In die Welt der Klänge eintauchen

Selbach · Seit einigen Jahren besteht in Selbach ein Glockenkreis. Vier Frauen widmen sich dem Spiel mit Kupferstabglocken und mit Bronze- und Messinggongs. Wenn die Musikerinnen auftreten, tauchen die Zuhörer in eine faszinierende Welt der Töne und Klänge ein.

Selbach. In den 90er Jahren fing alles an. Joachim Darmer, früher Lehrer an einer Waldorfschule, zog von Weckelweiler im Landkreis Schwäbisch Hall nach Selbach. In dem kleinen Dorf in Schwaben hatte er eine Glockenwerkstatt gegründet. Mit vielen Instrumenten - Glockenspielen, Topfglocken und Bronzegongs - richtete er sich in seinem Haus im Wochenendgebiet "Auf Weiler" wieder eine solche Werkstatt ein und baute dort Glockenspiele aus Kupferstabröhren. Mehrere Jahre lud er die Bürger zu klangvoller Musik und zu Lesungen in sein Haus ein, später dann in die Kathreinen-Kapelle. In dieser Zeit hob er die Stiftung Glockenhaus aus der Taufe.Nach Joachim Darmers Tod im Jahre 2008 bildete sich mit Elke Sell, Renate Wilhelm, Carla Zipf und Jutta Grewenig im Dorf ein Glockenkreis. "Es war immer Darmers Anliegen gewesen, dass mit seinen Instrumenten weiter Musik gemacht wird", sagte Carla Zipf im Gespräch mit der SZ. Diesem Anliegen hat sich der Glockenkreis seit einigen Jahren verschrieben. Er hatte die verschiedenen Instrumente übernommen: acht Glockenspiele mit unterschiedlichen Tonumfängen, drei Knopfgongs und ein Feng-Gong chinesischer Herkunft, der aus einer flachen Scheibe aus poliertem Messing besteht und einen tiefen Klang hat.

Seit dem Tode des Glockenhausgründers sind die Frauen des Selbacher Glockenkreises mit ihren Instrumenten bei verschiedenen Gelegenheiten wie Lesungen und Ausstellungen und bei einem Poesieabend in Walhausen aufgetreten, ebenso in Seniorenheimen und in zwei Kapellen. Die jüngste Veranstaltung lief unter dem Motto "Lustige und schaurige Balladen" im Selbacher Dorfgemeinschaftshaus. Dabei kamen nicht nur die Röhrenglocken zum Einsatz. In Schüsseln wurden zu der Rezitation "Die Goldgräber" Wassergeräusche nachgeahmt und zu dem Text "Der Feuerreiter" Pferdegetrappel. Bei allen Auftritten konnten sowohl die Musizierenden als auch die Hörer in eine ganz besondere Welt der Töne und Klänge eintauchen. "Unser Glockenkreis will auch künftig nicht nur eigene Veranstaltungen auf die Beine stellen", sagte Elke Sell. "Wir können ebenso bei Lesungen, Vernissagen und Ausstellungen mitwirken und Themenabende gestalten, um auf diese Weise unseren Glockenkreis noch bekannter zu machen."

Kontakt: Elke Sell, Telefon (0 68 75) 73 97, per E-Mail an: elke.m.sell@googlemail.com