesammelt. Einige davon wird sie bei der Orchideenschau am Wochenende präsentieren.
Rund 1500 Orchideen verschiedener Gattungen in allen Formen und Farben hat Monika Burda über die Jahre in ihrem Zuhause gesammelt. Einige davon wird sie bei der Orchideenschau am Wochenende präsentieren. FOTO: Nina Drokur
Merzig. Neben Orchideen werden bei der 15. großen südwestdeutschen Orchideenschau in Merzig auch Bonsais zu sehen sein. Von Nina Drokur

„Sie ist die Einstiegsdroge“, meint Monika Burda, Vorsitzende der Orchideenfreunde Saarland. Die Rede ist von der Orchideenart, die mittlerweile in jedem Baumarkt und auch bei Discountern zu finden ist: die Phalaenopsis. „Mit ihr fängt meistens alles an“, sagt Burda, in deren Losheimer Zuhause sich nach eigener Aussage mehr als 1500 Pflanzen angesammelt haben. Einige davon wandern zum Wochenende in die Merziger Stadthalle. Denn dort wollen die Orchideenfreunde Saarland von Freitag, 14. September, bis Sonntag, 16. September, jeweils von 10 bis 18 Uhr zeigen, wie groß die Vielfalt der Orchideengewächse ist.


Von winzig klein bis meterhoch, von schwarz bis pink, Orchideen kommen in allen Farben, Formen und Größen vor. Einige blühen mehrere Monate, andere zeigen ihre besonderen Blüten nur wenige Tage lang. Über 30 000 offizielle Arten sind im Register in London gelistet mit unzähligen Kreuzungen. Am Freitag kommt noch eine weitere hinzu. Denn wie zu jeder Ausstellung hat Gärtner Rainer Janke aus dem rheinland-pfälzischen Weilerbach zur 15. Auflage wieder eine neue Züchtung im Gepäck. Welche Pflanze um 11 Uhr mit Wasser aus der Odilien-Quelle bei Oppen getauft wird, verrät Monika Burda noch nicht. „Das Motto ist ‚Saar-Lor-Lux‘, mehr sag‘ ich nicht“, sagt sie geheimniskrämerisch. Auch welchen Hingucker der Verein dieses Mal vorbereitet hat, lässt sie im Dunkeln. In der Vergangenheit gab es etwa ein geschmücktes Fahrrad oder einen Schirm aus Orchideen. Neugierige müssten schon selbst den Weg zur Stadthalle antreten.

Acht Gärtner und der Verein der Orchideenfreunde selbst werden dort ihre schönsten Gewächse präsentieren. Und dieses Mal werden sie nicht nur aus ganz Deutschland in die Kreisstadt reisen. Alex Portilla kommt für die Gärtnerei Ecuagenera extra aus Ecuador – der Heimat vieler Orchideen – ins Saarland. „Das gab es bei uns noch nie“, sagt Burda stolz. Den Besuch zu organisieren, war gar nicht so einfach. Der strenge Artenschutz der südamerikanischen Republik, zu der auch die Galapagosinseln gehören, macht die Einfuhr der Gewächse problematisch. Dennoch hat sich der Gärtner durch den Papierkram gekämpft und bringt vor allem viele kleinere Naturformen mit. Und klein liegt dieses Jahr auf jeden Fall im Trend. „Viele moderne Häuser haben nur noch schmale Fensterbänke“, weiß Burda. Auf die häuslichen Gegebenheiten der Kunden achten sowohl die Gärtner als auch die Vereinsmitglieder. Im persönlichen Gespräch wollen sie herausfinden, welche Pflanze sich am besten eignet. Denn nichts liegt den Mitgliedern mehr am Herzen als der Erhalt der Pflanze.



Wer bereits Orchideen sein Eigen nennt, sich aber in der Pflege unsicher ist, kann seine Pflanzen an allen drei Tagen zwischen 11 und 12 Uhr zur Umtopf-Aktion bringen.

Einer der Höhepunkte der Ausstellung wird die Bühne sein. Dort werden die Vereinsmitglieder zusammen mit zwei Gärtnern einen Regenwald nachbauen. Die Pflanze also in ihrem natürlichen Umfeld zeigen.

Wer sich nicht für Orchideen interessiert, wird vielleicht bei den Bonsaifreunden aus Frankreich und Luxemburg fündig, die parallel ihre Züchtungen zur Schau stellen.

Der Eintritt kostet vier Euro, Busgruppen, Behinderte und Mitglieder der Gartenbauvereine mit Ausweis zahlen 3,50 Euro. Kinder unter 14 Jahre sind frei.

Monika Burda zeigt, wie man eine Orchidee umtopft FOTO: Nina Drokur