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Ausstellung
Unikat-Grafiken mit Überraschungseffekt

Eines der Werke aus der Ausstellung von Max G..
Eines der Werke aus der Ausstellung von Max G.. FOTO: Brigitte Quack
St. Ingbert. Im Kunstraum Doris T. zeigt Max G. Grand-Montagne ab Samstag seine neuesten Werke.

Wenn Doris Tabillion am kommenden Samstag zur Vernissage in ihren Kunstraum Doris T. einlädt, wird es wohl ein wenig frankophil zugehen. Denn Max G. Grand-Montagne zeigt seine neuesten Werke und hat mit France Schwieder einen Ehrengast eingeladen, der mit Sicherheit auch einige Mitglieder der lothringischen Künstlervereinigung ADAL mitbringt. Nach wie vor fertigt der St. Ingberter Künstler, der ebenfalls Mitglied der ADAL ist, seine konkret minimalistischen Arbeiten als Unikat-Grafiken und sorgt dabei immer wieder für Überraschungen. Denn, obwohl die Farbskala sich auf Schwarz und Rot beschränkt und die Formen in hohem Maße reduziert einherkommen, herrscht ein großer Variantenreichtum. So sind in manchen dieser schönen Blätter lediglich drei schwarze Punkte zu sehen; die aber sind so geschickt im Bildraum positioniert, dass sie mal zu schweben, mal zu steigen oder zu fallen scheinen. Kreise, Bögen, freie Linien – das sind die formalen Elemente, aus denen Max G. Grand-Montagne seine Werke zu immer wieder neuen, ungegenständlichen Kompositionen gestaltet.


Und doch kann er es nicht verhindern, dass sich auch bei ihm Assoziationen zum Abbildhaften einstellen. Dass der Weg vom Ungegenständlichen zum Gegenständlichen führt und er ihn bisweilen ganz bewusst beschreitet. Bisweilen deutet er grob figürliche Formen an und weist über angedeutete Körperhaltungen und Gesten auf Absichten und Emotionen hin, die sich unmittelbar mitteilen. Mit Witz und Feingefühl kommen diese Blätter einher, die wie alle anderen Arbeiten das kleine rote Quadrat als Markenzeichen seiner Kunst beinhalten.

„In meinen Drucken ist es Ausgleich und Ergänzung“, erklärt er und schlägt damit den Bogen zum Titel der Ausstellung „chapeau“. Denn auch ein Hut, französisch chapeau, ergänze den Menschen und schließlich trage auch sein Ehrengast France Schwieder immer Hut. Zudem ziehe er vor ihr den Hut, denn selbst mit ihrem nachlassenden Augenlicht habe die meisterliche Zeichnerin sich nicht von der Kunst abgewandt, sondern nur einen andern Weg gesucht. Sie sei zur Bildhauerei gewechselt, wo mit der Kraft der inneren Bilder und dem Gefühl der Hände gestaltet werden kann. Eindrucksvoll stellt sie das mit einer Skulptur unter Beweis, die sich Grand-Montagnes leichten, schwarzen Holzskulpturen ergänzend zur Seite gesellt.



„Chapeau!“ – Max G. Grand-Montagne. Bis zum 8. April. Kunstraum Doris T, Rickertstr. 1 (Eingang Cafe-Stube), Montag bis Samstag 9 bis 17 Uhr, Sonntag 14 bis 17 Uhr; Künstlerpräsenz Samstag 11 bis 13 Uhr. Vernissage am 10. März um 11 Uhr.